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Budenzauber könnte in diesem Jahr erstmals bis zum 30. Dezember öffnen

Weihnachtsmarkt bis kurz vor Silvester?

HAMELN. Im August gibt’s die ersten Lebkuchen, höchste Zeit für die neuesten Nachrichten zum Weihnachtsmarkt: Was schon häufig diskutiert wurde, könnte für dieses Jahr erstmals gelten – dass der Weihnachtsmarkt nicht nur bis zum 23., sondern bis einschließlich 30. Dezember geöffnet ist. Die Politik berät in der kommenden Woche über eine entsprechende Änderung der Weihnachtsmarktsatzung.

veröffentlicht am 10.06.2019 um 16:53 Uhr
aktualisiert am 11.06.2019 um 10:50 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Dass nicht alle applaudieren, geht aus den Stellungnahmen hervor, die bei der Stadt Hameln eingegangen sind – wenngleich die Bedenken tragenden Gruppierungen in der Minderheit zu sein scheinen.

Die geplante Satzungsänderung geht zurück auf einen Antrag der Interessengemeinschaft (IG) Weihnachtsmarkt. Die Standbetreiber sähen es gern, wenn die Buden, außer an Heiligabend und am 1. Weihnachtsfeiertag, bis zum 30. Dezember geöffnet blieben. Immer mal wieder hatte auch das Stadtmarketing mit Dennis Andres an der Spitze hervorgehoben, dass es Hameln gut zu Gesicht stünde, den Weihnachtsmarkt auch nach den Feiertagen noch geöffnet zu lassen, so, wie es in vielen anderen Städten üblich ist. Hauptargument: Dann haben die Menschen Zeit und Ruhe zu bummeln, sich an den Ständen zu treffen – und Geld auszugeben. Wenn Hameln nicht mitmacht, bedeute das „Kaufkraftabfluss […]. Geldgeschenke können nur einmal ausgegeben werden – dann doch lieber in Hameln…“ Noch etwas führt das Stadtmarketing ins Feld: die Optik, mit der Hameln sich bisher an den Feiertagen und danach (auch den hoch willkommenen Musical-Besuchern) präsentiert. „Überall stehen abgebaute Hütten, die Besucher laufen Slalom zwischen Lkw und Abbautrupps. Dekoinseln und Tannen liegen verstreut und oft demoliert in der Stadt herum. Direkt unter dem Glockenspiel thront das riesige mit Bauzäunen gesicherte Eisbahn-Kühlaggregat…“ – eine Verlängerung des Weihnachtsmarktes würde dafür sorgen, dass der unansehnliche Abbau in der ohnehin „frequenzschwachen Zeit Anfang Januar“ stattfände.

Zu den Befürwortern zählt auch die Industrie- und Handelskammer Hannover, die es allerdings gerne sähe, wenn die Weihnachtsmarktbuden an einem 27. Dezember, so der auf einen Sonntag fällt, geschlossen blieben – damit gölte gleiches Recht für alle, für den stationären Handel als auch für die mobilen Standbetreiber.

Eine Gruppe stimmt nicht in den Jubel für den verlängerten Weihnachtsmarkttrubel ein. Drei Anwohner der Osterstraße haben sich zu Wort gemeldet und wünschen sich „weihnachtliche Ruhe“, nachdem sie den Lärm „vier Wochen täglich von 11 bis 20 Uhr, teils sogar länger ertragen“ haben. Der Lärm aller Veranstaltungen dringe auch durch dreifachverglaste Fenster. „Die Stadt sollte Interesse haben, die wenigen Anwohner in der Innenstadt zu halten, da sie, wenn etwas nachts passiert, die Polizei rufen.“ Auch möge man an die Geschäfte denken, die Kirchen und die Schausteller.

Der Vertreter der „Geschäfte“ – der Handelsverband – spricht sich allerdings für eine Verlängerung aus und hofft auf zusätzliche Umsatzchancen. Und auch die „Kirche“ in Form der Markt- und Münsterkirchengemeinde hat nichts Grundsätzliches gegen die Verlängerung einzuwenden, jedoch etwas sehr Konkretes zur Einschränkung. Zusammengefasst: Vier Ein- und Ausgänge der Marktkirche müssen an den Feiertagen von Buden frei sein. Außerdem findet am 2. Weihnachtsfeiertag der Kantatengottesdienst statt – die Geräuschkulisse des Weihnachtsmarktes würde sich „sehr nachteilig auf die Qualität des kulturellen Ereignisses auswirken“. Der Kirchenkreisvorstand allerdings sähe es lieber, wenn die ruhige Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, die den Menschen gut tue, erhalten bliebe „und nicht zugunsten kommerzieller Erwägungen geopfert“ würde.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung für die neue Satzung sieht jetzt so aus: „Der Weihnachtsmarkt beginnt am Mittwoch vor dem 1. Advent und endet am 30. Dezember. […] Der Weihnachtsmarkt bleibt am 24., 25. und 26. Dezember geschlossen.“ Dass der 27. Dezember noch nicht gesondert berücksichtigt ist, liegt laut Verwaltung daran, dass erst vor wenigen Tagen beschlossen worden sei, dass Geschäfte am 27., so er auf einen Sonntag fällt, nicht öffnen dürfen und die neue Regelung erst ab 2022 greife. Die Anmerkungen der Markt- und Münsterkirchengemeinde bezüglich der Ausgänge sind insofern berücksichtigt, als „bei der Aufstellung der Buden genügend Freiraum gelassen wird, um dem Fluchtwegkonzept gerecht werden zu können“.

Folgt der Rat am 3. Juli dem Vorschlag, kann auch die Internetseite der HMT angepasst werden. Dort findet der Weihnachtsmarkt derzeit noch vom 27. November bis zum 23. Dezember statt.

Termin: Der Ausschuss für Recht und Sicherheit befasst sich am Donnerstag, 13. Juni, mit dem Thema. Start der öffentlichen Sitzung ist um 16 Uhr im Museum.



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