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Zweimal den Leibniz-Ring gestellt

Was „Der Medicus“ mit Goldschmied Günther Meyer zu tun hat

HAMELN. Prof. Dr. Madjid Samii ist Schirmherr des Musicals „Der Medicus“, das bald in Hameln läuft. Vor fünf Jahren wurde er mit dem Leibniz-Ring geehrt. Günther Meyer hat zwar nicht diesen Ring produziert, davor aber zweimal den Goldschmiede-Wettbewerb gewonnen. Seit 2006 nimmt er nicht mehr teil. Warum eigentlich?

veröffentlicht am 25.09.2018 um 14:14 Uhr

Günther Meyer hält den Ring in den Händen, mit dem er 2003 am Goldschmiede-Wettbewerb teilnahm – und Vierter wurde. Foto: mo
Muschik, Moritz

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In seiner Werkstatt in der Wendenstraße hat Günther Meyer ein Plakat aufgehängt. Darauf zu sehen sind Bilder von Ringen, neben ihnen kurze Beschreibungen. „Gewürdigt wurde Professor Dr. Hubert Markl“, steht auf dem weißen Zettel ganz oben. Darüber prangt in blauer Schrift das Jahr 1999 – und der Hinweis: erster Preis.

Kurz vor der Jahrtausendwende nahm der Hamelner zum ersten Mal am Goldschmiede-Wettbewerb für den Leibniz-Ring-Hannover teil – und stellte direkt den Siegerring. Auch 2004 schaffte es der von ihm eingereichte Ring in die Hände des Ausgezeichneten. Der Leibniz-Ring wird jedes Jahr vom Presseclub Hannover an eine Persönlichkeit oder Institution verliehen, die durch herausragende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht oder durch ihr Lebenswerk ein besonderes Zeichen gesetzt hat. Der Ring soll auf die Persönlichkeit des Preisträgers und auf seine besondere Leistung zugeschnitten sein. 2004 ging der Preis an Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, 1999 an den Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft.

Günther Meyer hat die Preisträger persönlich kennengelernt. „Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft war erstaunlich entspannt, ein sehr netter Mann“, sagt der Goldschmied. Der Ring für den Professor war aus Gold, Platin und Brillanten zusammengesetzt, der für Friedensnobelpreisträgerin Ebadi aus Gelb- und Weißgold. „Sie war sehr tough, eine beeindruckende Persönlichkeit“, sagt Meyer. Seit 2006 hat er keine Ringe mehr eingereicht, die dann von einer Fachjury beurteilt werden. Warum eigentlich?

2 Bilder
Das Plakat mit seinen Teilnahmen an den Leibniz-Ring-Verleihungen hängt in seiner Werkstatt. Foto: mo

„Es sind zwei Wochen Arbeit für einen Ring, den jemand bekommt, der sicherlich sehr besonders ist, der aber in aller Regel in der Lage ist, sich alles, was er haben will, irgendwie zu kaufen“, sagt Meyer. In dieser Zeit könne er auch zehn andere Schmuckstücke bauen, die nicht so kompliziert seien. „Für Menschen, für die es ein echtes Highlight ist, zum Goldschmied zu gehen und sich ein Schmuckstück erstellen zu lassen.“ Hinzu käme der hohe finanzielle Aufwand für die Produktion der Ringe. Das Preisgeld für den Siegerring decke in der Regel nicht die entstandenen Kosten für Material und Herstellung. Zum Beispiel läge der Kaufpreis des Rings, den Meyer 2003 eingereicht hat, bei rund 6000 Euro. „Ich arbeite intensiv an einer Arbeit, um schmückendes Beiwerk zu sein und lasse meine Kunden warten“, sagt er.

Mein Verständnis von Schmuck ist das Besondere am Menschen als Analogie für seine Person.

Günther Meyer, Goldschmied

Wenn er Menschen mit seiner Arbeit eine Freude machen kann, ist er zufrieden. „Mein Verständnis von Schmuck ist das Besondere am Menschen als Analogie für seine Person“, meint der 62-Jährige. Unter dem Konkurrenzdruck großer Schmuckunternehmen setzt Meyer als Inhaber der Galerie Unique nicht auf Masse, sondern auf Unikate. Vor rund 30 Jahren gab er seinen Job als Dreher auf – und begann eine Lehre als Goldschmied. „Es ist eine Arbeit, bei der man den ganzen Tag schöne Dinge tut, mit schönen Materialien“, sagt er. Über Winnetou-Filme und prunkvoll verzierte Schusswaffen entwickelte er früh die Begeisterung für das Bearbeiten von Edelmetallen. „Über Metall kam ich zu Silber und über Silber zu Gold.“

Zu der Zeit wusste er von dem Wettbewerb für den Leibniz-Ring aber noch nichts. Inzwischen erinnert ihn das Plakat in der Werkstatt an seine sechs Teilnahmen. Zwölf Jahre sind vergangen, seitdem er zum letzten Mal einen Ring eingereicht hat. Dafür hängt an der Wand seit Längerem ein weiteres Plakat. 2009 nahm sein Sohn Manuel, ebenfalls Goldschmied, zum ersten Mal teil …



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