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TC Hameln in Aktion: Starke Bilanz für Projekt „Ohne Bewegung keine Sprache“

Wenn der Trainer in die Kita kommt

HAMELN. Über 30 Stunden pro Woche verbringen fünf Trainer des TC Hameln in Hamelner Kitas. Eine junge FSJlerin ist auch noch dabei. Was sie dort machen? Sport natürlich, was sonst. Zusätzlich zu dem, was die Kitas anbieten. Die Kids freuen sich durch die Bank über den Besuch. Manche ganz besonders, wenn mit Mirko Magritz endlich mal ein Mann in die Kita kommt.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 17:57 Uhr

Viel Freiheit bietet das Angebot für die Kitas im „Fuchsbau“ – immer freitags. Foto: pr
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Das Hauptaugenmerk dieser besonderen Stunde liegt allerdings auf der Verknüpfung von Sprache und Bewegung. Wie wichtig da ist, weiß man nicht erst seit gestern, für die Umsetzung bleibt in den Kitas allerdings nicht immer genügend Zeit. Deshalb hat das pädagogische Forum Hameln (ein trägerübergreifendes Fachgremium) das Projekt „Ohne Bewegung keine Sprache“ kitaübergreifend im November 2015 auf den Weg gebracht. Die Bilanz nach eineinhalb Jahren kann sich sehen lassen: Von insgesamt rund 1800 Kindern in den Hamelner Kitas hat das Projekt über 600 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren erreicht. Finanziert wird es mit jährlich 60 000 Euro von der Eugen-Reintjes-Stiftung.

Die Trainer des TC, die sich für das Projekt regelmäßig fortbilden, wechseln den Ort vier- bis fünfmal am Vormittag. „Ein solches Ausmaß an Belastung war eigentlich nicht geplant“, sagt Dr. Wolfgang Kurbjuhn, Vorsitzender des Vereins. An der Koordination werde deshalb weiter gearbeitet. Zusätzlich wird das Projekt künftig von Professor Swantje Scharenberg begleitet und evaluiert, also fachgerecht bewertet. Die gebürtige Hamelnerin leitet das Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen an der Universität Karlsruhe. Der TC ist froh über die Unterstützung.

Natürlich erhofft man sich auch eine Art Bumerangeffekt. Gerne würde man die Kinder, die ihre Trainer bereits aus den Kita-Stunden kennen, in der Folge als Vereinsmitglieder sehen. Beim Vorgängerschulprojekt „Tor“ sei dieser Effekt leider ausgeblieben, sagt Kurbjuhn.

Anders ist es, wenn die Trainer ins Haus kommen oder die Kinder mit ihnen freitags zu einem festen Termin zum „Fuchsbau“ pilgern: Das Projekt „Ohne Sprache keine Bewegung“ ist ein voller Erfolg.

Wie wichtig Bewegung für die Sprache ist, haben Experten in der Vergangenheit bereits eingehend untersucht: So weiß man beispielsweise, dass sich die Areale für Fingergeschicklichkeit und Sprache in einer bestimmten Hirnregion überschneiden. Das „Begreifen“ wird somit Voraussetzung für die Bildung von Begriffen und zur Grundlage von Spracherwerb. Das Erinnern und der symbolische Umgang mit Bewegungshandlungen führt zur weiteren Entwicklung von Denkvorgängen und Sprache.

Luft nach oben gibt es allerdings immer: Ein Punkt, der der im Rahmen des Projekts künftig stärker in den Fokus gerückt werden soll, ist die aktive Einbeziehung von Familien, zum Beispiel durch Bewegungsangebote, Elternbildungsangebote und Eltern-Kind-Angebote.

Zusätzlich soll die Vernetzung mit dem Sportverein im Umfeld der jeweiligen Kita verstärkt in den Blick genommen werden.

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