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Gefährliche Suche nach Altkleidern

Wenn der Container zur Todesfalle wird

Hameln (CK). Das Modell des Altkleider-Containers, der für eine 60-jährige Frau aus dem Emsland zur Todesfalle geworden war (wir berichteten), wird auch in Hameln verwendet. Und Hendrik Heuer aus Hemmingen, dessen Firma für Textilrecycling diese Container betreibt und leert, weiß, dass sich solche Unglücksfälle auch nie gänzlich ausschließen lassen, wenn Menschen sich an Altkleidern aus den Containern bedienen wollen. Allerdings macht er vor allem Unvernunft dafür verantwortlich, wenn etwas passiert.

veröffentlicht am 10.01.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 21:21 Uhr

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„Die Leute versuchen, zweckwidrig was aus den Containern rauszuangeln. Dafür lassen sie manchmal sogar Kinder reinklettern, die sie nur an den Füßen festhalten“, beschreibt Heuer, was seine Mitarbeiter schon erlebt haben. Und selbst wenn Kinder nur aus Übermut in die Container kletterten, könne es gefährlich werden, weiß er. „Die kommen da nicht wieder raus, vor allem dann nicht, wenn der Container leer ist.“ Dabei soll eigentlich ein sogenanntes Schaufelsystem mit dem Namen „easy-push“ die Sicherheit gewährleisten: Es sorgt dafür, dass sich lediglich ein Spalt öffnet und hat sich nach Heuers Aussagen „seit 30 Jahren bewährt“. Dennoch: Hundertprozentige Sicherheit gibt auch das nicht. „Eventuell könnte man noch Aufkleber mit Warnhinweisen drucken“, sagt der Recyclingfachmann.

Heuers Unternehmen bedient quasi den gesamten Raum Ostwestfalen-Lippe und hat dort insgesamt 1100 Container aufgestellt. In Hameln selbst sind es etwa 60 an 50 verschiedenen Standorten, die zum größten Teil zwei Mal wöchentlich geleert und an „Soex“, einen der größten Verwertungsbetriebe, weitergegeben werden. Der Inhalt besteht übrigens beileibe nicht nur aus Altkleidern: Etwa 60 Prozent werden von Heuer als „tragfähige Kleidung“ eingestuft, 15 Prozent sind Putzlappen verarbeitet, weitere 15 Prozent werden von der Industrie recycelt, beispielsweise für Dämmstoffe. Der Rest besteht aus Haushaltsmüll aller Art, der mit in die Container geworfen wurde. Heuer: „Meine fünf Mitarbeiter in diesem Raum sortieren allein eine Tonne Müll pro Woche aus den Altkleidern raus.“

Altkleider kann man übrigens auch beim Deutschen Roten Kreuz loswerden. Der DRK-Kreisverband Hameln-Pyrmont jedenfalls verfügte noch vor Jahren über eine entsprechende Klappe in seinem Gebäude in der Kaiserstraße, in die man ausgediente Kleidung werfen konnte. Außerdem gibt es den DRK-Shop in der Zentralstraße, der für kleines Geld gebrauchte Kleidung anbietet. Zu beidem aber wollte man beim DRK-Kreisverband gestern keine Aussagen treffen.

Container für Altkleider, wie hier in der Sandstraße, haben zwar ein Sicherungssystem. Dennoch klettern immer wieder Unvernünftige hinein – ein gefährliches Unterfangen.

Foto: Dana



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