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Motorboot-Club Hameln: Noch kein Mitglied wegen zu hoher Geschwindigkeit aufgefallen

Wer reist und wer rast auf der Weser?

Hameln. Es war nur ein kleines Zitat, das beim Vorstand des Motorboot-Clubs Hameln e.V. die Wellen hochschlagen ließ: „Gerade im Sommer probieren viele gern ihren Motor aus, drehen auf, kommen zu dicht an die Ruderboote und gefährden die Sportler durch hohen Wellengang“, hatte die Dewezet Hauptkommissar Dirk Hartung von der Wasserschutzpolizei in dem Artikel „Tempolimit auf der Weser“ Anfang des Monats zitiert. Was den Mitgliedern des Motorboot-Clubs prompt den Vorwurf einbrachte, sie benähmen sich auf der Weser wie „Wasserrowdys“, zitierten Alfred Harland, der Vorsitzende des Clubs, und sein Stellvertreter Hugo Niessner Anrufe, die sie kurz nach dem Erscheinen des Artikels erreicht hätten.

veröffentlicht am 25.03.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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„Auf die Leser musste das doch so wirken, als ob wir aus unserem Hafen herausfahren und dann mal richtig aufdrehen. Aber das sind nicht wir“, betonen Harland und Niessner. „Das sind laut Aussage der Wasserschutzpolizei in Nienburg, die für die Weser von Hann. Münden bis Bremen zuständig ist, auswärtige und durchreisende Urlaubsgäste, die ihre Boote an Fähranlegern oder Campingplätzen zu Wasser lassen und dann losdüsen.“ Was auch Dirk Hartung auf Anfrage bestätigt. „Wenn mal Boote auffällig werden, dann gehören sie Urlaubern, die sich hier in dem Wasserrevier nicht so gut auskennen“, betont der Hauptkommissar. „Von den Mitgliedern des Motorboot-Clubs ist uns noch niemand wegen zu hoher Geschwindigkeit aufgefallen.“ Zur Erinnerung: Vom Ohrberg bis Hameln sind flussabwärts maximal 18 Stundenkilometer erlaubt, flussaufwärts auf derselben Strecke nur 12 km/h.

Harland und Niessner finden es persönlich bedauerlich, das Motorboote bis zu 15 PS seit zwei Jahren ohne Bootsführerschein gesteuert werden dürfen. „Die Leute haben dann meist auch keine Kenntnisse von den Regeln und Vorschriften der Bundesschifffahrtsstraßenordnung“, beklagen die beiden Vorstandsmitglieder. Mit so einem Schlauchboot oder einem aus Fiberglas bestehenden Gefährt könne man bis zu 40 Stundenkilometer schnell fahren, weil sie als Gleitboote kaum Widerstand hätten. „Wir fahren schon auch aus Rücksicht auf unseren Nachbarverein, die Ruderer, aber auch wegen der Kanuten und Wanderruderer relativ langsam, um sie durch unsere Boote mit Kiel und Wellenschlag nicht zu gefährden.“

Dass sich die rund 120 ClubMitglieder mit den auf dem Wasser geltenden Regeln auskennen, dafür sorgt schon die Tatsache, „dass der Bootsführerschein für unsere Mitglieder Pflicht ist“, erklärt Harland. „Wir sind anerkannte Ausbildungsstätte für Binnen- und Seeführerschein als auch für Binnen- und Seefunklehrgänge und legen in den Unterrichtsstunden großen Wert auf ein verantwortungsvolles Handeln auf dem Wasser.“

Wer reist und wer rast auf der Weser? Unterhalb des Ohrbergs steht das Schild, das die erlaubte Höchstgeschwindigkeit flussabwärts anzeigt. wft/Dana

Sorgen bereiten den beiden Motorboot-Fahrern vor allem kritische Begegnungen mit Ruderbooten oder Kanuten in den Kurven der Weser. „Wir müssen mit unseren Booten aufgrund ihres Tiefganges immer die Außenseite der Kurve befahren, sonst kriegen wir Grundberührung und zerstören unsere Antriebsschrauben. Sportboote brauchen einfach einen gewissen Tiefgang. Aber Paddler, die kaum Wassererfahrung haben, flüchten, wenn sie uns in einer Kurve begegnen, meist auf die Außenseite, wo es dann zu gefährlichen Begegnungen mit den Motorbooten kommen kann. Da kann man in den Kanus manchmal richtig Panik erleben.“ Die Vermutung von Harland und Niessner: „Bei der Einweisung durch die Bootsvermieter wird von den Mietern wohl häufig nicht richtig hingehört.“



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