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Zwangspause an der Pyrmonter Straße

Was soll das Stoppschild vor der Brücke?

Hameln. Die Autofahrer hatten sich das so schön vorgestellt: rechts blinken und schwungvoll auf die Rampe der Münsterbrücke einbiegen – ohne Ampelhalt und Kollisionsgefahr. Die Weserquere ist schließlich seit ihrer Erneuerung vierspurig. Ein Fahrstreifen im Bereich des Brückenkopfes dient seitdem allein den Autos, die von der Pyrmonter Straße einbiegen, der andere dem Verkehr aus Richtung Klütstraße. Doch mit der „freien Fahrt“, dem erhofften reibungslosen Verkehrsfluss, ist es an diesem Punkt nichts geworden: Denn selbst wenn kein Fußgänger oder Radfahrer an dieser Stelle die Fahrbahn überqueren möchte, muss jeder Pkw- oder Lkw-Fahrer doch auf die Bremse drücken: Ein Stoppschild vor dem Zebra- und Fahrradstreifen verlangt es.

veröffentlicht am 28.11.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:41 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Wir wollen damit die Unfallgefahr bannen“, heißt es im Rathaus. Und dieses Anliegen werde demnächst noch unterstrichen, indem am linken Fahrbahnrand ein zweites Stoppschild platziert wird. Im morgendlichen Berufsverkehr stauen sich die Autos zeitweise weit zurück. Ist das auf den Zwangshalt zurückzuführen? „Besonders gefährlich“ ist diese Stelle nach Einschätzung der Verkehrsplaner, weil Radler dort für die Autofahrer plötzlich und unerwartet auftauchen können – von rechts hinter einer Hauswand hervorkommend. Dadurch drohten Unfälle, die besonders für die Radfahrer böse ausgehen könnten, sagt Fachbereichsleiter Ralf Wilde. Aber warum ist das Radeln dort eigentlich entgegen der üblichen Richtung erlaubt worden? Wilde verweist auf das Ziel, an den großen Knotenpunkten den Fahrradfahrern schnelle, bequeme und sichere Verbindungen zu bieten – vor dem Hintergrund, dass Hameln eine fahrradfreundliche Stadt werden und damit die Verkehrs- und Umweltbelastung eindämmen möchte.

Wie Verkehrsplaner Erhard Linke erläutert, könnten Radfahrer, die aus Richtung Klein Berkel oder Wangelist an der Weserschleuse entlangrollen und ins Klütviertel möchten, zwar auch die Unterführung an der Brückenauffahrt benutzen, das sei jedoch deutlich umständlicher. Eigentlich müsste dort abgestiegen werden, denn der Tunnel sei vor allem für Fußgänger gedacht. Weil die Zufahrten im 90-Grad-Winkel angelegt sind, ergeben sich an den Ecken Gefahrenpunkte. Die Fachleute gehen davon aus, dass die meisten Radfahrer den kurzen oberirdischen Weg über die Kreuzung auch dann nutzen würden, wenn es nicht explizit erlaubt und der Weg ausgeschildert wäre. Die Gefahr ließe sich durch den Verzicht auf die Freigabe also nicht bannen. So erscheint den Planern die jetzige Lösung als akzeptabler Kompromiss, zumal die Autofahrer wegen des Fußgängerüberwegs und der Kurve ja ohnehin verlangsamen und in Bremsbereitschaft sein müssen.

Die Kreuzung Brückenkopf hat nach Ansicht Wildes für den Radverkehr „ungemein gewonnen“. Die beiden diagonalen Überwege für Radler seien „echte Renner“. Früher hatte es viel Geduld und Ampelphasen erfordert, mit dem Fahrrad links abzubiegen. Was Wilde und Linke jetzt allerdings Sorgen bereitet: Auch Fußgänger nutzen die Fahrradqueren. Die Länge der Grün-Zeiten sei dafür jedoch nicht ausgelegt, warnen sie. Das Stoppschild am Brückenkopf wird nun zum Politikum. CDU-Ratsherr Gerhard Paschwitz hat sich bei Fachbereichsleiter Wilde zu einem Gespräch angesagt. „Das Stoppschild ist vollkommen überflüssig“, meint der Kommunalpolitiker, der auch dem Fahrradbeirat vorsitzt und zudem Kenntnisse aus seiner Zeit als Polizist mitbringt.

2 Bilder

Stoppgebot statt Abbiegeschwung: „Muss das sein?“, fragen sich die Autofahrer an der Zufahrt von der Pyrmonter Straße zur Münsterbrücke. Die Hauswand rechts von der Fahrbahn ist schuld (Foto li.)Dana

Morgendlicher Stau vor dem Stoppschild an der Pyrmonter Straße. fn



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