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Jeder sechste Deutsche leidet an Kontaktallergien / Besonders Nickel bereitet Probleme

Wenn das Immunsystem Alarm schlägt

Christine K. (49) aus Hameln fragt: Ich beobachte an meiner linken Hand immer häufiger gerötete Stellen. Eine Freundin meint, es könnte sich um eine Kontaktallergie durch ein neu gekauftes Armband handeln. Kann das sein? Was ist eine Kantaktallergie und was kann man dagegen tun?

veröffentlicht am 05.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

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Dr. Werner G. Gehring antwortet: Kommt es durch den Kontakt eines Stoffes – Allergens – mit der Haut zu einer allergischen Reaktion, so handelt es sich um eine Kontaktallergie. Beim ersten Kontakt reagiert die Haut zwar noch nicht, aber der Körper bereitet sich auf nachfolgende Kontakte vor. Bei der nächsten Berührung mit dem gleichen Stoff schlägt das Immunsystem Alarm und leitet eine allergische Sofortreaktion ein, um den Eindringling abzuwehren. Typischerweise sind bei einer Kontaktallergie nur solche Hautstellen von Entzündungsreaktionen betroffen, die mit dem Allergen in direkter Berührung gekommen sind.

Etwa jeder neunte Bundesbürger ist laut Schätzungen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes von einer Kontaktallergie betroffen. 17 Prozent aller Kontaktallergien werden durch Nickel verursacht. Hierbei handelt es sich um die bekannte Jeansknopf- oder Modeschmuckallergie. An zweiter Stelle der Allergen-Hitliste steht ein Duftstoffmix mit einer Häufigkeit von 12,6 Prozent, gefolgt von Perubalsam mit 9,8 Prozent. Diese allergenen Verbindungen werden von der Kosmetik-, Parfüm- und Aromastoffindustrie eingesetzt.

Vor allem Frauen sind betroffen, da sie am häufigsten mit den Allergie auslösenden Stoffen in Berührung kommen. Die Unverträglichkeitsreaktionen wie Rötungen, Schwellungen, Wasserbläschen, Schuppenbildung und Ähnliches erfolgen hauptsächlich im Gesicht, da dieses die Körperstelle ist, welche durch die Hand am meisten berührt wird.

Eine Nickelallergie wird häufig im Kindesalter ausgelöst, da schon die junge, empfindliche Haut kleiner Mädchen oft mit Modeschmuck in Berührung kommt. Unterstützt wird eine allergische Reaktion durch Schwitzen und ständiges Waschen. Man kann Kontaktallergien vorbeugen, indem Betroffene anstelle von Duschgels und Seifen seifenfreie Waschsyndets mit einem pH-Wert von 5 bis 6,5 verwenden. Nach dem Waschen – nicht zu heiß – sollte der Hautschutzmantel mithilfe rückfettender Öle und Salben wiederhergestellt werden. Damit von der Kleidung keine Allergie auslösende Reaktion ausgeht, sollten neue Kleidungsstücke vor dem Tragen gewaschen werden. Unterwäsche sollte aus naturfarbenen, ungefärbten Textilien bestehen. Beim Kauf von Waschmitteln sollte darauf geachtet werden, dass hautverträgliche Tenside und möglichst keine Farb- und Parfümstoffe enthalten sind.

Grundsätzlich gilt, das Allergen möglichst zu meiden, auch etwa durch das Tragen von Schutzhandschuhen. Sonst übliche Behandlungen, wie die Hyposensibilisierung, helfen bei einer Kontaktallergie in der Regel nicht. Die Linderung der Allergiereaktionen kann nur durch den lokalen Einsatz von Medikamenten erfolgen.

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Dr. Werner Gehring ist Arzt in Bad Münder.



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