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Bei der Podiumsdiskussion in der HLA konfrontieren Jugendliche Politiker mit ihren Forderungen

Was Schüler für die Zukunft der Region wollen

Hameln (ch). Es ging um nicht weniger als um die Zukunft der Region. Und zu dieser Frage haben sich Hamelner Oberstufenschüler Gedanken gemacht und ihre Fragen und Forderungen an die Politik herangetragen. „Stadt, Land, Fluss“ lautete der Titel einer entsprechenden Podiumsdiskussion gestern in der Handelslehranstalt (HLA). Dem saloppen Namen zum Trotz handelte es sich bei der erstmals in dieser Form stattfindenden Veranstaltung um einen ernstzunehmenden, generationsübergreifenden politischen Gedankenaustausch.

veröffentlicht am 06.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 22:21 Uhr

Schüler und Politiker – hier diskutieren zwei Generationen an einem Tisch die Zukunft der Stadt Hameln und des Landkreises
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Rund 150 Schüler aus der 13. Klasse der HLA und den Politik-Leistungskursen des Schiller-Gymnasiums hatten die Möglichkeit, mit fünf aktiven Politikern aus der Stadt Hameln und dem Kreis Hameln-Pyrmont über drei politische Themen zu debattieren. In einer dreitägigen Schülerakademie Mitte April waren die Zukunft der Energieversorgung, der Sozialpolitik sowie des Wirtschaftsstandorts Hameln ausgearbeitet und eigene Standpunkte und Forderungen dazu entwickelt worden. Diese bildeten die Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen im Unterricht und für die Podiumsdiskussion.

„Das ist für uns eine Möglichkeit, den Politikern ganz direkt Fragen zu stellen“, sagen Lucia Grope und Philipp Ladage aus dem Kreis der Schülerschaft. Im Politikunterricht haben sie Fragen für die Diskussion vorbereitet. Auf dem Podium werden sie von den vier Schülern Jonas Jäckel, Tiziana Gawalek, Mara Truchseß und Jonas Held vertreten. Aus dem Kreis der Politik sind Landrat Rüdiger Butte (SPD), Otto Deppmeyer (CDU), Heinrich Fockenbrock (FDP), Peter Bartels (SPD) und Hamelns Stadträtin Gaby Willamowius gekommen.

Bei vielen Themen herrscht trautes Einvernehmen auf dem Podium. So wird der Atomausstieg nicht in Frage gestellt, sondern eine Zukunft mit erneuerbaren Energien von allen als gegeben akzeptiert. Die Forderung der Schüler, jungen Menschen mehr über Umweltschutz und Energiesparen beizubringen, unterstützen alle Podiumsteilnehmer. „Jeder ist verantwortlich“, verdeutlich Willamowius. Nicht die Politik allein, sondern alle Bürger seien zum Energiesparen aufgerufen. Butte meint sogar, das Thema Energie müsse auch an der Hochschule Weserbergland als mögliche Studienrichtung in Betracht gezogen werden.

Auch beim Thema Wirtschaftsstandort Hameln stimmen alle Politiker der zentralen Forderung der Schüler sofort zu: Hameln müsse für junge Menschen attraktiver werden, um sie in der Region zu halten und neue junge Fachkräfte von außerhalb hinzuzugewinnen. Dazu machen die Jugendlichen Vorschläge zu einer besseren Verkehrsanbindung (und zu einem auch für Oberstufenschüler kostenlosen Nahverkehrsticket), die Weser solle touristisch besser genutzt werden (zum Beispiel könnte ein Strand angelegt werden) und vor allem solle der Leerstand in der Hamelner Innenstadt bekämpft werden. Die Vision einer wirtschaftlich und touristisch attraktiveren Stadt leuchtet zwar allen ein, doch wie dieses Ziel konkret erreicht werden kann, bleibt an diesem Vormittag unbeantwortet.

Weniger Zustimmung erfahren die Schüler bei ihren Vorschlägen zum Thema Sozialpolitik. Zwar sind sich alle politischen Vertreter mit den Schülern darüber einig, dass Hameln familienfreundlicher werden muss, doch wer für neue Krippenplätze sorgen soll (Staat oder Unternehmen) und ob es zusätzliche Plätze in Pflegeheimen für Senioren geben muss, ist umstritten: Eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte, die Senioren zu Hause betreuen, generationsübergreifendes Wohnen oder vielleicht ein „Leihoma“-Projekt, bei dem sich Jugendliche zeitweise um ältere Menschen kümmern? Heinrich Fockenbrock zum Leihoma-Angebot der Jugendlichen: „Ich hätte regelrecht Angst davor, dass jemand zu mir ins Seniorenheim kommt und mit mir Mensch-ärger-dich-nicht spielen will.“

Der humorige Kommentar des liberalen Kreispolitikers sorgt für Lacher, macht aber auch ein zentrales Problem klar: Alt und Jung wissen oft wenig voneinander, und ihre Vorstellungen davon, was der andere will oder braucht, sind teilweise nicht unbedingt deckungsgleich. Die Erkenntnis der Politiker: wie bedeutsam solche politischen Diskussionen zwischen den Generationen sind. „Wir sind gekommen, um zuzuhören“, sagt Butte und schließt mit der Forderung: „Das müssen wir wiederholen.“

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