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Einzelhandelssprecher zu Wünschen der Hamelner Kaufmannschaft / Bösche soll Kräfte bündeln und Termine koordinieren

Wellner fordert: Stadtmanager muss Anreize für Besucher schaffen

Hameln (kar). Auf den Rattenfänger allein will sich Holger Wellner nicht verlassen. Der hat zwar der „sagenhaften Einkaufsstadt“ Hameln zu ihrem werbewirksamen Slogan verholfen – bei der künftigen Vermarktung der Weserstadt aber baut der Sprecher des heimischen Einzelhandels auf die Fantasie und Durchsetzungskraft des neuen Stadtmanagers. An Oliver Bösche, bei dem seit dem 1. Juli die Fäden für das Stadtmarketing zusammenlaufen, hat Hamelns Kaufmannschaft konkrete Erwartungen. Er soll nach der langen Vakanz des Stadtmanagerpostens als „Vermittler zwischen Kultur, Gastronomie, Wirtschaft, Einzelhandel und Tourismus“ für neue Impulse sorgen und Besucheranreize schaffen: „Eine langfristige strategische Aufgabe“, sagt Wellner. Dabei sei klar, dass Bösche natürlich nicht selbst in allen Bereichen aktiv werden könne, aber: „Er muss der Knotenpunkt für das Bündeln der Kräfte sein.“ Dabei gelte es, die Wünsche der unterschiedlichen Interessengruppen auszuloten und unter einen Hut zu bringen oder nach Kompromissen zu suchen.

veröffentlicht am 17.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 05:21 Uhr

Holger Wellner, Sprecher des Hamelner Einzelhandelsverbandes: „Terminabstimmungen sind ex trem wichtig.“
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„Extrem wichtig“, so Wellner, sei die Abstimmung der Termine für verkaufsoffene Sonntage und Late-Night-Shopping, da die unterschiedlichen Interessengruppen auch unterschiedliche Wünsche im Hinblick auf die saisonale Terminierung von Sonderöffnungstagen und -zeiten hätten. Würden sich kalte Wintermonate und kühle Regentage positiv auf die Besucherfrequenz in der Stadt-Galerie auswirken, so profitierten andere Geschäfte in der Innenstadt eher von der warmen Jahreszeit. „Mit einem verkaufsoffenen Sonntag im Februar ist diesen Läden nicht gedient“, macht Wellner unmissverständlich klar. Auch ein Late-Night-Shopping in der dunklen Jahreszeit sei für Innenstadt-Einzelhändler und -Gastronomen längst nicht so attraktiv wie an lauen Sommernächten. Ein Monatsanfang sei in jedem Fall besser als das Monatsende. Und Kombinationen wie beispielsweise mit dem Großraum-Entdeckertag oder einer Gastro-Meile würden zusätzliche Anreize für einen Hameln-Besuch schaffen.

Denn: Längst ist sich Hamelns Kaufmannschaft darüber klar, dass Sonderöffnungstermine ohne begleitende Veranstaltungen nicht mehr funktionieren: „Verkaufsoffene Sonntage und lange Einkaufsnächte finden überall statt“, sagt Wellner: „Eine Stadt-Galerie ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr und der Druck der Verkaufsfläche inzwischen so groß, dass wir zwingend mehr Kunden aus dem Umland brauchen.“ Hameln müsse zusätzlich etwas bieten, das Besucher locke: „Events, Aktionen, Highlights.“ Sie müssten den Kunden emotional erreichen und mitnehmen. Dabei biete Hameln als Stadt am Fluss mit Rattenfänger und historischer Altstadt „Super-Voraussetzungen“, meint Wellner, wünscht sich aber dennoch neue Impulse: „Gut sind Sachen, die nicht alle machen.“ Aber auch Veranstaltungen, die über Jahre aufgebaut wurden – wie „Fürstentreff, Landpartie und Goldener Sonntag in Bad Pyrmont und das Lichterfest in Bodenwerder“, nennt Wellner als Beispiele und ist sich sicher: „Ein Altstadtfest hätte in Hameln auch heute noch seine Berechtigung, wenn es einen qualitativen Anspruch hat.“

Die Highlights fehlten in diesem Jahr. Verwöhnt durch den „Tag der Niedersachsen“ mit seinen bunten Veranstaltungen und ein ereignisreiches Rattenfängerjubiläumsjahr, fällt vielen Hamelnern die derzeitige Veranstaltungsflaute negativ auf. Dass dem Stadtmarketingverein fast ein Jahr lang der Geschäftsführer fehlte, wirkte sich dabei nachteilig aus.

Anreize schaffen – das erwarten die Einzelhändler von ihrem Stadtmanager: „Man kann aber von Oliver Bösche nicht verlangen, dass er die Kunden auch noch zur Kasse trägt“, sagt Wellner. Schließlich sei auch die Eigeninitiative und Kreativität der Kaufleute gefordert. Im Hinblick auf den Ladenleerstand in Hameln wünscht sich der Einzelhandel eine kaschierende Optik durch Ausstellungen in Schaufenstern. Und wenn es um den Weihnachtsmarkt geht, „dann hoffen wir, dass mithilfe des Stadtmanagers endlich Schluss ist mit dem schlechten Informationsfluss seitens der Stadt, damit langfristige Planungen möglich sind“, sagt Holger Wellner.



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