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Traditionslokal von Elsa Buchwitz steht zum Verkauf

Was wird aus dem „Pfannekuchenhaus“?

Hameln. Die Betreiber des „Pfannekuchenhauses“ an der Hummenstraße haben sich entschlossen, das 350 Jahre alte Gebäude und das zugehörige Café zu verkaufen. Ein möglicher Käufer des Traditionslokals soll es mit „Herzblut“ weiterführen.

veröffentlicht am 10.12.2015 um 10:56 Uhr
aktualisiert am 30.11.2016 um 19:52 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller
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„Das Leben besteht aus mehreren Ebenen. Und manche Ebenen ändern sich nunmal“, sagt Marco Weber. Seit 2001 betreibt er das „Pfannekuchen“ an der Hummenstraße. Gemeinsam mit seiner Frau hat er sich nun entschlossen, das Haus und das zugehörige Café zu verkaufen. In der Lebensstil-Zeitschrift „Landlust“ findet sich bereits eine Annonce für das Fachwerkhaus. Als „historisches Café in der Hamelner Altstadt“ und „Traditionshaus“ wird es beschrieben. Zur Verfügung stehen laut Anzeige 80 Sitzplätze und ein Gartenhof. Auch eine Zimmervermietung wäre möglich. „Gebote ab 550 000 Euro“ werden entgegengenommen, heißt es in der Immobilienanzeige von „Landlust“. Verwaltet wird der Verkauf von einem professionellen Unternehmen in der Grafschaft Bentheim.

„Das ist keine leichte Entscheidung die wir einfach mal so letzte Woche entschlossen haben“, sagt Weber. Sein Herz hängt an dem über 350 Jahre alten Bürgerhaus und dem Café. Und vor allem an seiner Geschichte.

Denn errichtet wurde das „Pfannekuchen“ 1983 von Elsa Buchwitz. Ohne sie müsste Hameln nicht nur ohne Pfannkuchen auskommen, auch die Hamelner Altstadt würde vollkommen anders aussehen. Im Dezember 1967 hatte der Rat beschlossen, die Altstadt abzureißen und durch – damals topmoderne – Terrassen-Bauten zu ersetzen. Viele jahrhundertealte Bürgerhäuser sollten abgerissen werden. Zum Glück formierte sich in Hameln jedoch ein Widerstand gegen die Pläne. Ganz vorne dabei: Elsa Buchwitz. Die Hamelnerin, nach der heute auch eine Straße im Scharnhorstviertel benannt ist, stellte sich gegen die Abriss-Pläne und rettete – auch mit viel Eigenkapital – das kleine Fachwerkhaus an der Hummenstraße 12, in dem noch heute das „Pfannekuchenhaus“ untergebracht ist.

Und das soll auch ohne das Ehepaar Weber weiterhin bestehen. „Wir verkaufen nicht an den Erstbesten“, sagt Weber. Und: „Es geht nicht darum das Haus schnell zu verkaufen, sondern es in gute Hände abzugeben.“ Daher ist für den Verkauf auch kein Stichtag gesetzt. Es gibt kein Datum, zu dem ein Besitzerwechsel vollzogen sein muss. Der Verkauf sei „zeitlich vollkommen frei“. Wenn ein Bewerber gefunden sei, der das Café mit dem gleichen Herzblut betreibe wie Webers, die Geschichte von Elsa Buchwitz wahre und „verschiedene Faktoren“ stimmen, dann könne man über einen Verkauf an diese Person nachdenken. „Es ist ein Traditionshaus und wichtig für Hameln“, sagt Weber. Das müsse der neue Betreiber des „Pfannekuchen“ beachten und in Ehren halten. „Es ist ein besonderes Objekt für Hameln.“ Dass die Webers das Café und das Haus verkaufen, obwohl es ihnen so wichtig ist, habe private Gründe, sagt das Ehepaar.

Als Weber das Café vor 15 Jahren übernahm, kam er als Quereinsteiger in die Gastronomie. „Und so kann es wieder sein“, sagt Weber. Es müsse sich nicht unbedingt ein erfahrener Gastronom für das „Pfannekuchenhaus“ bewerben. Doch ganz egal ob erfahrener Wirt oder Neuling der Branche: Wer das Café übernimmt, erhält einen „begleiteten Wechsel“ durch die ehemaligen Besitzer. Weber: „Es wird nicht nur ein einfacher Verkauf.“ Das Betreiberpaar will dem neuen Besitzer eine Einarbeitung geben. Denn das „Pfannekuchen“ hat so seine kleinen Besonderheiten. „Zum Beispiel gibt es immer noch Tischdecken von Elsa. Die gehen natürlich regelmäßig durch die Reinigung aber es ist gute Qualität, die wir noch immer nutzen können“, sagt Weber. Auch ein paar Stühle stammen noch aus Elsa Buchwitz Besitz.

Wenn ein neuer Betreiber gefunden ist, wird das „Pfannekuchen“ in der kleinen Seitengasse der Altstadt nicht schließen. „Nein, es wird ein fließender Übergang und es wird keine Pause geben“, betont Weber. Das Café werde über das nächste Jahr weiterhin betrieben, bis ein neuer Besitzer gefunden ist. „Das ,Pfannekuchen‘ ist etwas Einzigartiges, das Hameln auch erhalten bleiben wird.“



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