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Erstmals öffentliches Quilten in der Fischpfortenstraße

Wenn Nadel, Faden und Stoffreste zur regelrechten Sucht werden

Hameln. Die Suchtgefahr sei groß, erzählen mir die begeisterten Rattenfängerquilter. Was Organisatorin Christa Kritidis beim „Quilting Public Day“ allerdings fehlt, sind Kinder und Jugendliche, die sich für das Thema Handarbeit interessieren. Ansonsten ist sie sehr zufrieden mit der Resonanz. Die meistgestellte Frage des Tages: „Wo kann ich das lernen?“ Einige Frauen aus der 35-köpfigen Interessengemeinschaft, die sich seit 21 Jahren regelmäßig trifft, haben sich erstmals zum öffentlichen Quilten in der Fischpfortenstraße getroffen. Sie passen mit ihren ausgebreiteten fertigen Arbeiten gut hinein in das schmale Straßenbild und vor die historischen Häuschen, gerade so, als ob sie immer dort sitzen würden. Sie scheinen ein Ruhepol in all der Straßenhektik zu sein.

veröffentlicht am 19.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Die bundesweite Aktion der Patchworkgilde gibt es schon seit einigen Jahren. Hameln macht das erste Mal mit. „Man kann einfach nicht mehr loslassen“, schwärmen die Frauen. Sie sitzen gemütlich an einem Tisch, hoffen, dass es nicht regnet und nähen „Großmutters Blumengarten“ – eine alte Handtechnik. Vor ihnen liegen bunte Stoffstückchen, diese werden um ein etwa 20 Cent großes sechseckiges Pappstück gewickelt und daran festgenäht. Dieses wird wiederum an andere Stoffstücke angenäht. Es sieht alles ganz einfach aus, und die fertigen Ergebnisse machen auch Ungeübten wie mir Lust, die Nadel in die Hand zu nehmen.

Genau das sei ja auch der Sinn des öffentlichen Quiltens, sagt Christa Kritidis: „Das Hobby, das Handwerk und das Handnähen sollen wieder in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden.“ Die Hamelnerin gibt Patchworkkurse in der Volkshochschule „Die Pappe wird später wieder entfernt“, berichten mir die Frauen weiter. Was mich verblüfft, ist, dass sie anfangs noch nicht wissen, was sie aus den zusammengenähten Stoffblumen machen werden. Eine Decke, einen Wandbehang – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, bekomme ich zu hören. Es geht also nicht nur um das fertige Ergebnis. Neben dem Nähen sei die Gemeinschaft beim Quilten ein wichtiger Faktor, berichten die Frauen. Jede hat ihre Nähutensilien in Täschchen oder Kästchen mitgebracht, auch das gehört dazu. Patchworkerin und Quilterin Barbara Schnelle ist begeistert von der öffentlichen Aktion. „Die Handarbeit sollte wieder mehr in den Vordergrund rücken“, findet sie. „Quilten erholt und entspannt“, sagen Waltraut Melssen, Isabelle Vanoli, Catharina Hackmann und Gudrun Richter-Döring, die vor ihr am Tisch sitzen. Auch „Mann“ bleibt übrigens hin und wieder bei den Quilterinnen stehen. Jürgen Heßler lobt die Geduld seiner Frau. Ihn freut es, dass sie immer ein passendes Geschenk zu Hause hat. Er stelle sich mitunter aber auch die Frage, wo alle die fertigen Wandbehänge noch angebracht werden sollen.



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