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Zweitägiges Turnier mit Horsemanship, Trail-Reiten und jeder Menge „Western Pleasure“

Wenn der Wilde Westen ins Tönebön-Camp kommt

Hameln. Flirrende Mittagshitze liegt über der Außenanlage des Reitervereins Hameln am Tönebönweg. Ein heißer Hauch texanischer Wüste weht über den Platz und treibt die Zuschauer des zweitägigen Westernreitturniers in den Schatten der Bäume. „122 Pferde und ihre Reiter sind am Start“, erklärt Holger Mai. Der 52-Jährige leitet die Meldestelle in der weitläufigen Reithalle des 300 Mitglieder starken Vereins. Rund die Hälfte der Gäste hat mit Wohn- und Pferdewagen auf den neben dem Reitverein liegenden Wiesen Unterkunft gefunden. In kleinen, abgezäunten „Paddocks“ warten die wohlbehüteten Vierbeiner auf ihren Einsatz.

veröffentlicht am 21.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Ob Trail, Superhorse, Reining (das Abbremsen aus vollem Galopp) oder Western Pleasure – die Disziplinen im Westernreiten sind vielfältig. Einzeln präsentieren sich die vorwiegend weiblichen Teilnehmer den Wertungsrichterinnen. „Es kommt vor allem auf die Exaktheit der Ausführung der Aufgaben an, natürlich auf die Harmonie der Haltung, bei der die Bewegung des Pferdes durch den Körper des Reiters schwingen muss. Die Leistungsbreite bei einem C-Turnier wie diesem ist natürlich sehr groß“, erläutert die Wertungsrichterin Stefanie Meschonath. Die 27-jährige Lehramtsstudentin nimmt auch Elsa Gonzales und ihren 17-jährigen Wallach „Dusty“ kritisch unter die Lupe. Hochkonzentriert absolvieren die beiden den Trail-Parcours. „Der ist einem Ritt über Land nachempfunden“, erklärt Holger Mai. „Da geht es über am Boden liegende Planken, da muss ein Gatter geöffnet und hinter sich wieder geschlossen werden, da treffen Reiter und Pferd schon mal auf ein Schaf oder einen Hund.“ Elsa Gonzales und Dusty erledigen den Parcours mit Umsicht. Als Lohn winkt ein Preis.

Für die 16-jährige Caro Köke aus Holzminden und ihren Allrounder „Sunnyboy“ läuft dagegen nicht alles zufriedenstellend. Vielleicht ist es doch eine Spur zu heiß? Wieder im Schatten, wird über Sunnys Konzentrationsmängel gemutmaßt.

„Ja, wirklich sehr heiß heute, obwohl er aus der Wüste kommt“, meint auch Maggie Bube aus dem hessischen Feldatal. Ihr elfjähriger Marokkaner „Casbur“ steht fast unbeweglich neben dem Kinderwagen, in dem der neun Wochen alte Junice tief und fest schläft. „Casbur ist ein Berber, kommt aus der Wüste wie ich; es ist trotzdem zu heiß für uns“, sagt auch Vater Soufian. Der ist 35 und kommt ebenfalls aus Marokko.

Schutz vor der gleißenden Sonne findet der australische Hütehund Eddie am liebsten im Schatten seines Pferdes „Dancing Boy“. Dennoch ist er hellwach und erledigt die gemeinsame Prüfung mit Bravour.

Westernreiten, das ist die lockerere Alternative zum traditionellen englischen Reiten, weiß Sattelexperte Sven Weniger. Während sich der herkömmliche Pferdesport mit Dressur und Springreiten aus der englischen Militärreiterei entwickelt habe, gehe das immer beliebter werdende Westernreiten auf die Arbeitsreiterei der amerikanischen Cowboys zurück. „Und ist eine ideale Verbindung zwischen Sport und Freizeitreiten“, ergänzt Holger Mai.

Lockerer auch die Kleidung der Reiterinnen, die sich mit Fransen, Glitzerjacken, farbenfrohen Blusen und modischen Kopfbekleidungen mitunter recht chic ausstaffiert haben. Chic und Bequemlichkeit im Sattel sind angesagt. Rund 12 bis 14 Kilo wiegt ein aus Rindsleder gefertigter, um die 2000 Euro teurer Westernsattel. „Eine Anschaffung fürs Leben“, so Reiter- und Pferdeausrüster Sven Weniger.

Stilechte Country- und Westernklänge beschallen die Anlage des Reitervereins, und Dagmar Grund und Iris Berger bringen zusammen mit dem Catering-Team des Vereins rund 400 Würstchen, 300 Steaks und endlos viele Salate und Eiskaffees unter die Reiter und Zuschauer. „Wir veranstalten das zum fünften Mal“, so Holger Mai, „und die Leute mögen das, kommen teils von weit her, vor allem wegen des entspannten Ambientes.“

Auch die zuerst enttäuschte Caro und ihr Sunnyboy sind wieder auf dem Platz. Beim „Western Pleasure“ klappt diesmal alles perfekt. „Hat echt Spaß gemacht“, freut sich die junge Holzmindenerin, die ihr Lachen wiedergefunden hat.

Westernreiten, das ist die lockerere Alternative zum traditionellen englischen Reiten.

Foto: eaw



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