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„Circus Fliegenpilz“ muss wegen technischer Pannen auf spektakuläre Wassernummern verzichten

Wasserzirkus ins Wasser gefallen

Hameln. Schade. Wer sich auf das Zwergflusspferd Elsbeth, das landkreisweit an jeder Kreuzung auf zahllosen Plakaten zu sehen ist, gefreut hatte, der wurde enttäuscht. Statt „Menschen – Tiere – Aquationen“ konnte der Heimatzirkus aus Emmerthal bei seinen sechs Vorstellungen an drei Tagen auf dem Hamelner Tönebön-Platz leider nur herkömmliche Artistik aufbieten.

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Autor:

Ernst August Wolf
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Das deutsch-schweizerische Unternehmen, das vom mittlerweile 59-jährigen Bodo Hölscher 1981 gegründet wurde und seinen Wintersitz in Esperde hat, galt in den 80er und 90er Jahren als eines der artenreichsten Zirkusunternehmen Deutschlands. „Fliegenpilz gehörte zu den großen fünf der Branche“, so Pressesprecher Sandro Rivoli.

Der 42-jährige Wiener ist eine Art Mädchen für alles, kümmert sich um die Artisten, zaubert in der Manege und assistiert in einer spektakulären Pudeldressur seiner Partnerin Monica.

Wildtiere treten bei „Fliegenpilz“ derzeit nicht auf. „Alles von Veterinären kontrollierte Haustiere“, erklärt Rivoli. Löwen, Tiger, Kamele, Elefanten also Fehlanzeige. Das mögen Tierfreunde begrüßen. Aber auch Elsbeth kam nicht zu Einsatz. „Vermutlich Pumpenschaden. Wasser geht rein, aber nicht wieder raus“, so Rivoli. Ob’s am Frost der letzten Nächte lag? Niemand weiß es.

Was die Eltern und erwartungsvollen Kinder im gerade mal knapp halb gefüllten Manegenrund mit insgesamt 1200 Plätze bei ziemlich kühlen Temperaturen zu sehen bekamen, war technisch gute, wenngleich im internationalen Vergleich allenfalls durchschnittliche Zirkuskost.

Nett anzusehen die Hula- Hoop-Artistik von Katja Sazonova, die immer noch einen Reifen mehr als gedacht in Schwung brachte und um Hüften und Hals schwingen ließ. Erwartet verblüffend, aber auch eben schon tausendmal gesehen, die Zauber- und Illusionsnummer von Sandro und Monica Rivoli, deren Pudeldressur vor allem bei den kleinen Zuschauerinnen dann doch Entzücken verursachte.

Die größten Tiere an diesem Nachmittag waren keine Elefanten, sondern die Araberhengste von Summer Roberts mit ihrer „Pferdefreiheit“, die die Vierbeiner samt einem kleinen Pony zu allerlei untypischen Bewegungen motivieren konnte.

Ein Publikumserfolg dagegen ganz sicherlich Clown Pascal. Der schnappte sich mit Björn Kunkel und Kristine Burdinski gleich einmal zwei Zuschauer, die dann, von lautem Tröten begleitet, eine imaginäre Motorradfahrt quer durch die Manege machen mussten – und sich hervorragend anstellten. Ein echter Brüller, der vielleicht sogar die übrige Artistik in den Schatten stellte.

Ein abgespecktes Programm und ein unterm Strich vor allem für kinderreiche Familien ziemlich teurer Nachmittag. „Wir haben fast 100 Euro für vier Personen bezahlt“, stöhnte eine Mutter. Mehr als 25 Euro für einen Sperrsitz, MP3-Musik vom Laptop, keine verbindende Moderation geschweige denn eine fantasievolle Rahmenhandlung.

Im Vergleich zum Münderaner Kinder- und Jugendzirkus BIKonelli, der am vergangenen Wochenende in Bad Münder sein Publikum mit der 11. großen Gala verzauberte, eine eher unterdurchschnittliche Leistung. Zu teuer, zu kalt, vor allem aber nicht das drin, was das Plakat angekündigt hatte. Schade.

Demnächst finden Sie auch eine Bildergalerie unter dewezet.de.

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