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Verwaltung und Beschicker haben sich auf eine Linie geeinigt / Verhandlungen „auf Augenhöhe“

Weihnachtsmarkt: Wieder Friede auf Erden

Hameln (CK). Sie haben es gemacht wie Horst Seehofer und Guido Westerwelle: Seit Donnerstag 17 Uhr sagen sie „Peter“ und „Thomas“ zueinander. Gemeint sind Peter Ehlerding und Thomas Wahmes – Vorsitzender der IG Weihnachtsmarkt der eine, Pressesprecher der Stadt Hameln der andere. Und mit dem vertrauten „Du“ möchten sie bekräftigen, was in zwei gemeinsamen Gesprächen zwischen Ehlerding und Dieter Schur, dem Leiter des Fachbereichs Recht und Sicherheit, unter Mediation des Pressesprechers erreicht worden ist: Der mittlerweile eskalierte Streit zwischen der Verwaltung und der IG ist überraschend beigelegt.

veröffentlicht am 12.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 16:21 Uhr

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„Zufrieden“ ist Ehlerding im Namen seiner Mitglieder mit dem erzielten Gesprächsergebnis, „froh über die gute Atmosphäre“ gibt sich Wahmes. Der sagt: „Natürlich wird es auch in Zukunft unterschiedliche Standpunkte beim Thema Weihnachtsmarkt geben, aber wir haben die Basis geschaffen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir sehen die IG als Partner und sind dankbar, dass sie zugesagt hat, sich beim Weihnachtsmarkt 2011 wieder verstärkt einzubringen.“ Ehlerding seinerseits ist der Verwaltung dankbar für die „vertrauensbildenden Maßnahmen, die jetzt Grundlage für ein Miteinander auf Augenhöhe“ sein sollen.

In den von beiden Seiten als konstruktiv empfundenen Gesprächen schlägt die Stadt Hameln folgende Punkte vor, um in der Zusammenarbeit mit der IG Vertrauen aufzubauen, das vor allem wegen der Querelen um die Standvergabe verlorengegangen war. So will sie gemeinsam mit Vertretern der IG (und anderen Interessierten) eine Begehung des diesjährigen Weihnachtsmarktes durchführen mit dem Ziel, zu einem Abgleich der Bewerbungen der Beschicker mit dem Ist-Zustand zu kommen. Im vergangenen Jahr nämlich hatte die IG unter anderen moniert, dass manche Hütten im Nachhinein anders ausgefallen waren, als es die Bewerbungsbilder gezeigt hatten.

Kurzfristig wollen sich beide Seiten auch treffen, um gemeinsam über künftige Kriterien für die Standvergabe zu beraten. Wahmes: „Dieser Kriterienkatalog wird laufend angepasst. Er ist nichts Statisches.“ Und die Stadt erhofft sich dadurch auch Hinweise für die Praxis seitens der IG. Für das kommende Jahr jedenfalls bietet die Stadt den IG-Vertretern an, die Bewerbungsunterlagen durchzusehen und über eventuelle Unstimmigkeiten bereits im Vorfeld zu sprechen.

Darüber hinaus hat Fachbereichsleiter Schur auch die Prüfung mehrere Fragen zugesichert. So soll geklärt werden, inwieweit eine Ausfallbürgschaft beim (freiwilligen) Werbegroschen seitens der Stadt möglich ist und ob der durch die Stadt vereinnahmt werden kann. Bisher nämlich zieht die IG den Werbegroschen von ihren Mitgliedern ein und finanziert damit diverse Aktionen. Allein für den diesjährigen Weihnachtsmarkt waren rund 115 000 Euro eingeplant. Vor dem Hintergrund des (jetzt beigelegten) Zerwürfnisses mit der Stadt wird er in 2010 allerdings nicht erhoben.

Was Ehlerding in diesem Zusammenhang die Sorgenfalten auf die Stirn treibt: Ein Drittel der Gelder aus dem Werbegroschen ist nicht abgesichert. Denn die neuen Standbetreiber sind zumeist keine Mitglieder der IG und deshalb manchmal auch nicht gewillt, die Abgabe zu zahlen. Für einen Getränkestand von 50 Quadratmetern Größe betrüge der Obolus beispielsweise rund 5000 Euro, gerechnet bei 30 Tagen Dauer des Marktes. Immerhin erhebt die IG von ihren Mitgliedern aber auch in diesem Jahr eine Kostenpauschale, mit der sie Verpflichtungen wie etwa Versicherungsbeiträge abdecken will.

Was ebenfalls geprüft werden soll, ist die Frage, ob es für Bewerber, die den Werbegroschen zahlen, im kommenden Jahr einen Punktebonus geben kann. Und ob Konsequenzen denkbar sind für Beschicker, die nicht das umsetzen, was sie in ihrer Bewerbung zugesagt haben. Ohne diesen Beratungen vorzugreifen, hält Wahmes aber schon jetzt ein Zwangsgeld oder andere Sanktionen wie etwa Nachbesserung mit Fristsetzung für denkbar. „Wir sind jedenfalls bei diesem Thema sensibilisiert“, verspricht er.

Wieder Frieden beim Thema Weihnachtsmarkt: Dieter Schur, Fachbereichsleiter Recht und Sicherheit (re.), und Peter Ehlerding, Vorsitzender der IG Weihnachtsmarkt, haben sich auf Kompromisse verständigt.

Montage: Wal

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