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Bakterielle Entzündung mit Antibiotika gut behandelbar / Ballaststoffreiche Kost empfohlen

Wenn der Darm Probleme macht

Hans K. (55) aus Hameln fragt: Vor einigen Wochen musste ich wegen einer Darmerkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Ich litt unter Ausstülpungen der Darmwand. Meine Ärzte sprechen von Divertikulitis. Nicht ganz klar ist mir, was eine Divertikulitis ist – und was ich tun kann, um mich vor einer erneuten Entzündung zu schützen.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Privat-Dozent Dr. Vonnahme antwortet: Divertikel sind zahlreich auftretende, erbsengroße Ausstülpungen der Darmwand, vorwiegend im unteren Dickdarm (Sigma). In die Divertikel gelangt Darminhalt, der durch die ständige Darmbewegung kugelig umgeformt wird und so eindickt, dass er die enge Divertikelöffnung nicht mehr passieren kann. Die zum Teil richtig harten Kugeln scheuern die Darmwand wund, sodass Bakterien in die Schleimhaut eindringen und sich ausbreiten.

Diese Entzündung eines Divertikels nennt man Divertikulitis. Sie macht sich bemerkbar durch ziehende Schmerzen im linken Unterbauch. Je nach Schwere der Erkrankung können Völlegefühl, Stuhlunregelmäßigkeiten, Schüttelfrost und Fieber hinzutreten. In jedem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen, der bei dem typischen Krankheitsbild rasch zur Diagnose kommt. Bei der Untersuchung findet er einen Druckschmerz im linken Unterbauch, die Laborwerte weisen ihn auf die Entzündung hin, und im Ultraschall erkennt er die Divertikel und die geschwollene Darmwand. Gegebenenfalls veranlasst er zur besseren Einschätzung der Erkrankung eine Computertomografie. Da es sich um eine bakterielle Entzündung handelt, leitet der Arzt eine Antibiotikatherapie ein. Unter gleichzeitiger Einhaltung einer ballaststoffarmen Kost zur Schonung des Darms sollten die Beschwerden innerhalb weniger Tage wieder abklingen.

Entzündete Divertikel können Ursache von starken Darmblutungen sein. Eigenartigerweise gehen diese Blutungen nicht mit Schmerzen einher. Wenn die medikamentöse Therapie erfolglos bleibt, muss operiert werden. Ausgeprägte Entzündungen der Divertikel können einen Darmwanddurchbruch hervorrufen oder auf die Nachbarorgane übergreifen, sodass Vereiterungen (Abszesse) oder Wundkanäle (Fisteln) entstehen. Diese hochdramatischen Krankheitsbilder bedürfen immer einer operativen Behandlung, bei der der erkrankte Darmabschnitt entfernt wird. Ein künstlicher Darmausgang ist dabei nur sehr selten notwendig.

Eine ballaststoffreiche Kost senkt das Risiko einer erneuten Divertikelentzündung deutlich, da der in das Divertikel eintretende weiche Darminhalt seinen Weg auch wieder hinausfindet. Neben der Erhöhung der Einnahme von Obst, Gemüse und Salaten sollten dunkle Brotsorten mit einem hohen Roggenanteil bevorzugt werden. Auch Vollkornbrot ist empfehlenswert, solange die Körner ihre Quellfähigkeit behalten. Bedenken bestehen gegenüber Körnern, die auf der Oberfläche von Broten durch den Backprozess ihr Quellvermögen verloren haben und dadurch hart und spitz bleiben.

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Privat-Dozent Dr. Franz Josef Vonnahme ist niedergelassener Facharzt für Gastroenterologie.



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