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Pädagogischer Mitarbeiter verärgert über eingeschränktes Angebot / Geschäftsführer Behrens hält dagegen

„Warum sind die Öffis so unflexibel?“

HAMELN. Hinnerk Völkoi ist pädagogischer Mitarbeiter an der Basbergschule. Er ist verärgert über das Angebot der Öffis. Wenn er in der Ferienbetreuung größere Gruppen anmeldet, sind die Busse trotzdem oft zu klein. Außerdem führen die Busse der Öffis einige Ziele gar nicht an. Er fragt sich: „Warum sind die Öffis so unflexibel?

veröffentlicht am 12.06.2018 um 20:11 Uhr

Die Basbergschule – pädagogische Mitarbeiter der Schule kritisieren nach schlechten Erfahrungen die Öffis. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Etwas mehr als eine Stunde bräuchte jemand, der zu Fuß von der Basbergschule am Adalbert-Stifter-Weg zum Spielplatz Märchengrund in Klein Berkel läuft. Für die Kinder der 1. bis 4. Klassen ist das zu weit, findet wohl nicht nur Hinnerk Völkoi. Er ist Pädagogischer Mitarbeiter an der Basbergschule und bietet dort seit über zehn Jahren eine eigene Ferienbetreuung an. Um Ausflüge anbieten zu können – zum Ohrberg, Märchengrund, Finkenborn, Reiterhof Reinerbeck – „müssen wir oft mit den Öffis fahren“. Die dort gemachten Erlebnisse frustrieren Völkoi.

Wenn er mit den Kindern – mal sind es 40, mal 60 – die Busse des öffentlichen Nahverkehrs (Öffis) nutzen möchte, meldet er die Gruppen vorher an. Er habe immer gedacht, es werde dann ein größerer Bus eingesetzt, „dies ist aber nicht so, wie uns die nette Dame am Telefon […] zu verstehen gab“, veröffentlicht die Schulleiterin Harriet Oetke-Böhm im Internet einen Text in Völkois Namen. „Merkwürdigerweise wissen die Busfahrer aber fast nie, dass unsere Fahrt angemeldet ist.“ Das verhagelt die Laune auf beiden Seiten, außerdem wüssten die Fahrer häufig nicht, wie eine Gruppenfahrt zu berechnen sei, schreibt Völkoi weiter, was dann Abfahrts- und Ankunftszeiten verzögere. Teilweise müssten die Kinder dann zu dritt auf den Bänken im Bus sitzen, damit andere Fahrgäste auch noch einen Platz bekämen, führt Volkoi gegenüber der Dewezet aus. Und manchmal habe ein Busfahrer schon gesagt, 15 könne er noch mitnehmen, mehr gehe nicht.

Bedauerlich findet er außerdem, dass einige Ziele von den Öffis gar nicht angesteuert werden. Um in den Wald und auf den Spielplatz Finkenborn zu kommen „müssen wir ein privates Unternehmen beauftragen, was 160 Euro kostet“.

Für die Fahrt nach Klein Berkel habe er einen Kostenvoranschlag bekommen über 180 Euro – das sind bei 30 Kindern sechs Euro pro Kind. Eine einfache Fahrt mit den Öffis kostet dagegen 1,10 Euro. Zehn Euro nimmt die Schule pro Tag pro Kind für die Ferienbetreuung – mehr könnten manche Eltern dann auch nicht bezahlen, gibt Völkoi zu verstehen.

Seine Verwunderung und sein Ärger über die Transportmöglichkeiten münden in die Frage: „Warum sind die Öffis so unflexibel?“ Der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont, Arne Behrens, beantwortet die Frage gegenüber der Dewezet so: „Das hat mit unflexibel nichts zu tun.“ Vielmehr handele es sich um ein „Verkehrsangebot, was nur in bestimmten Fällen mit Steuermitteln bezuschusst wird“.

Anders: Die Öffis haben den Auftrag von der Politik, das bestehende Angebot aufrechtzuerhalten. „Darüber hinaus gehende Angeboten wären für spezielle Anlässe, die nur einzelne Kunden betreffen, wesentlich teurer.“

Solche Extra-Fahrten müssten zu marktüblichen Preisen angeboten werden, auch, um nicht mit subventionierten Sonderkonditionen den privaten Unternehmen Konkurrenz zu machen. Dass größere Gruppen sich für Fahrten bei den Öffis vorher anmelden, hat laut Behrens ein Ziel: die Gruppenfahrten sollen möglichst nicht in den Spitzenzeiten wie Schulschluss zur Mittagszeit unternommen werden. Falls das nicht geht, „dann wird geschaut, ob eine Verstärkung durch einen größeren Bus oder einen zweiten Bus möglich ist“, heißt es zumindest über die Theorie.

Warum Hinnerk Völkoi trotzdem andere Erfahrungen gemacht hat und auf einige nicht informierte Fahrer getroffen ist, kann Behrens sich nach eigener Aussage nur mit möglichem menschlichen Versagen erklären. Um nachzuvollziehen, weswegen es zu Schwierigkeiten gekommen sei, müssten konkrete Fälle genannt werden. Dann ließe sich das eher nachvollziehen. Grundsätzlich erhielten sowohl die Mobilitätszentrale ein Formular, aus dem hervorgeht, dass eine Gruppe angemeldet ist als auch der Fahrer über sein persönliches Fach. Was noch auf Papier erfolgt, werde demnächst digital sein, kündigt Behrens an.

Um die Wünsche und Nöte der Basbergschule beziehungsweise von Hinnerk Völkoi in der Ferienbetreuung besser einschätzen zu können und vielleicht Lösungen vorzuschlagen, bietet Behrens an, ein persönliches Gespräch mit den Beteiligten zu führen.



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