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Befürworter des Wienerwald-Erhaltes dürfen noch drei Monate hoffen

„Wer am 1. Oktober kommt, ist zu spät“

HAMELN. Das einstige „Café am Ring“ hat eine letzte Gnadenfrist bekommen – gut drei Monate ziehen noch ins Land, bis der Abriss des Gebäudes unumgänglich wäre. Wäre. Denn findet sich bis Ende September doch noch jemand, der ernsthaft in das Gebäude einzieht, dann wäre auch der Abriss im kommenden Jahr vom Tisch. Wird das Gebäude nach Ablauf der Frist schließlich doch niedergerissen, dann fiele das Grundstück dem Hamelner Bürgergarten zu.

veröffentlicht am 22.06.2017 um 17:37 Uhr

Der ehemalige „Wienerwald“ von oben: Findet sich kein Interessent für dieses Gebäude, wird der Bürgergarten größer. Foto: wfx
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Ein Neubau ist nach dem Ratsbeschluss vom Mittwoch nicht mehr möglich – auch wenn sich innerhalb der nächsten drei Monate ein Investor dafür begeistern würde. Die Gruppe aus SPD, Linken und Grünen im Rat sowie die Fraktion Frischer Wind/Piraten hatten auf eine Ausschreibung „unter Voraussetzung des Gebäudeerhalts“ gepocht und dies auch mit einem Änderungsantrag durchgesetzt.

Kein Neubau – so interpretiert auch die Stadtverwaltung den Ratsentscheid. „Der Beschluss ist eindeutig“, betont Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Es gibt auch keinen Interpretationsspielraum.“

Die Frist für den Erhalt des zuletzt als Wienerwald-Restaurant genutzten Gebäudes sei jetzt deutlich benannt. „Wer am 1. Oktober noch kommt, ist zu spät“, sagt Wahmes. Demnach ist ausgeschlossen, dass ein potenzieller, ernsthafter und solventer Neubau-Interessent auch nach Ablauf der Frist überhaupt noch eine Chance auf den Zuschlag hätte. Verstreicht der Stichtag ohne Interesse am Altbestand, dann wird der ehemalige Wienerwald noch bis zum Abrisstermin sein tristes Dasein am Rande des Bürgergartens fristen.

Was kann bis Ende September also passieren? „Die Verwaltung wird den Ratsbeschluss ausführen und so schnell wie möglich ausschreiben“, sagt Wahmes. Dabei dreht es sich innerhalb der Frist dann ausschließlich um den Verkauf oder die Verpachtung des alten Gebäudes samt Grundstück.

Die CDU warf in letzter Ratssitzung der Gruppe von SPD, Linken und Grünen eine „Phantom-Diskussion“ vor, wie es Gerhard Paschwitz ausdrückte. Peter Kurbjuweit (Linke) als „Wienerwald-Sprecher“ der Gruppe habe immer wieder von Investoren gesprochen. Insbesondere auch von einem, der ein inklusives Café in dem Gebäude eröffnen wolle. Letzte Woche, bei einem öffentlichen Treffen am Ex-Wienerwald, hat er betont, dieser Investor habe sich noch nicht durchringen können, ein Angebot abzugeben. Auf Nachfrage sagte Kurbjuweit am Donnerstag: Den Interessenten gebe es immer noch. „Der wartet, dass jetzt eine offizielle Ausschreibung von der Stadt kommt.“ Wer das ist, welche genaueren Pläne dieser mögliche Investor hat – dazu war von Kurbjuweit nichts zu erfahren.

Dass „immer mal wieder Interessenten an die Stadt herantreten“, bestätigt Wahmes. Mehr nicht. Die Stadt hat sich in Grundstücksfragen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Doch so groß, dass sofort ein Investor in das Bestandsgebäude einziehen könnte, scheint das Interesse offenbar nicht zu sein. Wahmes spricht mit Blick auf die Ausschreibung von einem „offenen Ausgang“.

„Jetzt warten wir ab, wie die konkreten Konditionen aussehen“, meint Kurbjuweit und hofft darauf, dass die Stadt keine „Zahlen zur Abschreckung“ vorlegt. Selbst wenn es nichts wird mit einem fristgerechten Nachnutzer für das 50er-Jahre-Gebäude: Das Versprechen seiner Partei, einen offenen Dialog zum Wienerwald zu führen, sieht Kurbjuweit erfüllt. „Man kann auch mal gegen den Strom schwimmen.“ Er betont erneut, dass es „vier bis fünf“ Interessenten gebe. Kurbjuweit habe „Hoffnung und guten Mut“, dass sich bis Ende der Frist doch noch Interessenten finden lassen.

Wienerwald - Eine Chronologie



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