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Sparkasse verweist auf Minuszinsen, Investitionen und Inflation

Warum wird das Konto teurer?

veröffentlicht am 04.10.2016 um 19:05 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:24 Uhr

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Mit diesem Basiskonto können Überweisungen und Daueraufträge online durchgeführt werden sowie Geld am Automaten eingezahlt oder abgehoben werden. Alle weiteren Leistungen, die in der Geschäftsstelle am SB-Terminal oder bei einem Sparkassenmitarbeiter erledigt werden, soll es künftig mit dem „Giro Premium“-Konto für 9,90 Euro geben (wir berichteten). Für einige Kunden verdoppele sich der Preis damit, räumt Sparkassen-Sprecher Bernhard Kruppki ein. Das Onlinekonto bei der Sparkasse Weserbergland gab es bisher für etwa 3 Euro, dort seien aber nur 30 kostenfreie Buchungen inbegriffen gewesen – für alles darüber seien Zusatzgebühren angefallen. Die neuen Pakete mit „deutlich mehr Leistung“ seien also mit den alten nicht einfach so vergleichbar.

Schuld an der teilweise deutlichen Preiserhöhung seien laut Kruppki vor allem sinkende Zinsüberschüsse. Früher habe sich ein Großteil der Girokonten über Zinseinnahmen finanziert. Wegen der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank müsste die Sparkasse nun sogar noch draufzahlen, wenn sie das Guthaben ihrer Kunden bei der Landeszentralbank einlegt. Auch der allgemeinen Preissteigerung müsse das Geldinstitut Rechnung tragen. Daneben sei in der Vergangenheit viel in neue Technik wie Apps oder das elektronische Postfach, einen zeitgemäßen Datenschutz und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert worden.

In vielen Fällen liegt die Konkurrenz aber deutlich unter den neuen Preisen, auch ohne zusätzliche Entgelte für viele Einzelleistungen. Kruppki verweist darauf, dass das dichte Angebot an Filialen und Geldautomaten, das die Sparkassen böten, seinen Preis habe. Gerade im ländlichen Raum seien diese oft als einzige noch vor Ort vertreten.

Die tägliche Erreichbarkeit und Beratung vor Ort sei den Kunden aber trotz der verstärkten Nachfrage nach Onlinebanking-Angeboten wichtig, sagt Kruppki. Das hätten durchgeführte Analysen gezeigt. Vergleichbare Angebote, beispielsweise der Volksbanken, würden sich in einem ähnlichen Preisrahmen bewegen oder lägen noch darüber. So findet Kruppki, dass die heimische Sparkasse „sehr vernünftige Preise“ verlange.

Die Kunden der Gratis-Konkurrenz, die spontan um die Ecke an ihr Geld wollten, müssten vor allem in der Fläche dann auf die Automaten der Sparkassen zurückgreifen. Hier würden die Kunden am Ende des Monats deutlich mehr bezahlen als sie bei den Kontoführungsgebühren einsparten, erläutert Kruppki. „Woanders nennt man das Milchmädchenrechnung.“



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