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Unklarheit über Kohlenstoffdioxid-Messungen in Hastenbeck / Anwohner warten auf Nachricht

Was liegt da in der Luft?

HASTENBECK. Gute Nachrichten beim Samstagsfrühstück sehen anders aus: Aus der Dewezet haben die Anwohner von Pommernweg und Petersburg erfahren, dass der Landkreis an ihren Straßen offenbar zu hohe Kohlenstoffdioxid-Werte gemessen hat und dass jetzt in einigen Häusern ebenfalls kontrolliert werden soll, wie hoch dort die CO2-Konzentration ist. Einige Anwohner sind mindestens verwundert darüber, auf diesem Weg zu erfahren, dass etwas in ihrem unmittelbaren Umfeld nicht stimmt. Zumal sie im vergangenen Jahr schriftlich darüber informiert wurden, dass Bohrungen erfolgen sollen.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 13:02 Uhr
aktualisiert am 13.05.2019 um 14:10 Uhr

Franz Lindemann vor seinem Grundstück, auf dem Probebohrungen vorgenommen wurden. „Bei entsprechenden Undichtigkeiten kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kohlenstoffdioxid aus dem Boden in Kellerräume eintritt“, hatte die Kreisverwaltung mitgeteil
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Friedhelm Henke, ein Hastenbecker Urgestein, wie er selbst sagt, kann sich noch gut daran erinnern, wie es hier früher gerochen hat, wenn der Wind ungünstig gestanden habe. „1959“, erinnert er sich, „war ein sehr trockener Sommer – das hat gestunken“, erzählt Henke von dem Müll, der damals in einem Hohlweg entlang des Pommernwegs abgeladen worden sei. Diese „Altablagerung“ macht jetzt Probleme. Wie schwerwiegend diese sind, ist völlig unklar, noch hat der Landkreis nicht veröffentlicht, welche CO2-Werte die Mitarbeiter bei den Bohrungen ermittelt haben. Henke wundert sich darüber, zumal er im Herbst 2018, als die Bohrungen vorgenommen worden seien, von einem Mitarbeiter noch die Auskunft erhalten habe, dass nichts gefunden worden sei. Auch Franz Lindemann ist irritiert und verärgert darüber, „dass wir so im Unklaren gelassen werden“. Direkt auf seinem Grundstück seien Bohrungen samt Messungen vorgenommen worden, erzählt er – „die ganzen Jahre wurde nichts gemacht, und jetzt brechen sie in Hektik aus“, meint er. „Das war doch allen bekannt“, dass sich hier früher eine Deponie für Allerlei befunden habe, und sei auch nie als Problem deklariert oder empfunden worden. Seit 31 Jahren wohnt Lindemann hier – „hier wurde gebaut, und fertig“, von CO2 oder anderen Ausdünstungen und Gasen „war nie die Rede“.

Ein anderer Anwohner dagegen fühlt sich ein bisschen betrogen – er gehört nicht zu den alteingesessenen Hastenbeckern, die das Dorf in- und auswendig kennen, sondern hat erst vor einem Jahr dort gebaut und habe von einer alten Deponie in der Nachbarschaft rein gar nichts gewusst. Jetzt fragt er sich, ob sich die Werte negativ auf die Preise von Haus und Grund auswirken könnte.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont hatte am Freitag vergangener Woche in einer Pressemeldung mitgeteilt, dass in drei bis sieben Metern Tiefe „ein überdurchschnittlich hoher Kohlenstoffdioxid-Wert“ nachgewiesen wurde. Als Ursache wird im Kreishaus „die Verrottung von eingelagerten Gartenabfällen und Pflanzenresten“ vermutet. Allerdings geht der Landkreis nach eigener Aussage nicht davon aus, dass in den Häusern eine „gesundheitsgefährdende Konzentration von CO2 nachgewiesen werden kann“.

Entlang des heutigen Pommernwegs, der links hoch führt, verlief früher ein Hohlweg, der einst mit Müll zugeschüttet wurde. Foto: bha
Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Dass die Anwohner des betroffenen Bereichs in Hastenbeck darüber verwundert sind, welchen Weg der Landkreis gewählt hat, um zu informieren, kann ich gut nachvollziehen. Warum wurden sie nicht einfach direkt angeschrieben? Warum wird nicht gleich über die gemessenen CO2-Werte, deren Bedeutung und über mögliche Gegenmaßnahmen aufgeklärt?



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