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Wasser ruiniert Baudenkmal

veröffentlicht am 03.02.2011 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Decken

Hameln (ni). „Aus dem Haus läuft Wasser!“ Als diese alarmierende Nachricht bei der Stadt eintraf, „war es schon zu spät“, sagt Wolfgang Kaiser. Ein gutes Jahr Leerstand hatte das denkmalgeschützte Haus an der Alten Marktstraße unbeschadet überstanden. Jetzt taugt das städtische Gebäude nach Überzeugung des Fachbereichsleiters wegen eines „immensen Wasserschadens“ nur noch zum Abriss.
Das Haus Alte Marktstraße 7 gehört zum Komplex der alten Hamelner Feuerwache und wurde bis Anfang Dezember 2007 von der Feuerwehr genutzt. Als die an die Ruthenstraße umzog, verwaiste auch die „kleine Villa“. Einmal wöchentlich wurde sie kontrolliert, „so wie alle leer stehenden städtischen Gebäude“, versichert Kaiser.

lles ging gut – bis am 19. Januar 2009 ein aufmerksamer Bürger das Rinnsal unter der Haustür entdeckte und bei der Stadt Alarm schlug. Den Mitarbeitern bot sich ein Bild der Zerstörung. Von niemandem bemerkt, waren binnen weniger Tage Hunderte von Litern Wasser aus geplatzten Heizkörpern in die Räume geflossen, hatten die Lehmdecken durchtränkt und sich schließlich den Weg nach draußen gesucht.

Wie es dazu kommen konnte, lasse sich im Nachhinein nicht mehr genau nachvollziehen, sagt Kaiser. Die Antwort auf die Frage nach der Behebung des Schadens lag für die Baufachleute aus dem Rathaus dagegen auf der Hand. „Eine Sanierung des Hauses ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, fasst Kaiser das Ergebnis dieser ersten Begutachtung zusammen. Und erklärt damit auch, warum die Stadt in der Zeit danach nichts zur Rettung des Baudenkmals unternommen hat: „Es stand für uns außer Frage, Bauunterhaltungsmittel in ein Haus zu stecken, das eh nicht zu erhalten ist.“

Haus
  • Das Haus an der Alte Marktstraße 7 stammt aus dem 18. Jahrhundert. Jetzt muss es wahrscheinlich abgerissen werden. Foto: wal

Inzwischen ist das Areal der alten Feuerwache an die Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft (HWG) verkauft, die dort ein Projekt für alternative Wohnformen realisieren will. Einfach abreißen kann die HWG das Haus trotzdem nicht. Weil es sich um ein Baudenkmal handelt (Baujahr 1720), muss die Gesellschaft nicht nur einen Abbruchantrag stellen; sondern diesen auch mit einem Fachgutachten untermauern.



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