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Stadt hofft auf Investor – und zieht positive Zwischenbilanz

Wende für den Kuckuck?

Hameln. Das Wohngebiet Kuckuck – seit Langem gilt es als sozialer Brennpunkt, doch nun könnte sich eine Wende abzeichnen. Das Fazit von Claudia Schmidt zumindest fällt positiv aus: „2015 war für den Kuckuck ein gutes Jahr“, sagt die Koordinatorin für soziale Projekte im Hamelner Osten. Auch in einen potenziellen Investor setzt die Stadt Hoffnung. Einen konkreten Interessenten gibt es.

veröffentlicht am 14.02.2016 um 20:55 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

Neuer Treff für den Kuckuck beschlossen. f: dana

Autor:

Andreas Timphaus
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Schmidt zählt mehrere Belege für ihre Einschätzung auf: Der Einsatz von zwei Streetworkern, die täglich im Kuckuck unterwegs seien, das Nachbarschaftsfrühstück und der Bewohnertreff sowie das Begegnungshaus, welches von den Menschen gut angenommen werde, würden die Integration vorantreiben. „Es ist ruhiger geworden und es gibt weniger Müll auf den Straßen“, sagt Schmidt. Ganz verschwunden ist er nicht.

23 Menschen seien 2015 über die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur in Jobs vermittelt worden, sagt Schmidt. Ein weiterer Erfolg: „Wir haben es geschafft, dass es in dem Wohngebiet keine Auffälligkeiten bei der Schulverweigerung von Kindern und Jugendlichen mehr gibt“, erzählt die Projektmanagerin.

Auch was Zu- und Wegzüge betrifft, sieht Schmidt das Wohngebiet auf dem richtigen Weg. „Es gibt am Kuckuck weiterhin Fluktuationen, aber sie fallen deutlich geringer als früher aus“, sagt sie. In der Regel blieben die Menschen heute länger wohnhaft am Kuckuck. Zum 1. Januar 2016 waren in dem Wohngebiet 328 Personen bei der Stadt gemeldet, im Jahr zuvor waren es noch 423.

Viel „Handlungsbedarf“ sieht Schmidt aber noch im Bereich Städtebau und Wohnen. „Es gibt zwar Bemühungen, aber viele Wohnungen und Häuser sind in einem verwahrlosten Zustand“, berichtet sie. Die Hoffnungen ruhen auf einer Zusage für das Förderprogramm „Soziale Stadt“, die für Mai erwartet wird. Wenn Hameln den Zuschlag erhält, könnten Eigentümer der Häuser mit öffentlichen Geldern für die Sanierung der Gebäude rechnen. Ab September könnte dann auch vor Ort ein Quartiersmanagement eingerichtet werden, so der Plan.

Große Hoffnungen setzt Schmidt in einen potenziellen Investor, der sein Interesse bekundet hat, Geld in den Kuckuck zu stecken. „Der Kaufinteressent kennt die Situation vor Ort“, sagt Stadtbaurat Hermann Aden. Schmidt verweist darauf, dass der Investor womöglich Fördergelder aus dem „Soziale Stadt“-Programm nutzen könne. „Für Belebung könnte auch ein Neubau sorgen“, meint Aden.

Das „integrierte Handlungskonzept“ soll am Kuckuck laut Schmidt auch 2016 fortgesetzt werden. Auch das Landkreis-Projekt „Jugend stärken im Quartier“ läuft weiter, der Fokus wird anders als 2015 jedoch nicht mehr auf dem Kuckuck liegen. Am 19. August findet wieder ein Straßenfest statt.

Demnächst erfolgt eine Bewohnerbefragung, die auch dazu beitragen soll, dass sich die Menschen Gedanken über die Zukunft des Wohngebiets machen. Schmidt setzt auf eine durchgängige Bürgerbeteiligung. Überdies sind kleinere Aktionen in Planung, wie beispielsweise ein Bauwagen-Projekt im „Kuckucksnest“.

Elke Meyer (SPD) freuen die Entwicklungen. „Claudia Schmidt und ihr Team leisten großartige Arbeit. Es ist eine Trendwende erkennbar. Der Kuckuck könnte zu einem Vorzeigeprojekt werden“, sagte die Sozialdemokratin kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung. Schmidt schließt sich dem Urteil an. „Wir sind optimistisch, dass gute Weichen gestellt worden sind. Eigentlich könnte der Kuckuck ein schönes Wohngebiet sein“, sagt sie.



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