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Webcam am Kiosk wirft Fragen auf

Wer beobachtet vom Klüt aus die Stadt?

HAMELN. Das Gehäuse sieht zwar aus wie ein Vogelhäuschen, ist aber keins. Statt Vögel befindet sich eine Kamera im Inneren des Holzkastens, der auf der Rückseite des Kiosks am Klütturm angebracht wurde. Ein kleines blau-weißes Schildchen weist mit einem entsprechenden Symbol auf das technische Gerät hin. Da beobachtet jemand die Stadt. Aber wer? Und warum?

veröffentlicht am 03.01.2019 um 11:50 Uhr
aktualisiert am 03.01.2019 um 17:50 Uhr

In dem Holzkasten, der aussieht wie ein Vogelhäuschen und an der Rückseite des Klütkiosks angebracht ist, befindet sich eine Kamera. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

In der Facebook-Gruppe „Hameln redet mit“ wurde bereits die Sorge geäußert, dass mit der Kamera Besucher des Aussichtspunktes unterhalb des Klütturms ohne ihre Einwilligung gefilmt werden würden. Doch dem ist nicht so, wie aus einem Schreiben, das an einer Seitentür des Kiosks befestigt wurde, hervorgeht. Dort ist zu lesen, dass es sich um eine Webcam handelt, die zwar die Aussicht auf Hameln filme, nicht aber „Personen im Nahbereich“. Dafür trage ein schwarzer Balken am unteren Bildrand Sorge (siehe kleines Foto). So weit, so verständlich. Aber dann wird es etwas kniffliger: „Diese Kamera ist Teil der automatischen Amateurfunkstation DB0HMK, die Nachrichten und auch Bilder über das HAMNET der Funkamateure verbreitet“, heißt es da weiter. Das klingt nach Fachjargon.

Wolfgang Schulz, der die Kamera der Amateurfunkstation DB0HMK betreibt, erklärt, was dahinter steckt. Demnach ist Hamnet die Bezeichnung für ein europaweites Amateurfunknetzwerk. Der Name leite sich nicht etwa von Hameln oder gar Schinken (engl.: ham) ab, sondern von „Ham spirit“, der internationalen Bezeichnung für die Umgangsform von Amateurfunkern untereinander, so Schulz. „Ham“ heißt im Englischen Amateurfunker, „spirit“ Geist oder Seele.

Nicht zu verwechseln ist der Amateurfunk mit dem CB-Funk, den jedermann mit den freiverkäuflichen Funkgeräten ohne Genehmigung betreiben kann. Für den Amateurfunk hingegen braucht der Betreiber eine Genehmigung der Bundesnetzagentur. Das Hamnet, führt Schulz aus, basiere im Wesentlichen auf WLAN-Technik. Die Lizenz der Bundesnetzagentur erlaube es den Funkern, auf Frequenzen zu kommunzieren, die sonst „im deutschen WLAN-Netz nicht erlaubt sind“. Auch Internettelefonie und das Versenden von Bildern und Filmen sei über das Netz möglich.

Ein Screenshot einer Aufnahme von Donnerstagnachmittag durch Wolfgang Schulz’ Webcam auf dem Klüt. Screenshot: W. Schulz/pr
  • Ein Screenshot einer Aufnahme von Donnerstagnachmittag durch Wolfgang Schulz’ Webcam auf dem Klüt. Screenshot: W. Schulz/pr

Wir sind dankbar für das tolle Angebot, die Webcam-Bilder vom Klüt der Stadt zur Verfügung zu stellen.

Thomas Wahmes, Stadtsprecher

Neben dem Kamerahäuschen befinden sich noch eine Flächen- sowie zwei Rundantennen, die ebenfalls zu der Amateurfunkstation DB0HMK gehören. Vom Klüt wird das Signal an die Amateurfunkstation am Süntelturm gesendet und von dort in das Hamnet.

Wolfgang Schulz strebt schon seit Längerem eine Zusammenarbeit mit der Stadt Hameln an. Der Amateurfunker will, dass alle etwas von den Bildern seiner Kamera haben. Deshalb arbeiten Schulz und die IT-Abteilung des Rathauses derzeit daran, einen Weg zu finden, die Bilder der Webcam in die Homepage der Stadt zu integrieren. Dort soll sie die beiden städtischen Webcams ergänzen, die es bereits an der Osterstraße und an der Pfortmühle gibt.

Die beiden Letzteren waren am Mittwoch im Übrigen vorübergehend nicht abrufbar, da gerade versucht worden sei, die Übertragung von Schulz‘ Klütkamera testweise auf www.hameln.de einzugliedern, teilt Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage der Dewezet mit. Im Rathaus kommt die Webcam von Wolfgang Schulz offenbar gut an. „Wir sind dankbar für das tolle Angebot, die Webcam-Bilder vom Klüt der Stadt zur Verfügung zu stellen.“ Jetzt müsse nur noch die letzte technische Hürde genommen werden.



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