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Teddys fahren in Streifen- und Rettungswagen mit / 2013 wurden 117 Kinder bei Unfällen verletzt

Wenn Brummbären Trost spenden

Hameln. Der Kleine war gestürzt. Er weinte, hatte Schmerzen – und wohl auch etwas Angst. „Gut, dass wir einen Teddy an Bord unseres Feuerwehr-Rettungswagens hatten“, erzählt Rettungsassistent Sven Piepenschneider. Mit dem hellbraunen Kuscheltier konnten er und seine Kollegin Rosa Kleymann den 19 Monate alten Jungen ablenken und schnell beruhigen. Erst am Donnerstag hatten Mitglieder des Präventionsrats der Stadt Hameln je 100 Plüschtiere an Polizei und Feuerwehr verteilt. Seitdem fahren die Brummbären in Streifen- und Rettungswagen mit. Gestern spendete der erste Opferhilfe-Teddy Trost.

veröffentlicht am 04.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 09:21 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Idee, Teddys an kleine Unfallopfer zu verschenken, ist nicht neu. Streifen- und Rettungsdienst hätten in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen damit gemacht, sagt Stadträtin Gaby Willamowius, die die Lenkungsgruppe des Präventionsrates leitet. „Deshalb sind wir aktiv geworden.“

Kriminaldirektor Ralf Leopold, Chef der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden, und der Leiter der Wachbereitschaft, Andreas Zerbe, begrüßten den Einsatz der Plüsch-Tröster. Die Bären könnten Leid lindern, Vertrauen schaffen und Tränen stoppen, sagte der Brandoberamtsrat.

Nach Angaben von Leopold haben sich im vergangenen Jahr in seinem Zuständigkeitsgebiet rund 5400 Verkehrsunfälle ereignet, bei denen 15 Kinder schwer und 102 leicht verletzt wurden. Die 117 Mädchen und Jungen waren als Fußgänger (10) und Radfahrer (35) unterwegs, saßen in Schul- oder Linienbussen (29) oder in Privatwagen (43), die von Eltern, Verwandten oder Bekannten gesteuert wurden. Nur 35 Kinder haben die Unfälle selbst verursacht. Zwei Drittel wurden Opfer, weil Erwachsene Fehler gemacht haben.

Kinder seien im Verkehr eine Risikogruppe, sagt der Polizeichef. „Sie wollen ihre Umwelt erforschen, ihre Welt entdecken, aber auch spielen. Werden diese Wünsche im öffentlichen Raum ausgelebt, kann es gefährlich werden.“ Häufig seien Kinder im Straßenverkehr überfordert, weil sie mehrere Dinge gleichzeitig beachten müssten. „Auch nehmen sie manches nicht so schnell wahr und können Geschwindigkeiten nicht so gut einschätzen wie Erwachsene.“

Eltern sollten schon frühzeitig mit der Verkehrserziehung beginnen und diese nicht nur der Schule und der Polizei überlassen. Mütter und Väter könnten einiges für die Sicherheit ihrer Kinder tun: „Je öfter die Kleinen im Beisein der Großen unübersichtliche Situationen bewältigen lernen, desto besser und sicherer können sie später bei Gefahr flexibel und richtig auf eine Verkehrssituation reagieren.“

Eltern sollten Vorbilder sein, meint Leopold. Bei Polizeikontrollen mit Schwerpunkt Kindertransport in Kraftfahrzeugen habe sich herausgestellt, dass Eltern ihre Kinder bei Fahrten im Auto sehr häufig mit geradezu fahrlässiger Nachlässigkeit transportieren. Ein solches Verhalten werde pro Kind mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet.

Zum Schutz der Kinder sichern Beamte der Polizeiinspektion ganzjährig die Schulwege im morgendlichen Berufsverkehr. Eltern müssten sich zu Beginn des Schul- und eines jeden Halbjahres auf verstärkte Kontrollen einstellen, sagt Leopold.



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