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O Tannenbaum, o Tannenbaum...

Welcher Christbaum passt am besten zu mir?

Ein Christbaum gehört zu Weihnachten wie die Eiersuche zu Ostern. Jede Familie schmückt ihren Tannenbaum individuell – der Baum selbst aber ist in vielen Wohnungen von derselben Sorte: Die meisten Deutschen setzen auf Nordmanntannen.

veröffentlicht am 23.12.2020 um 16:01 Uhr

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Und das hat seinen Grund: „Eine Nordmanntanne bringt alles mit, was den Weihnachtsbaum ausmacht“, sagt Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Gartenbauverband Nordrhein-Westfalen. „Sie hat neben der schlanken, pyramidalen – also idealen – Wuchsform eine ausgeprägt grüne Farbe sowie eine gute Nadelhaltbarkeit.“ Auch bei der Haltbarkeit kann die Nordmanntanne punkten. „Sie übersteht ohne Probleme die Weihnachtszeit, auch wenn man sie schon zwei, drei Wochen vor Weihnachten aufstellt“, sagt Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland. „Die Nadeln piksen nicht, was natürlich das Schmücken angenehm macht, vor allem für Kinder.“

Auch bei den Erzeugern ist die Nordmanntanne beliebt: „Sie ist eine gut produzierbare Art“, sagt Hennecke, der einen Betrieb im Sauerland hat. Er benennt aber auch ihr einziges Manko: „Den Duft, den man sich vom Baum im Wohnzimmer wünscht, den gibt sie leider nicht her.“ Den typischen Tannenduft bietet dagegen die Blaufichte, auch Blautanne genannt, erklärt Blümel. Auch Nobilistanne und Rotfichte sind Alternativen, diese Nadeln piksen aber.

Die Blautanne ist noch recht gut zu bekommen, ihr Marktanteil liegt laut Blümel in Deutschland bei rund 15 Prozent. Preislich rangiert sie – wie die Rotfichte – etwas unterhalb der Nordmanntanne. Nach einer Nobilistanne, die auch als Edeltanne bekannt ist, muss der Verbraucher dagegen länger suchen. „Sie ist sehr schwer zu produzieren“, sagt Hennecke. „Aus ihr wird meist nur Tannengrün gemacht. Man kennt sie vor allem von Adventskränzen.“ Als ganzer Baum liegt die Nobilistanne geringfügig höher im Preis als die Nordmanntanne: „Bei einem Zwei-Meter-Baum sind das etwa drei, vier Euro“, sagt Hennecke. „Aber sie ist eben nicht überall zu bekommen.“ Genau das lässt viele dann doch beim Klassiker Nordmanntanne bleiben. Die gibt es in jedem Baumarkt. Wer etwas anderes möchte, sollte zu einem Stand gehen, an dem der Erzeuger direkt verkauft, rät Blümel. „Oder direkt auf dessen Hof.“ Auch Hennecke rät zu Gärtnereien oder zum qualifizierten Einzelhandel im Straßen- und Standverkauf: „Der bietet häufig auch alternative Sorten an.“

Eines ist trotz der verschiedenen Arten klar: Für die Deutschen gibt es kein Weihnachten ohne Weihnachtsbaum. Wie die Tankstellenkette HEM jetzt in einer repräsentativen Studie herausfand, stellen mehr als 84 Prozent der Bundesbürger einen Baum auf. Jeder Dritte empfindet erst bei frischem Tannenduft und leuchtenden Christbaumkugeln in den eigenen vier Wänden das Gefühl von Weihnachten. 47 Prozent der 2791 Teilnehmer gaben an, dass ein Weihnachtsbaum als langlebige Tradition essentiell für das Weihnachtsfest sei.

84 Prozent der Deutschen stellen einen Baum auf

Wer denkt, dass im heutigen Zeitalter die meisten Weihnachtsbäume online geshoppt werden, liegt falsch: Nur rund ein Prozent bestellen ihren Baum im Internet. Das mag daran liegen, dass für jeden Fünften vor allem das Aussehen der Tanne ausschlaggebend ist. Das lässt sich vor Ort natürlich am besten feststellen. Dabei zieht es 34 Prozent der Deutschen an den temporären Verkaufsstand und 24 Prozent in den stationären Handel – also ins Gartencenter oder in den Baumarkt. Zwölf Prozent schlagen ihren Baum im Wald selbst. Dabei muss es für jeden zweiten Baumkäufer eine schöne Nordmanntanne sein.

Der Transport der großen und kleinen Tannen stellt kein Problem für die Bundesbürger dar. Während jeder Zweite seinen Baum im Kofferraum transportiert, schnallen ihn sieben Prozent einfach aufs Dach. 13 Prozent der Befragten nutzen einen Transporter und weitere sieben Prozent klemmen ihn sich einfach unter den Arm. Deutlich ist: Die Deutschen bringen ihren geliebten Weihnachtsbaum sicher und heil nach Hause.

Während 14 Prozent der Deutschen es kaum erwarten können, ihren Christbaum direkt Anfang Dezember aufzustellen, folgen 44 Prozent erst Mitte des Monats der Weihnachtstradition. Weitere 29 Prozent bringen ihre Tanne sogar erst am Morgen des 24. Dezembers ins kuschelige Warm. Geschmückt wird der Baum von 61 Prozent der Deutschen direkt nach dem Aufstellen. Weitere 18 Prozent dekorieren ihn erst am Morgen des 24. Dezembers, um für die morgendliche Weihnachtsstimmung zu sorgen.

Der Abschied vom Weihnachtsbaum nach dem Fest kann schwerfallen. 62 Prozent der Befragten entsorgen ihre Tanne in der ersten Januarwoche, während einige ihn sogar bis Februar stehen lassen. Spätestens dann heißt es für zwölf Prozent: Raus mit dem Baum. Nur vier Prozent nehmen direkt nach den Weihnachtsfeiertagen Abschied vom Baum.



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