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Mehr als 20 Fälle seit 2013 – doch die Täter wurden niemals gesehen

Wer sabotiert auf dem Cemex-Gelände?

Tündern. Auf dem Cemex-Gelände ist es in den letzten zwei Jahren vermehrt zu Sabotagefällen gekommen. Das Baustoff-Unternehmen spricht von Reparaturkosten im sechsstelligen Bereich. Wer sabotiert, ist unbekannt - auch nachdem eine Belohnung ausgesetzt worden ist, gingen keine Hinweise ein.

veröffentlicht am 17.12.2015 um 12:59 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Peter Graf von Spee klopft auf Holz. „Toi, toi, toi, in der letzten Zeit ist auf unserem Werksgelände bei Tündern nichts mehr passiert“, sagt der Regionalleiter der Cemex Kies & Splitt GmbH, die an der Tündernschen Straße Kies fördert. Mehr als 20 Sabotage-Fälle seit Anfang 2013 – das verunsichert die Mitarbeiter, ärgert den Konzern und ist zudem „existenzbedrohend“ für das heimische Kieswerk. Allein für Reparaturen musste Cemex schon eine sechsstellige Summe ausgeben. Vor ein paar Wochen hat das Unternehmen das Betriebsgelände weiter abgeriegelt und einen Zaun, der auch über die Nordstraße führt, errichtet. Seitdem hat es keinen Sabotageakt mehr gegeben. „Wir haben jetzt ganz andere rechtliche Möglichkeiten, das Gebiet zu überwachen“, erklärt von Spee. Als die Straße noch öffentlicher Verkehrsraum war, konnten wir dort keine Kameras installieren. Keine Fußgänger, keine Radfahrer – für Cemex ist es nun viel leichter, Verdächtige auszumachen. „Wer sich dort aufhält, der hat auch was vor“, vermutet der Regionalleiter.

Technisch hat die Firma aufgerüstet, viel Geld in Überwachungssysteme investiert und zudem einen Sicherheitsdienst angeheuert. Durch die Abschottung zur Nordstraße hin, hätten die Täter nun ein viel größeres Risiko, erwischt zu werden, sagt Regionalleiter von Spee.

Wenn es Nacht wurde, schlichen sich immer wieder dunkle Gestalten auf das Werksgelände. Zwei Jahre ging das so. Die Unbekannten führten Böses im Schilde. Mit einem scharfen Messer schnitten oder sägten die Täter die Förderbänder an. Wurde die Anlage am nächsten Morgen angefahren, rissen die Gummibänder. Ein bis zwei Tage Produktionsausfall und hohe Kosten für Reparaturen waren stets die Folge. Heimtückisch sei das, was die Saboteure da machten, sagen Arbeiter. „Die Bänder brechen erst unter Last zusammen“, erklärt Peter Graf von Spee. „Wenn da gerade jemand unter dem Förderband steht, gerät er in Lebensgefahr.“

Das Motiv der „Säger“ ist nach wie vor unbekannt. „Wir sind da völlig ahnungslos“, sagt von Spee. „Das Ganze ist ein großes Rätsel. Wir haben keine ehemaligen Mitarbeiter, die einen Groll gegen uns hegen.“ Und Risse an Häusern in Tündern hätten nachweislich nichts mit dem Werk zu tun. Für die Arbeiter seien die Messerattacken auf Förderbänder eine enorme psychische Belastung. „Sie wissen ja auch nicht, was hinter der ganzen Sache steckt und wer uns da was will.“ Der Fall sei überaus mysteriös – und in Deutschland wohl einmalig. „Die Branche leidet bundesweit unter Kabelklau. Dass es irgendwo sonst eine ähnliche Sabotage-Serie gegeben hat, ist mir nicht bekannt“, sagt von Spee.

Obwohl Cemex im Sommer vergangenen Jahres 5000 Euro Belohnung ausgesetzt hat, sind keine Hinweise auf die Täter eingegangen. Überhaupt ist die Spurenlage dünn. Bislang sind die „Säger“ noch nicht aufgefallen. Niemand hat sie gesehen.



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