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Rätselraten um neue Eigentümer

Wer hat die Mühle gekauft?

HAMELN. Anfang des Jahres ist das 40 Meter hohe Wesermühlen-Gebäude an der Hamelner Ruthenstraße von einem – Insiderinformationen zufolge – „seriösen“ und offenbar finanzkräftigen Konsortium gekauft worden – dem Vernehmen nach für weniger als eine Million Euro. Was hat sich seitdem getan?

veröffentlicht am 31.07.2016 um 20:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Kaufsumme soll inzwischen in zwei Teilen an die GoodMills Deutschland GmbH (ehemals Vereinigte Kunstmühlen AG) überwiesen worden sein. Offenbar ist es so, als hätten die ausländischen Firmen vor, viele Millionen Euro in Hameln zu investieren. Außenstehende bemerken davon bislang noch nichts. Still ruht der See – so scheint es zumindest. Die Investoren wollen sich wohl nicht in die Karten gucken lassen – zumindest jetzt noch nicht.

Bei der Stadt Hameln, die das ehrgeizige Projekt begleitet und am Ende auch genehmigen muss, sieht man derzeit keinen Grund zur Sorge. „Für ein Projekt dieser Dimension muss man schon eine gewisse Zeit einkalkulieren“, sagt der unter anderem für die Wirtschaftsförderung zuständige Referatsleiter Thomas Wahmes. Man könne nicht erwarten, dass ein Investor nach so kurzer Zeit der Öffentlichkeit ein fertiges Konzept präsentiere. „Wir müssen uns in Geduld üben.“

Nach unbestätigten Informationen besteht das Konsortium aus einigen Unternehmen, deren Sitz in der Schweiz ist. Sie sollen Geschäftsleuten gehören, die nicht nur in Hameln Geld investieren.

Eine Rolle spielt offenbar die „Goldstreet Invests“. Sergej Hoffmann ist dort eigenen Angaben zufolge für das Kundenmanagement verantwortlich. Auf Nachfrage gibt sich Hoffmann zugeknöpft. Mit dem Wesermühlen-Projekt gehe es „gut voran“, sagt er. „Entwürfe gibt es schon.“ Aber die seien noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Detaillierte Auskünfte könne er nicht erteilen. Das mache ausschließlich der Architekt Dr. Halili in der Schweiz – wenn er es denn für richtig halte. Hoffmann sagte zu, die Telefonnummer der Redaktion an Dr. Halili weiterzuleiten. Ein Rückruf blieb aus.

Und so bleibt weiter unklar, wann in der Industriebrache am Hamelner Schutzhafen Leben einkehren wird. Bei der Stadt blicke man „optimistisch und zuversichtlich“ in die Zukunft, sagt Wahmes. „Wir sind frohen Mutes, dass an der Weser etwas Tolles entsteht.“ Aus Sicht der Wirtschaftsförderung sei das eine Riesenchance für die Entwicklung des Hafenbereichs und könne eine Initialzündung für weitere Projekte an der Weser sein.

Wohnen und arbeiten am Fluss in attraktiver Lage – das sieht nach Informationen der Dewezet das neue Konzept vor. Exklusive Lofts, Kleingewerbe und Gastronomie sollen unter einem Dach vereint werden. Experten gehen davon aus, dass die alte Mühle großes Potenzial hat und Mieter Schlange stehen werden. Umso erstaunlicher ist, dass das Konsortium bislang noch keine Innenansichten vorgestellt hat. Auch eine auffällig platzierte Werbung für das Millionen-Projekt ist offenbar bislang nicht erfolgt. Womöglich gibt es noch keine Eckdaten. Diese sind allerdings für eine Vermarktung elementar wichtig. Bevor Interessenten gesucht werden können, müssen zunächst Antworten auf Fragen wie diese gefunden werden: Wann ist Baubeginn? Was kostet der Quadratmeter? Wie sehen die Pläne aus? Was wird aus dem riesigen Getreidesilo, das ebenfalls verkauft wurde?

Auf einer Architekten-Website im Internet ist von einer „Mitwirkung an der Umzonung und Neugestaltung der alten Wesermühle in Hameln“ die Rede. In Klammern wird der Name Dr. Avni Halili genannt. Erreichbar ist der Architekt ausschließlich über eine E-Mail-Adresse von „goldstreetinvests“. Auch an der „Planung und Umgestaltung eines Mehrfamilienhauses im Kern von Hameln“ hat Dr. Halili – laut kurzer Referenzliste – schon mitgewirkt.

Die Vorgeschichte

Den Kampffmeyer-Mühlen war es zunächst trotz intensiver Bemühungen längere Zeit nicht gelungen, einen Kaufinteressenten zu finden. Das Unternehmen beauftragte Planungsbüros, ließ auf eigene Kosten Nutzungskonzepte für eine fünfstellige Summe erarbeiten und ging selbst auf Investoren-Suche. Schon zu einem frühen Zeitpunkt hatte Manager Franz Engelke, der bei der GoodMills Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg für „externe Angelegenheiten“ zuständig ist, versprochen: „Wir wollen in Hameln keine Ruinen hinterlassen, sind deshalb sehr an einer einvernehmlichen Lösung mit der Stadt interessiert.“

Die Wesermühlen hatten zuletzt rote Zahlen geschrieben – allein 2012 lagen die Verluste im Millionenbereich. Im September desselben Jahres verkündete die Vereinigte Kunstmühlen AG, sie werde den Standort schließen.



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