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Wenn der Techniker zu spät klingelt

Warum mein Kollege eine Baby-Ausstattung von der Telekom bekam

HAMELN. Kai Tippenhauer arbeitet als Social-Media-Berater bei der Dewezet und ist in dieser Funktion seit über einem Jahr mein Kollege. Seit Kurzem ist er auch eine kleine Internet-Berühmtheit. Das hat mit der Telekom zu tun, mit einem Techniker, der sich um einige Wochen verspätete und mit mehreren Beiträgen bei Facebook.

veröffentlicht am 17.01.2018 um 15:12 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 16:57 Uhr

Kai Tippenhauer bekam nun von der Telekom ein Paket mit Babybedarf. Warum? Das ist eine etwas längere Geschichte…Foto: Dana
Nicole Trodler

Autor

Nicole Trodler Onlineredakteurin zur Autorenseite
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Im sozialen Netzwerk Facebook ist Kai sehr aktiv – natürlich berufsbedingt, aber auch privat ist er mit Leidenschaft dabei. Wenn ihn dann etwas beschäftigt – ob im positiven oder im negativen - ist der nächste Beitrag nicht weit. So durften seine Facebook-Freunde im letzten Jahr mitfiebern, wie er und seine Familie mit zunehmender Verzweiflung, aber ohne den Humor zu verlieren, auf die Einrichtung des Internetanschlusses warteten.

Ursprünglich wollten Kai und seine Frau nach einem Umzug bei ihrem bisherigen Anbieter bleiben. Allerdings gab es an ihrem neuen Wohnort keinen Kabelanschluss, sondern nur Satellit. Kein Problem, verkündete Kabel Deutschland, ein Telekom-Techniker werde sich um die Bereitstellung kümmern. „Hey Telekom-hilft, 20 Tage um einen Techniker vorbeizuschicken? Wie viele habt ihr? Einer pro Bundesland?“, schrieb Kai dann Anfang November in einem Facebook-Post. Wenn es nur bei bei den 20 Tagen geblieben wäre. „Tag 23 ohne Fernsehen und Internet. Wir haben 1122 Fliesen in Badezimmer und Küche“, hieß es am 19. November in einem kleinen Zwischenbericht. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich gerade herausgestellt, dass Kabel Deutschland und Vodafone doch keinen Anschluss bieten können. Es folgte der nächste Versuch mit 1&1, Terminvorschlag 27. November. Aber auch daraus wurde nichts.

Während sich zunächst die Anbieter Vodafone und 1&1 vergeblich daran versucht hatten, übernahm schließlich die Telekom die Aufgabe, für Internet und Fernsehen zu sorgen. Mitte Dezember sah es dann zunächst auch gut aus – für einen Tag. Als dann plötzlich nach zwölf Minuten immer noch kein Bild auf dem Bildschirm erschien, war klar: Die Odyssee geht weiter.

Diese Baby-Erstausstattung erhielt Kai Tippenhauer von der Telekom. Foto: pr
  • Diese Baby-Erstausstattung erhielt Kai Tippenhauer von der Telekom. Foto: pr

Am 16. Dezember wartete Kai mal wieder auf einen Rückruf der Telekom und sinnierte währenddessen öffentlich über Dinge, die er während der Wartezeit machen könnte. Zum Beispiel, die Welt retten, den Flughafen BER fertigstellen oder Zahnpasta zurück in die Tube drücken.

Bei allem Galgenhumor, sei es ihm wichtig gewesen, dass seine Beiträge immer eine nötige Spitze gegen die Telekom enthalten, sagt Kai. Ihm sei aber auch klar, dass die Servicemitarbeiter am wenigsten für die Probleme könnten, aber dennoch den Ärger der Kunden als Erste (und meist als Einzige) abbekommen. Mit seinen Beiträgen zeigte er zwar auch seine Verärgerung, aber immer auf humorvolle Weise. Wie sich herausstellte, ein guter und vor allem erfolgreicher Weg. Pünktlich zum Weihnachtsfest funktionierten Internet und Fernsehen. Nachdem alles dann einige Tage ohne Probleme gut gegangen ist, schickte Kai kurz vor Ende des Jahres noch eine Dankes-Nachricht an Telekom-hilft verbunden mit einer kleinen Überraschung. Die „dunkle Zeit“ hätten seine Frau und er nämlich ausgiebig genutzt und nun habe sich Nachwuchs angekündigt: „Wer weiß, vielleicht reift hier ja ein neuer Telekom-Techniker heran.“ Könne das Unternehmen nicht für Babywindeln, Babybetten und die Ersteinrichtung sorgen?

Vor einigen Tagen – der Anschluss funktioniert übrigens immer noch – kam dann Post vom Telefonanbieter. Im Paket: Eine persönliche Karte des Service-Mitarbeiters, der für die erfolgreiche Anschlusseinrichtung gesorgt hatte und eine Auswahl an Baby-Sachen. Magenta jedoch komme als Name für das Kind keinesfalls in Frage. „So viel kann die Telekom gar nicht zahlen“, sagt Kai.

Information

Die ganze Geschichte im Internet

Bei Facebook und auf der Webseite „Das Beste aus Social Media“ ist die Nachricht an die Telekom komplett nachzulesen. Einige Auszüge: „Sehr geehrtes Telekom-hilft-Team, vielen Dank, dass wir nach einer wochenlanger Odyssee ... nun endlich wieder den Anschluss ans Fernsehprogramm und Internet gefunden haben. Wie sich das für ein jung verheiratetes Paar gehört, haben wir die „dunkle Zeit“ ohne Bildschirm und Fernseher ausgiebig genutzt die Freuden des Lebens zu genießen. Dunkle, stille Räume, eine Frau und ein Mann, ein Bett - ihr versteht. Gleichzeitig haben wir unser Schicksal mit unserem Anschluss ... in verschiedenen Facebook-Posts unseren Facebook-Freunden mitgeteilt. Erste Stimmen wurden laut, dass wir in 9 Monaten bestimmt Nachwuchs bekommen würden. Wir haben das lächelnd ausgeschlossen. ... Tja, bis meine Frau vor wenigen Tagen zum Doktor gegangen ist. Und nun dürft ihr mal raten! ... Zwei kleine Fragen bleiben nun noch:
- Ist es möglich unsere Internet- und Fernsehleitung für mindestens 20 Jahre sicher und stabil am Laufen zu halten? ...
- Bestehen Regressansprüche in Form von Babywindeln, Babybetten, Ersteinrichtungen oder sonstigen Dingen...? Für einen schnelle Beantwortung (gemessen an euren Maßstäben) freue ich mich im voraus!“
Die Antwort folgte zwei Wochen später.

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