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Brandmelder lösen oft grundlos aus – Betreiber muss Einsatz dann bezahlen

Wenn der Wehr das Feuer fehlt

Hameln (tis). Für die Feuerwehr gehören sie fast zur täglichen Arbeit, sind zumeist Routinefälle, aber auch ein notwendiges Übel, das abgearbeitet werden muss: über 100 Feueralarme jährlich durch automatische Brandmeldeanlagen. Lösen sie aus, verbirgt sich oft ein Fehlalarm dahinter. Die Gründe, die dazu führen, sind vielfältig. Betreiber solcher Anlagen müssen in der Regel den Feuerwehreinsatz bezahlen, wenn es zu einer Fehlmeldung kommt.

veröffentlicht am 16.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 18:21 Uhr

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131 automatische Brandmeldeanlagen gibt es in Hameln, meist in besonders gefährdeten Gebäuden wie Alten- und Pflegeheimen, großen Firmen, Verwaltungsgebäuden oder im Sana-Klinikum. Die Alarme laufen direkt in der Kooperativen Regionalleitstelle auf. Diese Anlagen können hinsichtlich des vorbeugenden Brandschutzes von der Bauaufsicht gefordert werden. Sie können aber auch aus versicherungstechnischen Gründen eingebaut werden. Immer sind in den Gebäuden oder Hallen etliche Brandrauch- oder Wärmemelder sowie Handdruckmelder in einer Brandmelderzentrale zusammengefasst, deren Bedienfeld der erste Anlaufpunkt für die alarmierten Feuerwehrkräfte ist.

Und wo so zahlreiche Anlagen vorhanden sind, kommt es auch immer wieder zu Fehlalarmen. Insgesamt 135 gab es davon allein im vergangenen Jahr. Das bedeutet, fast jeden zweiten bis dritten Tag muss die Feuerwehr Hameln ausrücken, wenn eine solche Brandmeldeanlage Alarm schlägt.

In der Regel wird so ein Einsatz von der Hauptberuflichen Wachbereitschaft abgearbeitet. Bei besonderen Objekten, wie etwa dem Sana-Klinikum, werden aber auch freiwillige Kräfte der Ortswehr Hameln mitalarmiert. „Wir müssen diesen Alarm behandeln wie eine ganze normale Feuermeldung und rücken daher mit dem gesamten Löschzug und auch weiteren Einsatzfahrzeugen aus“, erklärt Andreas Zerbe, Abteilungsleiter Feuerwehr im Rathaus. Vor Ort wird dann am Bedienfeld festgestellt, welcher Melder ausgelöst hat und der Raum von einem Löschtrupp überprüft.

Meistens kann schnell Entwarnung gegeben werden, ist wieder mal ein Fehlalarm zu vermelden. Die Gründe für einen Fehlalarm können verschieden sein, beispielsweise liegt ein technischer Defekt vor. Es kommt aber auch vor, dass einzelne Melder schlecht gewartet sind, sich Staub oder Spinnweben darin angesammelt haben. Das deutet so ein Gerät schon mal als Rauch und löst aus. Ein weiterer Grund sind Bauarbeiten, wenn Schleifstaub oder Funken an den Brandmelder geraten. Auch ein verbrannter Toast oder das angebrannte Essen kann durch die Rauchentwicklung Alarm auslösen. Doch auch das wird als Fehlalarm gewertet. „Und dann gibt es noch die Zeitgenossen, die grundlos einen Druckknopfmelder einschlagen“, weiß Zerbe.

Besonders die Fehlalarme durch Bauarbeiten ärgern die Wehr, weil dann die Anlagen eigentlich abgeschaltet sein sollten. Laut Zerbe wird der Feuerwehreinsatz dem Betreiber der Brandmeldeanlage bis auf wenige Ausnahmen von der Stadt Hameln in Rechnung gestellt. 150 und 380 Euro – je nach Fahrzeug- und Kräfteaufwand – können dann fällig werden. Zerbe ist es aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei Fehlalarmen in privaten Wohnungen durch Rauchmelder (im Jahr 2011 insgesamt 9) keine Rechnung ausgestellt wird. „Sie gelten nicht als Brandmeldeanlagen, weil sie nicht direkt in der Leitstelle auflaufen“, erklärt der Brandoberamtsrat. „Und wir wollen, dass diese Melder in möglichst vielen Wohnungen installiert werden, ohne dass man Angst vor Kosten haben muss.“

Es kommt auch vor, dass eine Brandmeldeanlage nach einigen Stunden erneut auslöst. „Auch dann betrachten wir das als neue Feuermeldung und fahren erneut in voller Stärke an“, erläutert Zerbe.

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