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Ba Duc Vu ist ein Beispiel für gelungene Integration – als Stipendiat des Bundestags reist er für ein Austauschjahr in die USA

Wer sich anstrengt, kann alles erreichen

Hessisch Oldendorf / Hameln. An den entscheidenden Anruf kann sich Ba Duc Vu genau erinnern: „Es war der letzte Montag in den Winterferien.“ Am Telefon meldete sich Gabriele Lösekrug-Möller. Die Bundestagsabgeordnete aus Hameln machte es spannend und wollte zunächst die Eltern des 16-Jährigen sprechen. Er ahnte schon, was die parlamentarische Staatssekretärin im Arbeitsministerium verkünden wollte. Die Nachricht sorgte dennoch für große Freude bei ihm: Ba Duc Vu wird Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms (PPP) des Deutschen Bundestages. Ab dem 13. August verbringt er ein Austauschjahr in den USA und geht dort auf die Highschool.

veröffentlicht am 15.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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„Ich bin durch die Wohnung gelaufen und habe mich gefühlt wie Mario Götze. Als hätte ich das entscheidende Tor bei der WM geschossen“, sagt Vu. Der zu diesem Zeitpunkt noch in Hessisch Oldendorf wohnende Schüler, der sich für Fußball und Kampfsport interessiert, hatte sich gegen drei Mitbewerber im Wahlbezirk der Bundestagsabgeordneten durchgesetzt. „Alle Kandidaten waren richtig gut. Am Ende hat mich Ba Duc auch wegen seines nicht einfachen familiären Hintergrunds überzeugt“, erklärt Lösekrug-Möller ihre Wahl.

Vus Eltern stammen aus Vietnam, er wurde aber in Brandenburg an der Havel geboren. Sehr lange musste die Familie um ihren Aufenthaltsstatus in Deutschland kämpfen. Erst seit 2013 haben sie Sicherheit. Das hätte den Plänen des Schülers fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Es gab Schwierigkeiten mit seinem Visum, weil Ba Duc noch keinen deutschen Pass besitzt. Aber wir haben es doch hinbekommen“, freut sich Lösekrug-Möller. Ba Duc unterstützt beim VfL Hessisch Oldendorf die Trainerin der Gruppe „Ballsport für Kinder“, war Mitglied im Schulvorstand und besucht nach seinem Umzug nach Hameln das Schiller-Gymnasium. Auch wenn er sich selbst nicht so bezeichnet – Ba Duc Vu ist ein Beispiel für gelungene Integration. „Deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit sind für mich schon selbstverständlich“, gibt er zu. Der Stipendiat ist überzeugt, dass die Schule der beste Weg ist, um in der Gesellschaft Anschluss zu finden. Seine Gastfamilie in Warrington, das etwa 50 Kilometer nördlich von Philadelphia liegt, hat er bereits kennengelernt. „Die Mutter hat ebenfalls an einem Austausch teilgenommen. Die drei Söhne freuen sich schon auf mich.“

Ba Duc Vu (re.) fliegt bald für ein Jahr in die USA. Sein Vater Huu Chinh Vu freut sich, dass sein Sohn trotz eines schwierigen Starts „die Kurve im Leben gekriegt“ habe.at



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