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Ruhig, aber noch lange nicht tot

Was wurde aus dem „Pokémon-Go“-Hype?

HAMELN. Es ist gerade mal ein Dreivierteljahr her, da löste eine Spiele-App, mit der man virtuelle Monster in realer Umgebung fangen kann, weltweite Begeisterung aus. Auch in Hameln grassierte zwischenzeitlich das Pokémon-Fieber. Inzwischen ist nur noch wenig vom Spiel zu hören. Ist der große Hype vorbei?

veröffentlicht am 27.04.2017 um 19:11 Uhr

Ein „Felino“ am Posthof. Foto: mz
Michael Zimmermann

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.Junge Leute, die in der Altstadt alle paar Meter unvermittelt anhielten und auf ihrem Smartphone herumwischten oder abendliche Menschentrauben im Bürgergarten waren im vergangenen Sommer kein seltener Anblick.

Höhepunkt war im Juli die „Pokémon-Go-Tour“, zu der sich mehr als 60 Spieler vor dem Hochzeitshaus trafen – darunter auch Vadim Kipke und Tabea Klostermann. „Es war etwas Neues“, erinnert sich Klostermann. „Man ist endlich mal wieder rausgegangen, hat unglaublich viele neue Menschen kennengelernt und alte Freunde wiedergefunden.“ An den Wochenenden zog die 23-Jährige mit Freunden durch die Stadt, vom Klüt bis zum Hafen. Irgendwann hörte sie aber auf zu spielen, die Ausbildung nahm zu viel Zeit in Anspruch. „Und vor allem, wenn es draußen so kalt ist, hat man auch nicht mehr die Motivation dazu“, sagt sie.

Dass sie sich bald wieder vom Fieber packen lässt, will sie nicht ausschließen: „Kann schon gut sein, dass ich wieder anfange“, sagt sie. Wie für viele andere ist der Hype auch für sie erst einmal vorbei, außerhalb von Computerspiel-Websiten ist es ruhig geworden um das Spiel.

Nach einer kurzen Pause im Winter ist Vadim Kipke inzwischen wieder regelmäßig auf Pokémon-Jagd. Foto: mz
  • Nach einer kurzen Pause im Winter ist Vadim Kipke inzwischen wieder regelmäßig auf Pokémon-Jagd. Foto: mz

„Viele wollten am Anfang einfach mal schauen, was dahinter steckt“, vermutet Vadim Kipke. Damals sei der 27-Jährige auch mal mitten in der Nacht mit Freunden zum Bürgergarten gelaufen, weil dort ungewöhnlich viele Pokémon darauf warteten gefangen zu werden, erzählt er. Auch seine Freundin sei oft mitgekommen. „Kurz vor November hat es leider komplett aufgehört.“ Andauernd seien die Arenen – virtuelle Orte, an denen Spieler gegeneinander antreten können, um diese für das eigene Team zu erobern und ihren Pokémon zu verteidigen – von Leuten eingenommen worden, die das Spiel gehackt hätten. „Da hat es keinen Spaß mehr gemacht.“ Mittlerweile habe sich die Situation aber verbessert. Der Hersteller des Spiels gehe nun regelmäßig gegen die Schummler vor und sperre viele von ihnen dauerhaft aus.

Seit einiger Zeit ist Kipke wieder auf Pokémon-Jagd. „Nicht mehr so intensiv wie am Anfang“, sagt er. „Aber ab und zu verschlägt es mich immer noch in die Welt der Pokémon.“ Für ihn ist es eine gute Möglichkeit, die Zeit totzuschlagen. „Wenn man schon mal unterwegs ist, kann man das Spiel auch einfach mal anmachen.“ Das Smartphone und die Powerbank habe er sowieso immer dabei. Außerdem lägen zwei Kampfarenen auf dem Weg zur Arbeit. Wenn es geht, schaue er dort einmal vorbei und hinterlasse eines seiner Monster. Zusätzlichen Reiz böten bestimmte Events zu Weihnachten und Ostern, an denen seltene Pokémon häufiger oder in besonderer Form auftauchen. Diese möchte er nicht verpassen. Schon als Kind habe er davon geträumt, einmal Pokémon-Trainer zu sein, sagt er. Knapp 200 verschiedene Taschenmonster hat er nun schon gesammelt, besonders viele spannende Pokémon gebe es übrigens an der Rattenfängerhalle. Schade finde er nur, dass es keine Möglichkeit gibt, die gefangenen Pokémon auch zu pflegen und wirklich zu trainieren. „Aber vielleicht kommt das ja noch in einem der nächsten Updates“, hofft er. Immerhin soll es ab Sommer möglich sein, die Monster mit Freunden zu tauschen.

Je wärmer die Tage werden, umso öfter halte er sich draußen auf, und umso mehr sehe er auch wieder andere Spieler. „Dann ist es fast das gleiche Gefühl wie am Anfang“, sagt er. Der wissende Blick der anderen Spieler verbinde immer noch ein wenig. „Vielleicht bekomme ich ja auch ich meine Freundin wieder dazu, mitzukommen“, hofft er.

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