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Wie Passanten den Fußgängertunnel mit ihren „Lieblingsausrissen“ verschönerten

Was die Tafel zum Kunstwerk verrät

Hameln. Wer den Fußgängertunnel am Brückenkopf nutzt, kommt an einer Installation vorbei: „Eine Frage, 37 Antworten“ des Künstlers Werner C. Sauer. Sie stammt aus der Zeit Anfang der 90er Jahre. Mehrere bunte Gebilde hängen an der Wand, manche lassen sich sogar drehen. Doch was soll das Ganze? Dafür hat die Stadt Hameln eine Erklärungstafel neben dem Kunstwerk angebracht. Doch nicht jeder hat so gute Augen, um zu erkennen, was darauf steht – erschwert durch Spiegelung und Dunkelheit, wie jüngst bei einem unserer Leser. Doch wer sich seitlich stellt, kann die Hintergrundinformationen zu den bunten Figuren besser lesen.

veröffentlicht am 17.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Das Werk entstand folgendermaßen: Sauer hatte im Fußgängertunnel innerhalb von drei Tagen 173 Passanten mit der immergleichen Aufforderung konfrontiert: „Zeichnen Sie einen Umriss ihrer Wahl.“ Bewusst habe er sich dafür den etwas schmuddeligen Tunnel als „damaligen Unort“ ausgesucht. Viele Leute seien nicht vorbeigekommen, Sauer habe jeden ansprechen müssen. Das Kunstwerk sollte also nicht aus seiner Hand, sondern aus der Hand der Passanten kommen.

Als „Werkzeuge“ lagen dazu auf einer weißen Tischplatte ein Zeichenblock in der Querschnittsproportion des Tunnels, eine gleich große Stahlplatte (15 mm dick), eine zwölfteilige Farbauswahl aus der RAL-Farbkarte, Bleistift sowie schwarzer Filzstift bereit.

In diesen durch die Passanten „äußerlich konstruierten Zufall“, wie Sauer das Vorgehen beschreibt, habe er dann durch die Auswahl der Umrisse eingegriffen. Insgesamt 56 befragte Passanten trauten sich, ihren Lieblingsumriss zu zeichnen. 37 dieser Zeichnungen konnten in das Material Eisen umgesetzt werden. Die gezeichnete Linie bestimmte den Weg des Schneidbrenners auf der jeweiligen Stahlplatte, sodass eine Übertragung im Verhältnis 1:1 entstand. Der Ausschnitt wurde anschließend in der ausgewählten Farbe lackiert und an der Tunnelwand befestigt.

Auf die leise Kritik, die Tafel sei nicht gut zu lesen, reagiert Stadtsprecher Thomas Wahmes: „Die Tafel soll ja dem Kunstwerk nicht die Show stehlen.“ Deswegen habe man sie nicht übergroß anbringen wollen – um den Gesamteindruck nicht zu beschädigen. Dass man die Tafel angebracht habe, sei „wunderbar“ und hebe den Künstler in den Fokus. Dafür wünsche er sich auch eine entsprechende Würdigung der Bürger.

Wie sein Kunstwerk im Umfeld des sanierten hellen Tunnels wirkt, wolle Sauer sich auch bald anschauen, kündigte er an.

Von Passanten entworfen, vom Künstler Werner C. Sauer umgesetzt: „Eine Frage, 37 Antworten“ im Fußgängertunnel am Brückenkopf.Wal



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