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Jugendamt im Kreis muss 19-Mal handeln / Landeszahlen sinken

Wenn das Kindeswohl in akuter Gefahr ist

veröffentlicht am 15.07.2016 um 14:11 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

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„Die Mitarbeiter des Jugendamtes Hameln-Pyrmont gehen allen Hinweisen nach, wonach ein Kind in Gefahr sein könnte. Hinweise kommen häufig aus dem Umfeld der Familien, den jungen Menschen selbst, aus der Nachbarschaft oder von Einrichtungen und Institutionen“, erklärt eine Sprecherin. .

In 19 Fällen bestätigte sich der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung im Kreis. Als häufigster Grund wurden in diesen Fällen die Vernachlässigung des Kindes oder des Jugendlichen angegeben.

Anzeichen für körperliche Misshandlung lagen landesweit bei 317 und Anzeichen für eine psychische Misshandlung bei 285 Betroffenen vor. In Hameln wurden im Jahr 2015 29 Überprüfungen vorgenommen. 15 davon waren Jungen, 14 Mädchen. In acht Fällen sah das Jugendamt eine akute Gefährdung für das Wohl des Kindes, elf immerhin latent. Was dann passiert? „Die Beschäftigten des Kreisjugendamtes suchen den Kontakt zu der betroffenen Familie, um gemeinsam mit ihr Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Institutionen zusammen, zum Beispiel mit Kindertagesstätten, Schulen, Ärzten und der Polizei“, heißt es aus dem Amt.

Im Mittelpunkt stehe dabei die Frage: Was muss sich ändern, damit das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen wieder geschützt ist? „Im äußersten Fall muss das Jugendamt Kinder in Obhut nehmen, für eine kurze Zeit unterbringen, um ihr Wohlergehen sicherzustellen.“ Einen Hilfebedarf für das Kind sah das Amt im 2015 in sechs Fällen. Viermal bestätigte sich der Anfangsverdacht jedoch nicht. Die Mehrzahl, hier 14, der gefährdeten oder hilfsbedürftigen Kinder in Hameln-Pyrmont sind im Alter von zehn bis 14 Jahren. Laut Jugendamt kehren die Kinder in die Familie erst dann zurück, wenn in solch einer schwierigen und belastenden Situation die Eltern bereit sind, Hilfe anzunehmen und dadurch das Kindeswohl wieder geschützt ist. Erst, wenn kein Einvernehmen mit den Eltern erzielt wird; werde das Jugendamt das Familiengericht anrufen.

Dabei muss sich das Jugendamt bei seiner Arbeit stets verantworten. „Das Bundesverfassungsgericht hat erst im Jahr 2016 wieder betont, dass eine Herausnahme eines Kindes gegen den Willen der Eltern nur erfolgen darf, wenn eine nachhaltige Gefährdung von Kindern besteht. Das elterliche Fehlverhalten muss ein erhebliches Ausmaß haben“, betont die Sprecherin

Zur Einordnung von Gefährdungssituationen hat der Landkreis Hameln-Pyrmont außerdem eine Arbeitshilfe entwickelt, die auch Menschen unterstützen soll, die keine Fachausbildung im Kinderschutz haben. Zusätzlich sind ein Krisendienst und eine Rufbereitschaft eingerichtet. Daneben berät auch der Kinderschutzbund mit Förderung des Landkreises bei Unsicherheit und Klärungsbedarf in Kinderschutzfragen. Positiv: Nur die Kreise Holzminden (21) und Verden (7) hatten weniger Verfahren zur Überprüfung des Kindeswohls.

Bei Fragen und Nöten ist das Jugendamt Hameln unter der Telefonnummer 05151/9030 zu erreichen.

Der deutschlandweite Kinderschutzbund ist für Eltern unter 0800/1110550 zu erreichen. Das Kindertelefon unter der Rufnummer 0800/1110333. In absolut dringenden Fällen hilft die Notrufnummer 110.



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