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Weniger Hausaufgaben - Vorschlag von Althusmann eher Reaktion auf Realität

veröffentlicht am 19.12.2011 um 17:23 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln (rom). Gerade an Tagen, an denen der Unterricht bis zum Nachmittag dauert, fressen umfangreiche Hausaufgaben die knapp bemessene Freizeit - Hobbys bleiben oftmals auf der Strecke.

Deshalb möchte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) aus Hausaufgaben Schulaufgaben machen. Über das Wochenende und die Ferien sollen Schüler der 1. bis 10. Klassen mit wenigen Ausnahmen komplett von Hausaufgaben befreit werden. Außerdem plant er, den Zeitaufwand für Hausaufgaben zu begrenzen. Ihm schweben für Grundschüler täglich nur noch 30 Minuten vor, Fünft- bis Zehntklässler sollen nicht länger als eine Stunde und Oberstufenschüler nicht länger als zwei Stunden über Hausaufgaben brüten. Bislang gelten längere Zeiten, für Oberstufenschüler zum Beispiel bis zu drei Stunden.

Dieses Maximum werde allerdings nur selten erreicht, sagt Henning Müller, Schüler am Schiller-Gymnasium. Auch andere Schüler sind der Meinung, dass die Zahl der Hausaufgaben erträglich sei, wie Till Becker, stellvertretender Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums, bestätigt. „Es ist normalerweise nicht so, dass die Schüler überlastet sind.“ Allerdings habe das Albert-Einstein-Gymnasium auch auf den Ganztagsbetrieb reagiert. Hausaufgaben von einem Tag auf den anderen gibt es laut Becker daher nicht, wenn die Schüler am Nachmittag Unterricht haben. Außerdem habe die Schule eine Hausaufgabenbetreuung eingerichtet. Außerdem sei ein Trend zu beobachten: Heute müssten Schüler ihre Hausaufgaben mitunter erst innerhalb einer Woche abgeben. „Das ist nicht mehr wie früher, als es hieß: ,Den Rest macht ihr dann zu Hause.‘“ Zudem komme es Beckers Meinung nach bei Hausaufgaben gar nicht so sehr darauf an, wie viele Minuten sie dauerten. Viel wichtiger sei es, dass sich Schüler den Stoff selbst erarbeiteten und eigenständig Lösungen fänden.

Mit seinen Regelungen scheint das Albert-Einstein-Gymnasium nicht allein. Auch andere Schulen, insbesondere solche mit Ganztagsbetrieb, haben reagiert. Für Schüler und Lehrer wirkt der Vorschlag von Minister Althusmann daher eher wie eine Reaktion auf die Realität. Ein bisschen weniger wohlwollend reagiert der Stadtelternrats-Vorsitzende Dr. Volker Schöpe auf den Althusmann-Plan. „Ich weiß nicht, ob man das so stark regeln sollte. Im Schnitt gibt es nicht zu viel Hausaufgaben.“



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