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Das Hamelner Unternehmen betreibt neun Franchiseläden – auch in Berlin, Leipzig und Celle

Wellner im Auswärtsspiel

HAMELN. Die Schönhauser Allee in Berlin, die Piltzergasse in Celle, die Höfe am Brühl in Leipzig und die Ritterstraße in Hameln haben eine Gemeinsamkeit: Hinter Geschäften an diesen Straßen steht ein bekannter Hamelner Geschäftsmann. Holger Wellner ist mit seinem Unternehmen „Wellner GmbH & CoKG“ längst nicht mehr nur in der Rattenfängerstadt vertreten, sondern auch in den genannten Städten.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 14:20 Uhr

W wie Wilmersdorfer Arcaden – und wie Wellner: In diesem Einkaufszentrum in Berlin betreibt das Unternehmen Wellner GmbH & CoKG als Franchisenehmer einen Marc-O’Polo-Laden. Foto: Wilmersdorfer Arcaden
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Insgesamt neun Franchise-Läden für die Marken Marc O’Polo, Tommy Hilfiger und Oui sowie einen Pop-Up-Store mit Falke-Strümpfen betreibt Wellner mittlerweile – was nicht immer Vergnügen bereitet.

309 Kilometer Straße liegen zwischen dem Heimatstandort und dem Laden in Leipzig, bis zum Berliner sind es 366, beides also nicht gerade um die Ecke. Die Distanz macht die ohnehin schwierige Suche nach Personal noch schwieriger, wie Holger Wellner erzählt. Berlin als Stadt mit fast vier Millionen Einwohnern verfügt rein nominell über ein riesiges Potenzial an Menschen, die im Marc-O‘Polo-Laden verkaufen könnten. Dem gegenüber hat Berlin aber auch ein ebenso riesiges Angebot an Arbeitgebern, schildert Wellner. „Komm’ ich heut’ nicht, komm’ ich morgen“ ist offenbar die Devise einiger oft Branchenfremder, auch, wenn sie einen Vertrag unterschrieben haben. Da passiert es dann schon mal, dass ein Laden tatsächlich erst später öffnet als vorgesehen, weil jemand einspringen muss für jemanden, der keine Lust hatte. „Berlin ist echt ein anderes Pflaster und brutal schwierig“, stellt Wellner fest. Und das in einem Maße, das ihn doch überrascht habe. Als weitere Bereiche, in denen die Hauptstadt anders tickt als das beschauliche Hameln, nennt er Diebstahl allgemein und durch Mitarbeiter.

Zurück nach Hameln. Dort hatte Wellner schon 1998 seinen ersten Franchise-Laden geöffnet: Esprit, Ecke Bäckerstraße/Münsterkirchhof, dort, wo heute das Restaurant Cazador ist. Dieser „erste Testballon“ habe gut funktioniert. Als der Mietvertrag dort auslief, ECE die Stadtgalerie baute, entschloss sich die Familie dazu, „mit zwei Konzepten“ (Marc O’Polo und Tommy Hilfiger) in die benachbarte Galerie zu gehen. 2011 kamen zwei in Berlin dazu, 2013 der erste in Leipzig, eineinhalb Jahre später der zweite. Es folgte Celle, nochmals Berlin und ein dritter in der Stadtgalerie (Street One). „In Hameln haben wir ein Heimspiel“, sagt Wellner – hier kennt er den Markt, den Standort, die Wettbewerber, vor Ort lassen sich Mitarbeiter leichter motivieren und gezielter qualifizieren. „Per Fernsteuerung ist das schwieriger.“ Um trotzdem zu wissen, was los ist, versucht der Hamelner, jeden der Franchise-Läden einmal pro Monat zu besuchen, ansonsten spricht man regelmäßig in Telefonkonferenzen miteinander.

„Berlin ist echt ein anderes Pflaster und brutal schwierig.“ Holger Wellner, Geschäftsführer und Franchise-Nehmer

Das Familienunternehmen zukunftsorientiert auszurichten, war das Ziel der Überlegungen, die er zusammen mit seinen Eltern vor etlichen Jahren anstellte. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerung im Landkreis Hameln-Pyrmont zahlenmäßig schrumpft – „das sind unsere Kunden“ – und dem Wissen, dass sich der Wettbewerb durch die Stadtgalerie deutlich verschärfen würde, bildete sich „Franchise“ als drittes Standbein heraus. Die anderen beiden sind das Wellner-Stammhaus und der Online-Handel.

Wellner hat zwei von den neun Läden selbst aufgebaut, die anderen hat er von Vorgängern übernommen. Franchise-Läden, die nicht gut liefen, hat er auch wieder geschlossen. „Cecil“ in Lemgo sei ein „Griff ins Klo“ gewesen, zum Beispiel. Ziel sei immer, dass jedes Geschäft für sich wirtschaftlich läuft und nicht quersubventioniert werden müsse. Auch wenn nicht alle Läden „gleich performen“, wie Wellner sagt, hat sich der Schritt für das Unternehmen grundsätzlich bewährt. Als Franchisenehmer habe einfach den Vorteil, dass man sich um vieles nicht kümmern muss: Laden-Design und -Standort, Kuratieren der Kollektion, Schaufenstergestaltung, Werbung, um nur einiges zu nennen. All das übernimmt der Franchisegeber, mit dem der Franchisenehmer einen Vertrag schließt. Ums Personal allerdings muss sich der Franchise-Nehmer, der weiterhin als selbstständiger Unternehmer agiert, selbst bemühen. Diese Aufgabe macht am Heimatstandort offenbar mehr Freude als in Berlin.



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