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Stadt stellt Liste mit Kriterien für Vergabe vor

Wer bekommt einen Kita-Platz?

HAMELN. Ab dem Kita-Jahr 2020/21 will die Stadt Hameln selbst die Kita-Plätze vergeben, bisher lief das über die jeweilige Einrichtung. Als Grundlage für die zentrale Vergabe dient ein Kriterienkatalog, der zusammen mit den Kita-Leitungen der verschiedenen Träger erarbeitet wurde. Für Eltern und auch die Stadt soll das Verfahren damit transparenter und die Kita-Platzversorgung besser planbar werden. Denn bisher passierte es auch schon mal, dass einige Eltern ihre Kinder in bis zu 19 Kitas angemeldet hatten anstatt in drei favorisierten.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 13:13 Uhr
aktualisiert am 20.06.2019 um 20:40 Uhr

Wer einen Platz im Kindergarten bekommt und wer nicht, soll in Hameln künftig zentral und nicht mehr in jeder Einrichtung entschieden werden. Foto: DPA
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Wer auf Nummer sicher gehen wollte, meldete sein Kind gleich nach der Geburt für einen Betreuungsplatz an – doch nicht in allen Kitas bedeutete das auch „Nummer sicher“. Unter Anwendung künftig einheitlicher Vergabekriterien für Kita-Plätze soll der Tag der Anmeldung – so dieser denn fristgerecht erfolgt – bei der Platzvergabe gar keine Rolle mehr spielen.

Zum Tragen kommt die Kriterienliste natürlich nur, wenn mehr Kinder angemeldet werden, als Plätze frei sind – was allerdings regelmäßig der Fall ist. Nach dem letzten Stand beispielsweise, Mitte Mai, würden zum neuen Kita-Jahr 114 Plätze für unter Dreijährige fehlen, erklärt die Stadt Hameln auf Anfrage, weist aber darauf hin, dass die Zahlen nicht belastbar seien. Auch um besser planen zu können, soll die Vergabe in Zukunft zentral durch die Mitarbeiter im Rathaus erfolgen und nicht mehr durch die Einrichtungen selbst. Die Politik hatte die Verwaltung darum gebeten, sich mit der Änderung des Vergabeverfahrens zu befassen – in der kommenden Woche soll sie darüber in den Ausschüssen und im Juli im Rat entscheiden.

„Die überwiegende Anzahl der Träger stand dem Vorschlag offen gegenüber“, erklärt die Verwaltung zur Idee der zentralen Vergabe. In drei Arbeitsgesprächen mit Vertretern der Kita-Träger ist der Rahmen dafür geschaffen worden. Allerdings sind sich die Beteiligten bei der Gewichtung einzelner Kriterien offenbar nicht alle einig gewesen. Differenzen gab es demnach bei der Bewertung der Aspekte Geschwisterkinder, Alleinerziehende, Erziehungsberechtigte in besonderen sozialen Situationen und Kinder mit Förderbedarf. Die Stadt möchte zunächst einen Testlauf für die Platzvergabe zum Kita-Jahr 2020/21 starten und das Verfahren im Anschluss gemeinsam mit den Trägern evaluieren und gegebenenfalls anpassen. So sieht der Vorschlag der Verwaltung für die Vergabekriterien jetzt aus:


Allgemeine Kriterien
Wohnsitz zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Kita in Hameln (gilt nicht für Betriebskindergärten und besondere Abkommen mit Nachbarkommunen)
Wer in die Krippe geht und danach in derselben Einrichtung für den Kindergarten angemeldet ist, hat Vorrang.

Bewertet wird zudem (mit unterschiedlicher Gewichtung), ob jemand alleinerziehend ist, ob er/sie arbeitet und wie viel, gleiches gilt für Elternpaare – arbeiten beide und weisen einen Betreuungsbedarf von mehr als 4,5 Stunden nach, gibt das die höchste Punktzahl 10, ebenso bei den Alleinerziehenden Berufstätigen mit dem Betreuungsbedarf. Geguckt wird auch, ob jemand Arbeit suchend gemeldet ist, ob zu Hause eine besondere soziale Situation vorliegt (Pflege, Behinderung eines Erziehungsberechtigten oder eines Geschwisterkindes), ob bereits ein Geschwisterkind in der Kita betreut wird, ob das Kind einen nachgewiesenen Förderbedarf hat und ob es, wenn es frisch dazu gezogen ist, bereits in einer Kita war. Bei gleicher Punktzahl haben „Kinder, die im Grundschuleinzugsbereich wohnen, in dem auch die Einrichtung liegt, Vorrang, und ältere Kinder haben gegenüber jüngeren Vorrang.“

In zwei Runden will die Stadt die Plätze zum 1. August 2020 vergeben. Ab dem 15. Januar eines Jahres erfolgt eine Zuordnung der Platzanträge in Absprache mit den Kita-Leitungen; eine zweite Runde startet im Mai, in der die Kinder berücksichtigt werden, über die erst nach dem 30. April entschieden werden kann (Flexi-Kinder bezüglich des Einschulungstermins).

Wer sein Kind schon ab Geburt anmeldet, muss darauf achten, dass seine Angaben, die im Anmeldeportal (hameln-elternportal.kdo.de) gemacht wurden, aktuell sind und alle Nachweise vorliegen. Mitte März sollen die Eltern voraussichtlich Bescheid von der Stadt Hameln bekommen, ob sie einen Platz sicher haben – bis Ende März und Mitte Mai müssen Eltern ihrerseits mitteilen, ob sie den Platz auch annehmen.


Info: Am Donnerstag, 6. Juni, befasst sich der Ausschuss für Familie, Kindertagesstätten, Schulen und Sport mit der zentralen Platzvergabe; Forum des Schiller-Gymnasiums, ab 16 Uhr.



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