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Vor 50 Jahren erlebte die Kunst der Troddel-Herstellung in Hameln einen Aufschwung

Was ist denn eine Posamenten-Fabrik?

Hameln. Quaste, Quoddel, Quaddel, Troddel oder Puschel: Für das büschelartige Gebinde von Fäden gibt es viele Namen. Heute sind die kleinen Bommel etwas aus der Mode gekommen, doch noch vor 50 Jahren schmückten sie Möbelstücke, Kissenecken, Lampenschirme, Vorhänge, seltener auch Teppiche. Hergestellt werden die Schmuckelemente, die keine andere Funktion als die Zierde haben, in einer sogenannten Posamenten-Fabrik.

veröffentlicht am 13.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

von svenja-a. möller
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Auch Hameln hatte solch ein Unternehmen. Die Fabrik Schmacke an der Karlstraße stellte seit 1925 allerlei Fransen, Möbelschnüre, Troddel und Quasten in sämtlichen Farben her. 1964 gab es laut dem Inhaber einen regelrechten Ansturm auf die verspielten Fransenbündel – die Auftragslage sei damals sehr gut gewesen. Das Unternehmen, das zum damaligen Zeitpunkt fast ausschließlich Frauen beschäftigte, hätte all den Aufträgen kaum nachkommen können. Die Dewezet titelte damals „Die Posamenten-Kunst lebt wieder auf.“

Der Arbeitsraum, in dem die Quasten hergestellt wurden, glich dem einer Seilerei oder auch Spinnerei: Auf Kopfhöhe liefen zahlreiche Schnüre unter der Decke entlang, wurden in Drehmaschinen am Ende der langen Halle zusammengeführt und dort gedreht. Für die Arbeit an den Maschinen und den Drehrädern benötigten die Posamentierer, so der Fachausdruck für die Arbeitskräfte, viel Geduld und Fingerspitzengefühl. An einem Arbeitstag konnten so bis zu drei Meter Borte mit Troddeln hergestellt werden. Die fertigen Bommel der Hamelner Firma wurden dann an Polsterfabriken im Weserbergland, in Westfalen und nach Bremen geliefert. Der Sohn des damaligen Posamentiermeisters war der einzige Posamentier-Lehrling im Bundesrepublik.

Heute sieht man die Quasten und Troddel noch an verschiedenen Uniformen wie auch Karnevalsuniformen, an Schuhen oder an den Borten verschiedener Fahnen. In Hameln werden die fransigen Quasten nicht mehr hergestellt. Vereinzelt gibt es noch kleinere Handwerksbetriebe bei Regensburg, in Rotenburg ob der Tauber oder Frankfurt am Main.



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