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Holger Wellner drängt als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes auf Erneuerung der Fußgängerzone

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“

Hameln (ni). Geschäftsleuten ist der Spruch geläufig; Holger Wellner schreibt ihn den Gegnern einer Neugestaltung der Hamelner Fußgängerzone ins Stammbuch: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Je länger die Debatte um das Für und Wider dieses Projektes andauert, umso mehr verstärkt sich bei dem Vorsitzenden des örtlichen Einzelhandelsverbandes das ungute Gefühl, „dass viele Hamelner den Vorsprung der anderen Städte gar nicht wahrnehmen und den Zustand ihrer eigenen auch nicht“.

veröffentlicht am 08.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 03:21 Uhr

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Das Bekenntnis des Verbandes zur Erneuerung von Osterstraße, Bäckerstraße und Pferdemarkt fällt eindeutig aus. Unabhängig von unterschiedlichen Auffassungen über Details der Gestaltung, so Wellner, „ist es uns wichtig, nicht die gesamte Umsetzung zu gefährden“. Die zugesagten Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro dürften unter keinen Umständen aufs Spiel gesetzt werden. Und statt sich weiter in kontroversen Diskussionen zu verzetteln, wünschte er sich, „schnell den gemeinsamen Nenner in der Detailplanung herauszuarbeiten und zügig mit der Umsetzung zu beginnen“.

Nur eine Sanierung der mehr als 30 Jahren alten Fußgängerzone „macht die Stadt langfristig stark“, ist Wellner überzeugt. Zumal der Wettbewerb im Einzelhandel schon lange nicht mehr primär unter den Kollegen am Ort stattfinde, sondern vor allem „zwischen den Städten“.

Stimmung ist aufgeheizt

Hannover habe mit der Ernst-August-Galerie einen starken Magneten, aber auch Hildesheim und Minden polierten kräftig an ihrem Image als attraktive Einkaufsstadt. Minden investiere gerade viel Geld in eine neue Fußgängerzone, andere Kommunen hätten das schon hinter sich. Nur in Hameln seien offenbar viele Menschen entschlossen, lieber auf der Stelle zu treten. Über kurz oder lang werde das Kunden aus der Stadt vergraulen. Denn der mobile Konsument kaufe dort ein,, wo es ihm am besten gefällt; wo er freundlichen Service und ein gepflegtes städtisches Ambiente vorfindet. Für Letzteres „ist die Modernisierung unserer Fußgängerzone ein ganz wichtiger Beitrag“, so Wellner.

Damit stützt der Unternehmer die Position der Stadt, die ihren Antrag für eine Förderung des Projektes mit einem Gutachten untermauert hat, das die positiven Auswirkungen der Erneuerung auf die Sicherung von Arbeit und Beschäftigung bestätigt. Eckhard Koss, erster Stadtrat und Stellvertreter von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann hat die wesentlichen Passagen im Kopf gespeichert. Bei dem Gespräch mit Wellner, zu dem Lippmann eingeladen hatte, kann er die Kernaussage auf Abruf wiedergeben: „Ohne eine neu gestaltete Fußgängerzone könnte Hameln mittel- bis langfristig seine Bedeutung als Einkaufsstandort einbüßen, mit allen negativen Folgen für die Beschäftigten im Einzelhandel.

„Dieser Aspekt findet in der Debatte viel zu wenig Beachtung.“ Lippmann bedauert das genauso wie die „aufgeheizte Stimmung in der Stadt, die der Sache nicht guttut“. Unterschiedliche Auffassungen seien legitim. Doch die Art und Weise, wie die Auseinandersetzung um den richtigen Weg vor allem aufseiten der organisierten Neugestaltungsgegner geführt werde, missfalle ihr. Stadtrat Eckhard Koss wird noch deutlicher: „Einigen geht es nur noch darum, zu polemisieren und zu polarisieren.“

Stillstand hätte „fatale Folgen“

Der Bürgerentscheid am 19. April zielt darauf ab, in der Hamelner Fußgängerzone alles beim alten zu belassen. Ist er erfolgreich, davon sind Wellner, Lippmann und Koss überzeugt, wären die Folgen für die Stadt fatal. Frühestens nach zwei Jahren könnte wieder Bewegung in den durch Bürgerwillen verordneten Stillstand kommen und wären Veränderungen an Hamelns Fußgängerzone möglich. Allerdings ohne Finanzspritze von der EU und allein mit dem städtischen Budget von einer Million Euro. Und mit der trüben Aussicht, eine in spätestens zehn Jahren unumgängliche Sanierung vollends aus eigener Tasche bezahlen zu müssen.



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