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Taifun „Tembin“ – mittendrin im Chaos: ein Hamelner

„Weihnachten ist ausgefallen“

HAMELN/DAVAO. Vier Jahre nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“, bei dem im November 2013 auf den Philippinen weit mehr als 6000 Menschen starben, ist über Weihnachten erneut ein heftiger Tropensturm über Teile der Inselgruppe hinweggefegt – auch „Tembin“ hat Tod und Verderben gebracht.

veröffentlicht am 26.12.2017 um 13:16 Uhr
aktualisiert am 26.12.2017 um 17:10 Uhr

Der Hamelner Andreas Engelhardt verteilt Lebensmittel. Foto: PR

Autor:

CLAUS MEYER-HOFER
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Ganze Orte sind ausgelöscht - durch Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehr als 240 Leichen wurden bereits geborgen, es gibt zahlreiche Vermisste und unzählige Verletzte. Mittendrin im Chaos: der Hamelner Andreas Engelhardt.

Für die heimische Hilfsorganisation Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe leistet der 58-Jährige bereits seit Heiligabend Nothilfe im Katastrophengebiet – gemeinsam mit seinen Freunden von den Guardians. „Weihnachten mit der Familie ist ausgefallen“, meldete das Interhelp-Mitglied nach Hameln und bat bei Ulrich Behmann, dem Vorsitzenden der international aktiven Nichtregierungsorganisation, um Unterstützung. Interhelp habe umgehend finanzielle Soforthilfe zugesagt, sagte Behmann am zweiten Weihnachtstag.

Mit den Spenden konnte Engelhardt bereits große Mengen Reis, Sardinen in Dosen, Nudelsuppe und Trinkwasser verteilen. „Viele Menschen haben alles verloren, was sie besaßen“, sagt der Interhelper. „Einige auch ihre Verwandten.“ Mit einem im Herbst von Engelhardt initiierten und von Interhelp finanzierten Hilfsgütertransport waren auch jede Menge Spielsachen und gebrauchte Kleidung auf die Philippinen gebracht worden.

Ein Blick ins Katastrophengebiet, nachdem der Tropensturm gewütet hat. Foto: PR
  • Ein Blick ins Katastrophengebiet, nachdem der Tropensturm gewütet hat. Foto: PR

„Ein Glücksfall“, sagt der Hamelner Engelhardt. „So konnten wir den Kindern von Tigatto wenigstens etwas Trost spenden. Morgen fahren wir weiter nach Jade Valley.“ Engelhardt und seine ehrenamtlichen Mitstreiter arbeiten eng mit der nationalen philippinischen Katastrophenschutz-Organisation Rescue Recon zusammen. Deren Chef, Commander Peter Negrido, hatte im September Hameln besucht und sich bei Interhelp persönlich für die nach dem Taifun „Haiyan“ geleistete medizinische Hilfe bedankt und der heimischen Hilfsorganisation eine ständige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Katastrophenhilfe angeboten. Wenige Tage nachdem der stärkste jemals an Land gemessene Taifun den Inselstaat verwüstet hatte, war ein fünfköpfiges Interhelp-Rettungsteam unter der Leitung des Lehrrettungsassistenten Reinhold Klostermann aufgebrochen, um den Überlebenden zu helfen. Gemeinsam mit acht Berufsfeuerwehrleuten aus Manila, behandelten die Ehrenamtlichen aus dem Weserbergland damals mehr als 2500 Menschen.

Interhelper Andreas Engelhardt ist mit Rescue-Recon-Einheiten unterwegs. „Die Taifun-Opfer auf den Philippinen sind für unsere Hilfe sehr dankbar“, sagt der Hamelner Helfer. „Wir wollen uns nach Biliran durchschlagen, nach Überlebenden suchen und Tote aus den Schlammmassen bergen“, sagt der 58-Jährige. „Die Überlebenden werden von uns mit Wasser und Lebensmitteln versorgt.“ Seinen Geländewagen, an dem das Interhelp-Logo klebt, hat Engelhardt mit Lenzpumpen, Stromgeneratoren und Kettensägen beladen. „Wir tun, was wir tun müssen und hoffen, dass wir vielen Opfern helfen können“, sagt der Ehrenamtliche. Seine Schwester Annemarie Engelhardt-Gray, Inhaberin der Hamelner Traditionskneipe „Badewanne“, will helfen - sie hat entschieden: „Wir stellen die Flasche mit der Jahressammlung der Interhelp-Philippinen-Hilfe zur Verfügung.“
Spenden: Interhelp bittet um Geldspenden, um möglichst viele Taifun-Opfer mit dem Nötigsten versorgen zu können. Wer die Helfer finanziell unterstützen möchte, kann Geld auf folgende Konten überweisen:

IBAN: DE 60 2545 0110 0000 0203 13 - Sparkasse Hameln-Weserbergland

IBAN: DE 49 2546 2160 0700 7000 00 - Volksbank Hameln-Stadthagen
Info: www.interhelp.info

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