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Länger, voller, kreativer – zum Schulanfang gibt es heutzutage viel mehr als Süßes

Was kommt bei Abc-Schützen in die Tüte?

Hameln. Neben dem Ranzen ist sie das große Erkennungsmerkmal der Schulanfänger am Tage der Einschulung: die Schultüte. Bunt oder schlicht, mit Bildchen oder ohne, selbst gebastelt oder gekauft, rund oder eckig – das sind alles wichtige Fragen für Schulanfänger. Aber noch wichtiger als all diese Fragen sind Größe und Inhalt dieser Wundertüte.

veröffentlicht am 17.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 05:21 Uhr

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Autor:

Lena Christin Ohm
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Zwischen 22 Zentimetern und einem Meter kann die Länge der Schultüten schwanken, doch das sind zwei Extreme. Die Mehrheit der Schultüten ist zwischen 60 und 85 Zentimeter lang, sodass sie damit vielen neuen Schulkindern, die durchschnittlich 1,20 Meter groß sind, bis über die Hüfte gehen. „Es werden hauptsächlich große Schultüten verkauft“, hat Claudia Mehnert von der Buchhandlung Matthias in der letzten Zeit bemerkt. „Die kleineren sind eher sogenannte Geschwistertüten, damit die an diesem besonderen Tag nicht mit leeren Händen danebenstehen“, ergänzt Annett Renner von Renner. Solche kleinen Schultüten für Geschwister erfreuen sich laut Renner immer größerer Beliebtheit. „Sie helfen nämlich gegen die Traurigkeit der Geschwister, die an diesem Tag sonst nichts bekommen“, meint Renner. Den Brauch, eine Schultüte zum Schulanfang zu verschenken, gibt es übrigens schon lange: 1817 wurde die erste Schultüte in einem Bericht aus Jena erwähnt.

Seitdem hat sich jedoch an Aussehen und Inhalt einiges verändert. „Manche basteln ihre Schultüte selbst, aber viele kommen auch mit ihren Kindern zu uns und suchen sich hier eine aus“, erzählt Annett Renner, und Claudia Mehnert kann das nur bestätigen: „Bei der Auswahl spielt der Geschmack der Kinder eine ganz große Rolle, die wissen auf den ersten Blick, was ihnen gefällt und was nicht.“ Im Augenblick sei für die Jungen Capt‘n Sharky der große

Held, während die Mädchen lieber Pferde oder Prinzessin Lilifee auf ihrer Schultüte hätten.

Aber nicht nur das Aussehen der Schultüte hat sich verändert, auch der Inhalt ist schon lange nicht mehr mit dem zu vergleichen, was vielleicht noch die Großeltern in ihrer Schultüte hatten. „In die Spitze werden häufig Socken oder T-Shirts gestopft – schließlich passt da sonst nichts richtig hin“, erklärt Torsten Binnebößel-Storch, Filialleiter von Müller in Hameln. Weich gebettet liegen darauf dann Playmobil-Männchen, CDs und andere kleine Spiele. „Das Packen einer Schultüte hat mittlerweile System“, gibt Binnebößel-Storch offen zu. Neben Spielzeug findet jedoch auch viel Nützliches Platz in den Schultüten der Kinder. „Radiergummi, Anspitzer und besondere Stifte mit kleinen Bildchen sind der Klassiker in Schultüten, aber auch Brotdosen und Trinkflaschen mit Motiven werden immer häufiger gekauft“, weiß Annett Renner. Da Bücher für Leseanfänger meist zu groß

sind, um einen Platz in der Schultüte zu finden, werden sie so verschenkt. Dafür haben sich die Verlage aber etwas anderes einfallen lassen. „Es gibt mittlerweile ein Büchlein in Schultütenform, in das man die Erinnerungen an seinen ersten Schultag schreiben kann“, erklärt Mehnert und fügt hinzu, dass sogar kleine Fotos darin Platz

hätten. Diese Bücher seien die Überraschung in vielen Schultüten.

Neben Spielzeug und allerlei praktischen Sachen finden auch immer mehr Schulanfänger Schmuck in ihrer Schultüte. „Wir verkaufen viele Kinderuhren, Ohrringe, Ringe oder auch Anhänger in Tierform“, erzählt Bärbel Hackbarth, stellvertretende Filialleiterin von Juwelier Christ in der Stadtgalerie. Dabei stünde jedoch nicht der Goldschmuck als Investition für die Kleinen im Vordergrund, sondern der alltägliche Gebrauch. Deshalb sei das meiste auch Silber- statt Goldschmuck.

An die finanzielle Zukunft der lieben Kleinen wird gedacht: 25 Prozent der Abc-Schützen in Deutschland bekamen im vergangenen Jahr Geld zur Einschulung.

Doch der entscheidende Bestandteil der meisten Schultüten fehlt noch: die Süßigkeiten. Waren sie früher noch als „Zuckertüten“ verschrien, so achten die Eltern mittlerweile darauf, was in die Tüten kommt. „Schokolade ist natürlich immer noch die unangefochtene Nummer eins, die nicht fehlen darf“, meint Bettina Dreyer von Arko. Nur die Verpackung der Schokolade sei mittlerweile kreativer und origineller geworden: Kleine Geldkoffer, in denen als Euroscheine verpackte Schokoladentäfelchen liegen, bieten da nur eine von vielen Möglichkeiten.

Es gibt also unzählige Möglichkeiten, den Inhalt der Schultüte individuell zu gestalten.

Pferde, Prinzessin Lillifee und Capt‘n Sharky sind dieses Jahr voll im Trend.

Foto: Dana



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