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Was Sie schon immer über den Winter wissen wollten

veröffentlicht am 12.01.2010 um 13:44 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (mau/nrö). Wer entscheidet eigentlich, ob es Schulfrei gibt? Können Eiszapfen töten? Und wie viel Schnee hält mein Dach aus? Viele Fragen, die man sich in diesen kalten Tagen stellt. Die Antworten gibt's hier:

 

Wer entscheidet eigentlich, ob es Schulfrei gibt?
Für den Landkreis Hameln-Pyrmont ist es Sozialdezernentin Heidi Pomowski, die sich an schulfreien Tagen wie gestern auf der Beliebtheitsskala direkt hinter Flipper sieht. „Ich entscheide das danach, wie nett die Nachbarskinder sind, und ob sie meine Einfahrt freigeschaufelt haben“, sagt sie – natürlich im Scherz. In Wahrheit sei für ein „Schulfrei“ die Lagebeurteilung unter anderem von der Feuerwehr die Grundlage. „Zusammen mit der Feuerwehrleitstelle, der Polizei und den Öffis schauen wir auf das abzusehende Wetter und die Straßenverhältnisse.“ Eltern oder ältere Schüler können auch selbst entscheiden, ob der Schulweg noch zumutbar ist.

 

Gibt es eigentlich noch Schlitten zu kaufen?
Der Schlittenvorrat in den Baumärkten ist begrenzt und derzeit schnell vergriffen: „Seit dem Wochenende sind wieder alle Schlitten weg“, schildert Andreas Müller vom Praktika. Er rechnet erst Ende der Woche mit einer neuen Lieferung – die dann wahrscheinlich ebenfalls reißenden Absatz finden werde. Das gelte auch für Schneeschaufeln und Granulat. „Wir haben die Waren schon im Oktober bestellt. Da war leider nicht abzusehen, wie lange das Winterwetter dauert“, erklärt er.

 

Darf ich eigentlich rodeln, wo ich möchte?
Eine Rodelverordnung gibt es nicht, sagt Rechtsanwalt Oliver W. Engel: „Grundsätzlich ist das Schlittenfahren dort erlaubt, wo es niemanden schädigt oder beeinträchtigt.“ Das Betreten von Privatgrundstücken oder das Rodeln im Naturschutzgebiet sei natürlich nicht gestattet.

 

Wann wird der Schnee auf dem Dach gefährlich?
„Ab 37,5 Zentimetern sollte man aufpassen“, warnt Thomas Schierschke vom Ingenieurbüro Schierschke. „Auf die 37,5 Zentimeter Schneedecke wird aber noch eine Sicherheit draufgerechnet, sodass man wirkliche Probleme erst ab 55 Zentimeter bekommen könnte.“ Pro Quadratmeter dürfen 75 Kilo Schnee liegen, zurzeit seien es ungefähr 22,5 Kilogramm. Der Ingenieur erklärt, wie man testen kann, wie schwer der Schnee ist. „Einen Zehn-Liter-Eimer befüllt man mit Schnee. Abgedeckt muss der Schnee im Haus tauen. Ab vier Litern Wasser ist der Schnee zu schwer fürs Dach.“ Im Selbstversuch am vergangenen Wochenende hat Schierschke zwei Liter erhalten.

 

Schnee auf Turnhallen – wie groß ist die Gefahr?
Die Sporthalle der Papenschule ist bereits aus Sicherheitsgründen gesperrt, heißt es von der Stadtverwaltung. „Aufgrund der örtlichen Lage kann es sein, dass von benachbarten Gebäuden viel Schnee auf einmal auf das Dach rutscht. Es besteht aber keine akute Gefahr“, erklärt Rathaussprecher Thomas Wahmes. Die Hausmeister wurden beauftragt, die Flachdächer auch der Schulen zu kontrollieren.

 

Können herabfallende Eiszapfen töten?
„Trifft ein Eiszapfen aus einer gewissen Höhe jemanden am Kopf, kann es zu tödlichen Verletzungen kommen“, stellt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke klar. Sie können ein erhebliches Gewicht haben. Hauseigentümer sind deshalb dazu verpflichtet die Eiszapfen zu entfernen oder den Bereich unter Dachvorsprüngen oder Fensterbänken abzusperren. Ist ein Eigentümer selbst nicht in der Lage, die Zapfen zu entfernen, muss die Feuerwehr angefordert werden. Solch ein Einsatz kostet in Hameln pro Feuerwehrmann rund 45 Euro die Stunde, für die Drehleiter werden 150 Euro je Stunde berechnet. Für die Anfahrt kommen rund 2 Euro pro Kilometer hinzu.

 

Wo und ab welchen Witterungsbedingungen sind Schneeketten erlaubt oder vorgeschrieben?
„Wenn an einer Straße das blaue Schild mit dem Schneekettensymbol steht, muss bei fester Schneedecke eine Kette aufgezogen werden“, erklärt Alexandra Kruse vom ADAC. Ansonsten gebe es keine festen Richtwerte, ab welcher Schneehöhe Ketten aufgezogen werden sollten. Kommt man auf fester Schneedecke mit Winterreifen nicht mehr voran, können die Ketten aufgezogen werden. „Es ist jedoch zu beachten, dass bei einer nicht durchgehenden Schneedecke die Gefahr besteht, dass die Ketten zerstört und die Straßen beschädigt werden.“ Außerdem weist die Expertin darauf hin, dass die Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde unbedingt beachtet werden sollte.

 

Hat Hameln eigentlich eine Schneefräse?
Ja, seit vielen Jahren. In diesem Winter wurde sie zum ersten Mal seit langem wieder benutzt. „Wir haben sie zwischen Hottenbergsfeld und Heisenküche eingesetzt“, berichtet Uwe Depping, der Leiter des Betriebshofes.

Wohin eigentlich mit dem vielen Schnee von Straßen und Gehwegen?
In einigen Bereichen ist es ein Hin- und Herschieben des Schnees, beschreibt Uwe Depping die aktuelle Situation. Ein Abtransport des Schnees sei nur punktuell möglich „Bisher haben wir nur in der Fußgängerzone den Schnee weggeholt.“

 

Gibt es jetzt wieder genügend Streusalz?
„Es gibt zur Zeit erhebliche Liefermängel beim Salz, und teilweise werden einem schon sehr dubiose Sachen angeboten – zu überhöhten Preisen“, erklärt Uwe Depping. Gestern ist die versprochene Salz-Lieferung nicht eingetroffen. Auch Rolf König von der Gebäudereinigung Mess steht vor dem Problem: „Das Fehlen von Salz ist nicht unproblematisch. Es gibt keine optimale Vorsorge, und somit ist das Räumen von Gehwegen und Parkplätzen von Firmen schwierig.“

 

Wer nicht mehr sicher genug zu Fuß ist – wie kommt er bei glatten Straßen an Lebensmittel?
Der Paritätische Hameln-Pyrmont bietet einen Service an, den Senioren bei dem rutschigen Wetter nutzen können. „Es besteht die Möglichkeit, dass ein Zivildienstleistender für die älteren Herrschaften einkaufen geht. Er holt den Einkaufzettel und das nötige Geld ab“, erklärt Uwe Broszeit vom Paritätischen. Dieser Service kostet 7 Euro pro Stunde und wird nicht nur im Winter angeboten. Näheres bei Silvia Künne unter Telefon 05151/576114.

 

Und wann wird es mal wieder richtig Sommer?
Im Laufe des Februars wird nach einigen winterlichen Tagen wahrscheinlich zeitig das Frühjahr mit mehr als 15 Grad begrüßt – meinen die Meteorologen von „Donnerwetter.de“. Und Sommeranfang ist laut Kalender am 21. Juni …



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