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Gewerbeflächenkataster soll wüste Areale erfassen und Interessenten auf Lücken aufmerksam machen

Was liegt brach in der Stadt?

HAMELN. Im Hamelner Rathaus seit geraumer Zeit eine umfassende Potenzialanalyse, bei der sämtliche Flächen, die für eine gewerbliche Entwicklung geeignete sind, unter die Lupe genommen werden. Zu diesem Gesamtpaket gehört auch der Aufbau eines Brachflächenkatasters, das von der Verwaltung erarbeitet und im Baugesetzbuch veröffentlicht werden soll.

veröffentlicht am 08.03.2018 um 13:57 Uhr
aktualisiert am 08.03.2018 um 14:47 Uhr

Das Gelände der ehemaligen Betonfarbenfabrik Remei an der Ottostraße in Klein Berkel liegt schon seit Jahren brach. Über ein Gewerbeflächenkataster könnten mögliche Interessenten angesprochen werden. Foto: dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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.Täglich werden in Deutschland rund 66 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2020 zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss zur Reduzierung des Flächenverbrauchs die Innenentwicklung weiter verstärkt werden. Nachhaltige Stadtentwicklung ist das Gebot der Stunde.

Das Hamelner Brachflächenkatasters, das von der Verwaltung erarbeitet und im Baugesetzbuch veröffentlicht werden soll, wird nach Fertigstellung auch auf die Internetseite hameln.de eingestellt, die seit Mai vorigen Jahres völlig neu gestaltet ist. Auf der Website rücken erstmals Stadt, Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) sowie der Stadtmarketing-Verein die Rattenfängerstadt online gemeinsam ins beste Licht. Bereits jetzt gibt es dort ein Baulandkataster, das Informationen über freie Bauflächen in Hameln bietet. Ähnliche Informationen sollen künftig für Gewerbetreibende in einem Gewerbeflächenkataster abzurufen sein.

Die Stadt Hameln blickt in den letzten Jahren auf eine positive gewerbliche Entwicklung zurück. Janine Herrmann vom Referat Strategische Grundsatzfragen, Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit, erklärt, dass „die Nachfrage nach städtischen Gewerbeflächen schon seit einiger Zeit als hoch zu bezeichnen ist.“ Für einige Flächen bestünden bereits Wartelisten. Gewerbeflächen würden knapp in Hameln. Herrmann: „Es stehen in sämtlichen Gewerbegebieten nur noch Restflächen verschiedener Größe zur Verfügung. Auch für die vorgesehene Erweiterungsflächen im Hottenbergsfeld steht die Stadt schon im Kontakt zu diversen Interessenten. Ein Großteil dieser Flächen ist bereits reserviert.“ Die Auslastung der Gewerbeflächen sei also sehr gut. Dieser Trend wird sich den städtischen Prognosen zufolge in nächster Zukunft weiter fortsetzen. Dies macht deutlich, dass bestehende Flächenkapazitäten in Gewerbebrachen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt erschlossen werden sollten, so die Stadt Hameln.

Gegenstand des Brachflächenkatasters sollen alle Gewerbe- oder Industrieflächen sein, die über einen längeren Zeitraum ungenutzt und funktionslos sind. Auch ehemalige Industrie- oder Gewerbeareale, die alternativ genutzt werden, sollen erfasst werden.

Die zur Veröffentlichung vorgesehenen Brachflächenwerden auf einer Übersichtskarte ab Bekanntgabe für die Dauer eines Monats in der Abteilung Stadtentwicklung und Planung ausgelegt. Gegen die Veröffentlichung einzelner oder mehrerer kartierter Flur-stücksflächen können Grundstückseigentümer beziehungsweise Erbbauberechtigte innerhalb eines Monats ab Bekanntgabe Widerspruch einlegen.

Alle anderen Grundstücke sollen in Karten erfasst und in Datenblättern mit Angaben zu Stadtteil, Flur, Flurstück, Straßenname und Grundstücksgröße dokumentiert werden. Das Brachflächenkataster enthält keine Informationen über die Eigentümer der Flächen und über mögliche Veräußerungsabsichten. Das Brachflächenkataster soll der Information der Grundstückseigentümer und der interessierten Gewerbetreibenden dienen und wird für das gesamte Stadtgebiet aufgestellt.

Das Niedersächsische Landesamtfür Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat übrigens bereits ein Brachflächenkataster entwickelt, das es den Städten, Gemeinden und Landkreisen in Niedersachsen kostenlos zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um eine Datenbank basierend auf MS Access. Diese Datenbank bietet bereits Städten und Gemeinden, aber auch Planern und Investoren Informationen zur Existenz, zur Lage, zur Größe und zum möglichen Belastungspotenzial sowie Schadstoffinventar von Brachflächen.



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