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Step zieht Bilanz der Straßenarbeit für 2013

Weniger Beschwerden, doch mehr Verelendung

Hameln. Die Szene beruhigt sich. So lautet ein Resümee in Sachen Straßensozialarbeit der Step, also der Paritätischen Gesellschaft für Sozialtherapie und Pädagogik, in Hameln. Aus ihrem Abschlussbericht des Jahres 2013 geht hervor, dass Hamelner sich über „die Klientel“ – gemeint sind Menschen, die obdachlos oder davon bedroht sind und an öffentlichen Plätzen Alkohol oder Drogen konsumieren – in Anbetracht der regelmäßigen Treffen an öffentlichen Plätzen weniger beschweren.

veröffentlicht am 13.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

von Julia Rau
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Noch immer sind die Marktkirche, die Weserpromenade und der Bürgergarten etablierte Treffpunkte der „Szene“. Dort musste 2013 am meisten geschlichtet werden. „Jetzt im Winter ist auch beim Busbahnhof viel los“, weiß Streetworker Achim Degen. Der Sozialpädagoge arbeitet im Café Inkognito und ist seit sechs Jahren auch als Straßensozialarbeiter unterwegs. „Die Menschen haben eigentlich kein Interesse, anderen zur Last zu fallen“, sagt er. „Es sind ja meist nur einzelne Störenfriede in einer Gruppe.“ Sobald es Beschwerden von Anwohnern oder Ladenbesitzern gibt, macht er sich auf den Weg, um zu klären. „Ich lasse mir die Situationen dann noch einmal erzählen und versuche, zwischen Beschwerdesteller und der Gruppe zu vermitteln“, so Degen.

Da er als Streetworker in der Szene auch darauf aufmerksam macht, wie bestimmtes Verhalten wirken kann, zeigten die Beteiligten meist schnell Einsicht. „Da setzt ein Mechanismus ein. Sie kontrollieren sich gegenseitig und erinnern an die Absprachen, die sie mit mir getroffen haben.“ Zum Beispiel die, sich einigermaßen leise zu verhalten. Insgesamt, so der Eindruck Degens, wandeln sich die Beziehungen zwischen den Beteiligten immer schneller. „Die Szene bleibt fast gleich, aber innerhalb wenden sich einzelne öfter anderen Gruppen zu.“

Anke Knapp von der Drogenberatungsstelle in Hameln sagt zudem, „der Verelendungsprozess schreitet immer mehr voran“. Das heißt, dass aus der Drogensucht ein Unvermögen entsteht, sich um sich und seine Wohnung – die meisten haben einen festen Wohnsitz – zu kümmern. So kam es im letzten Jahr zu sechs Todesfällen. Vier davon auf der Straße. „Die Leute magern ab, und wenn man viel auf der Straße ist, sinkt die Schmerzempfindlichkeit. Viele ernähren sich schlecht und irgendwann macht der Körper das nicht mehr mit“, so Degen. Zudem steige der Altersdurchschnitt. Der Großteil sei über 40.

Im Kuckuck war der Sozialpädagoge auch schon unterwegs. „Eine Notwendigkeit der Straßensozialarbeit sehe ich da nicht. Da sind die Leute ja nicht auf der Straße.“

Von lärmenden Gruppen, in denen womöglich auch Alkohol und Drogen konsumiert werden, fühlen sich Hamelner belästigt. Streetworker Achim Degen kann Konfliktsituationen meist schnell aufklären und zwischen den Beteiligten vermitteln.Archiv



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