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Ausstellung zu Ehren der „Prinzessin der Herzen“ / Café für Tea-Time

Welcome, Lady-Di-Fans! Alles nur ein Scherz

HAMELN. Gerade einmal vier Wochen ist es her, dass die Dewezet über den vier Jahre währenden Leerstand auf dem Klüt berichtet hat, jetzt gibt es – endlich – Neuigkeiten beim Klüthotel. Wird umgesetzt, was geplant ist, könnte Hameln zur Pilgerstätte in großem Stil für Lady-Di-Fans werden. Seit Monaten hat die Hamelnerin Evelyn Marie Seidel – aus Funk und Fernsehen bekannt durch ihren Lady-Di-Club – an ihrem Vorhaben gearbeitet, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gehen wollte: Das ehemalige Klüthotel soll Heimat eines Lady-Di-Museums werden – mit vielem, was das Herz ihrer Anhänger und der Royals-Freunde begehrt.

veröffentlicht am 01.04.2019 um 00:30 Uhr
aktualisiert am 02.04.2019 um 10:53 Uhr

Birte Hansen

Autor

Reporterin zur Autorenseite

Bereits jetzt platzt Evelyn Marie Seidels Wohnung fast aus allen Nähten, viele der Devotionalien, die sie im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte rund um die verstorbene „Prinzessin der Herzen“ gesammelt hat, passt nicht mehr in Regale oder an Wände. „Ich habe den ganzen Keller voll“, sagt Seidel. „Und vieles habe ich bei meinem Umzug schon weggegeben.“ Etwa 200 Exponate – Bücher, Bilder, Videos, Zeitungsartikel, Tassen, Teller, Union Jack, andere Andenken – zählt die 69-Jährige zu ihrer Sammlung. Dass es mehr werden, dagegen hätte sie nichts einzuwenden, allein der Platz fehlt. „Ich suche schon lange nach einem neuen Club-Raum“, erzählt Seidel, die zweimal im Jahr zu Treffen nach Hameln einlädt. „Der neue Flyer ist gerade fertig.“ Bei ihrem jüngsten London-Besuch im Sommer 2018 hätten sich Gespräche ergeben, aus denen sich immer konkreter werdende Pläne entwickelt hätten, berichtet sie. So lange dichtzuhalten und nicht vor lauter Aufregung schon vorher an die Öffentlichkeit zu gehen, sei ihr schwergefallen.

Zwei Räume im ehemaligen Klüthotel sollen zu Ausstellungsräumen umfunktioniert werden. Ihr Vorbild habe sie im Museum von Margaret Tyler in London gefunden. Tyler gilt als „loyalster Royalist-Fan“ des Vereinigten Königreichs – mit einem Museum, das über und über gefüllt ist mit Devotionalien rund um die königliche Familie. Doch Evelyn Marie Seidel möchte mit dem Hamelner Museum nicht nur die eingefleischten Lady-Di- und Royal-Fans ansprechen, sondern auch den Briten der Stadt und den Liebhabern der englischen Kultur eine Anlaufstelle bieten: ein feines Café, natürlich mit Tea-Time, Scones und kleinen Sandwiches, genossen beim Blick über die ganze Stadt, die eine lange, freundschaftliche Verbindung mit Großbritannien pflegt. Erwünscht in dem Café, aber nicht verpflichtend: elegante Kleidung, für die Damen gerne mit Hut. Ohne den Evelyn Marie Seidel im Übrigen selten aus dem Haus geht.

Vorstellen könnte sich Seidel auch die Öffnung für andere Institutionen und Clubs – eine Idee, die Thomas Haeckel vom British-German-Club Hameln (BGCH) charmant findet. „Das könnte durchaus was werden“, sagt er auf Anfrage der Dewezet. Er erinnert außerdem an die lange Geschichte der britischen Armee in Hameln, an den Besuch der Queen, an die Linsingen-Kaserne – alles ließe sich hervorragend an solch einer besonderen Lage aufarbeiten und zeigen. Der BGCH hat bereits einen Bezug zu dem Klüthotel und seiner Umgebung: „Dort oben steht eine Ruhebank, die wir einem unserer Mitglieder gewidmet haben.“

Evelyn Marie Seidel im Lady-Di-Museum in London, das Margaret Tyler führt. Dort findet die Hamelnerin Inspiration für die Gestaltung des ehemaligen Klüthotels. Foto: ems

Im nächsten Schritt steht die Unterzeichnung des Kaufvertrages an; eröffnen würde Seidel dann gerne Ende 2020 – „mit hohem Besuch aus London“, wie sie schon jetzt ankündigt. Und woher soll das Geld kommen, zum einen für den Kauf der Immobilie (1,95 Millionen Euro sind nötig) als auch für die Unterhaltung? Evelyn Marie Seidel strahlt. Über das Finanzielle müsse sich der Kaufinteressent wahrlich keine Sorgen machen, verrät sie. In den Vordergrund treten wolle derjenige mit seinem Engagement jedoch in keinem Fall. Nur so viel: Diana-Fans wissen, welche (sehr) berühmten Freunde aus der internationalen Musikszene die Prinzessin, die 1996 bei einem Autounfall ums Leben kam, hatte und hat. Das Brexit-Chaos trage zudem gerade dazu bei, dass „sich viele Briten umgucken nach Investitionsmöglichkeiten“ auf dem europäischen Festland. Wir sagen nur: Welcome to Hamelin. Und: Die Queen war schon einmal hier!



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