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Bilder, Fotos und Musik von fünf Künstlern im Radio-Aktiv-Pavillon / Kurzweilige Eröffnungsfeier

Wenn kreative Köpfe auf „Kunstfrequenz“ senden

Hameln. Es gibt Künstler, die arbeiten im „stillen Kämmerlein“, ohne dass die breite Öffentlichkeit etwas von ihren Werken erfährt. Und Kunst hat privat für sie zwar einen hohen Stellenwert, ist Bereicherung ihres Lebensgefühls, aber nicht ihre Existenzgrundlage. Ein Hobby, das mehr als nur ein Hobby ist, und diese Grenzen auch längst gesprengt hat, wie die Ausstellung „Kunstfrequenz“ im Radio-Aktiv-Pavillon eindrucksvoll belegt, die lokalen Kunstschaffenden bis 28. November ein Forum gibt.

veröffentlicht am 09.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Bewerben konnte sich jeder. Einsendungen gab es reichlich. Für fünf Künstler mit ganz unterschiedlichen Genres hatte sich die dreiköpfige Jury entschieden. Und so sorgten Bilder, Fotos, Musik und Kleinkunst bei der Vernissage am Mittwochabend für eine künstlerische Bandbreite, die ebenso abwechslungsreich wie kurzweilig war.

„Den meisten Menschen dürften diese Arbeiten noch unbekannt sein“, sagte Ute Fehn vom Landschaftsverband Hameln-Pyrmont, die gemeinsam mit Karsten Holexa von Radio Aktiv und Projektleiterin Edith Handelsmann die Jury gebildet und die Ausstellung auf die Beine gestellt hat. In den Fokus gerückt werden Werke, die wohl niemanden unberührt lassen: Jürgen Espenhain war Zeichner, studierte Kunst und Geschichte, konnte aber nie berufstätig werden, da er seit 20 Jahren unter MS leidet und im Rollstuhl sitzt. Mit großartiger Strichführung, Liebe zum Detail und sezierendem Blick geht er in seinen Bildern Menschen und Dingen auf den Grund, schaut hinter Fassaden, entlarvt Oberflächlichkeiten. Zu sehen ist Espenhains Lebenswerk, denn zeichnen kann er nicht mehr, ist sich aber sicher: „Wenn ich heute noch zeichnen könnte, dann hätte ich so weiter gemacht wie damals.“

Dr. Markus Hedemann gibt in seinen Praxisräumen am Posthof immer wieder Künstlern ein Ausstellungsforum. Was viele nicht wissen: dass er auch selbst mit seiner Lego-Art Klötzchen für Klötzchen künstlerische Denkanstöße setzt und so steinchenweise Zusammenhänge aufzeigt. Seine spöttischen Spielereien zum Thema „I love Hameln“ sind aufreizend minimalistisch inszeniert und höchst amüsant. Egal, ob es sich um den Klötzchen-Stau auf der Brücke zum „Lippertag“ handelt, um das einzelne Haus im Baugebiet „Hottenbergsfeld“ oder die „Pfortmühle“ – bei Nacht, oder schwarz ohne Strom.

Hochbegabt: Harun Celik.

Gleich nebenan bestechen Bodo Zeitlers Fotografien durch urbane Szenen voller Melancholie, die – in rosiges Licht getaucht – Monotonie und Einsamkeit atmen.

Ein hochbegabter Musiker ist der 18-jährige Harun Celik: Er stellte mit erdiger Stimme und eindrucksvollem Gitarrenspiel seine Komposition „Running Away“ vor.

Die Lacher auf seiner Seite hatte an dem Abend Christian Korten, ein Comedy-Talent und Verwandlungskünstler, bei dem sich Promis die Klinke in die Hand geben, wenn er sie allein mit seiner Stimme zum Leben erweckt: „Kaiser“ Franz, Rudi Carrell, Merkel, Maffay, Lindenberg, Helge Schneider und Heinz Erhardt – sie alle nimmt er höchst witzig aufs Korn. Und er verrät auch, was dabei herauskommt, wenn man einen Atheisten mit einem Zeugen Jehovas kreuzt: „Jemand, der völlig grundlos an der Tür klingelt.“

Lego-Art: Spöttische Klötzchenspielerei von Dr. Markus Hedemann. Fotos: Wal



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