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e.on AG will Unternehmenstochter und Mehrheitsgesellschafter der Afferder Anlage verkaufen

Wer investiert in die Müllverbrennung?

Hameln (HW). Der Energieriese e.on will den Abbau von rund 11 000 Stellen bewältigen. Ohne Entlassungen zwar, aber betroffen sein könnte auch die Müllverbrennungsanlage in Afferde. Mit dem Personalabbau möchte der Versorger seine Kosten bis 2015 auf 9,5 Milliarden Euro senken und so mehr Spielraum für Investitionen gewinnen. Deshalb werden in der Düsseldorfer Verwaltungszentrale derzeit Überlegungen angestellt, neben der kleinsten Regionalgesellschaft e.on Westfalen-Weser AG (wir berichteten) auch die Tochtergesellschaft „e.on Energy from Waste“, zu der die Anlage in Afferde gehört, zu veräußern.

veröffentlicht am 15.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 00:41 Uhr

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Betreiber der Müllverbrennungsanlage vor den Toren der Rattenfängerstadt ist zwar die Enertec Hameln GmbH, die seit 2003 gesellschaftsrechtlich zur Interargem GmbH gehört, doch ist e.on Energy from Waste mit 61,2 Prozent Mehrheitsgesellschafter der Interargem mit Sitz in Bielefeld. Alexander Ihl, e.on-Sprecher in der Düsseldorfer Verwaltung, bestätigte gestern auf Dewezet-Anfrage zwar entsprechende Überlegungen, ob und wann verkauft werden soll, sei aber noch offen. Nähere Informationen wollte er jedoch nicht geben, „weil erst entschieden werden muss“. Möglich sei sowohl der Verkauf der gesamten e.on-Energy-from-Waste-Sparte als auch Teilverkäufe einzelner Standorte. Auch die Frage, ob sich bereits Interessenten gefunden hätten und e.on schon in konkrete Verhandlungen getreten sei, wollte der Sprecher nicht beantworten.

Zugeknöpft zeigte sich auch Andreas Aumüller, Sprecher bei e.on Energy from Waste in Helmstedt. „Wir wissen nur, dass die e.on AG einen möglichen Verkauf prüft“, sagte er unter Verweis auf die Hauptverwaltung in Düsseldorf. Werner Hamschmidt, Leiter der Unternehmenskommunikation im Hause Interargem, wollte sich ebenfalls nicht äußern: „Es handelt sich um einen laufenden Prozess, den wir nicht kommentieren.“

Neben der e.on Energy from Waste AG ist die Stadtwerke Bielefeld GmbH mit 35,7 Prozent größter Anteilseigner. Die restlichen 3,1 Prozent halten Kommunen der Region, darunter auch der Landkreis Hameln-Pyrmont. Landrat Rüdiger Butte sieht einen möglichen Verkauf mit Gelassenheit. „Entschieden ist noch gar nichts, aber irgendwann wird was kommen“, glaubt der sozialdemokratische Chef der Kreisverwaltung, der jedoch die Entsorgungssicherheit für die Bürger in Hameln-Pyrmont auch künftig als gegeben ansieht. „Wir müssen jetzt schauen, welche Aktivitäten entfaltet werden können“, sagt Butte. Der Landkreis Hameln-Pyrmont sei wie Bielefeld Müllverbrennungsstandort, und dies gelte es zu berücksichtigen. Dass sich der Landkreis mit der Stadt Bielefeld zusammenschließt, um e.on ein Angebot für die zum Verkauf stehenden 61,2 Prozent zu unterbreiten, schließt der Landrat aus. „Dazu sind wir als Landkreis nicht in der Lage“, begründet Butte, der eine Summe für die Anteile auch nicht nennen kann: „Das richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Der Markt ist heiß umkämpft.“ Der Landrat schließt jedoch nicht aus, dass andere kommunale Unternehmen Interesse zeigen könnten, in das Geschäft mit der Müllverbrennung einzusteigen.

Die Müllverbrennung in Afferde wird wohl auch künftig rauchen. „Die Entsorgungssicherheit im Landkreis ist sichergestellt“, sagt Landrat Rüdiger Butte. Foto: Wal

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