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Nach Flucht in Tiefgarage – mutmaßlicher Serientäter läuft Fahndern direkt in die Arme

Warum klaut ein Dieb eine exotische Echse?

Hameln (ube). Mit einer „entführten“ Echse im Rucksack soll ein junger Mann aus Schleswig-Holstein auf dem Hamelner Wochenmarkt Ausschau nach einer guten Gelegenheit für einen Diebstahl gehalten haben. Der 23-Jährige steht im Verdacht, an einem Stand die Tageseinnahmen eines Obstverkäufers gestohlen zu haben. Der Tatverdächtige flüchtete mit dem Geld, das sich in mehreren Plastikschälchen befand, zu Fuß in die Tiefgarage. Als er wieder aus dem Untergrund auftauchte, lief er an der Sedanstraße Fahndern der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden in die Arme.

veröffentlicht am 11.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 16:41 Uhr

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Während der vorläufigen Festnahme habe der mutmaßliche Mehrfachtäter ganz erheblichen Widerstand geleistet, sagte gestern Kommissar Dirk Barnert. Es sei seinen Kollegen allerdings gelungen, dem Mann Handschellen anzulegen.

Der Reihe nach: Am Mittwoch um 13.13 Uhr setzte ein Marktbeschicker per Handy einen Notruf ab. Der Senior (72) teilte dem Kommissar vom Lagedienst mit, er sei soeben auf dem Rathausplatz bestohlen worden. „Der Täter ist in die Tiefgarage geflüchtet“, berichtete das Opfer. Die Kooperative Regionalleitstelle strahlte sofort eine Fahndung aus. Alle verfügbaren Einheiten machten sich auf den Weg zum Tatort und hielten Ausschau nach einem Mann mit Rucksack.

Der Bestohlene berichtete Ermittlern, er sei gerade dabei gewesen, seinen Stand abzubauen, da habe der Dieb blitzschnell zugegriffen. Die Tageseinnahmen hatte der 72-Jährige für kurze Zeit auf dem Tresen seines Verkaufsstands gestellt. Der Dieb muss gesehen haben, was da in den Obstschalen zwischengelagert wurde.

Noch während der Befragung machten andere Einsatzbeamte einen Mann dingfest, auf den die Personenbeschreibung zutraf. Marktbeschicker erkannten den Verdächtigen wieder. Der 23-Jährige sei von Augenzeugen zweifelsfrei als der gesuchte Gelddieb identifiziert worden, sagte Barnert.

Bei der Durchsuchung des Verdächtigen entdeckten die Beamten ein exotisches Tier. Die verdutzten Polizisten informierten umgehend das Veterinäramt, brachten die Echse zu einer Zoo-Handlung an der Bahnhofstraße. Dort war zufällig gerade ein Terrarium frei geworden, denn: „Um 12.30 Uhr ist uns eine Bartagame entwendet worden“, sagt Anke Fuchs von „Zoo No. one“. Sie habe den Diebstahl des zweieinhalb Monate alten Jungtiers aber erst kurz vor dem Anruf der Polizei entdeckt und ihn deshalb noch gar nicht anzeigen können. „Ich wollte die kleine Echse füttern, da habe ich gesehen, dass die Tür des Terrariums aufstand.“

Bartagamen (Pogona) gehören zu den Schuppenkriechtieren und stammen aus Australien. Kein Wunder, dass das 15 Zentimeter lange Junge starr vor Kälte war. Anke Fuchs setzte den „Entführten“ rasch unter eine Wärmelampe, gab ihm Salatblätter und frisches Wasser. Die Haut des Reptils sei farblos gewesen. Inzwischen habe es sich aber wieder von dem Abenteuer erholt, sagte die Expertin.

Da sich der Schleswig-Holsteiner nicht ausweisen konnte, wurde er zur Überprüfung seiner Personalien zur Wache gebracht. Der Polizeicomputer spuckte kurz darauf die Identität des Mannes aus. Er ist bereits wegen Eigentumsdelikten in Erscheinung getreten. Gegen den 23-Jährigen wurden Strafverfahren wegen Diebstahls und Widerstands gegen Polizeibeamte eingeleitet.

Unbeantwortet bleibt die Frage: Warum klaut ein Dieb eine Echse? Sie ist mit 39 Euro nicht gerade teuer. Dennoch möglich, dass er das Reptil zu Geld machen wollte. Der Geschnappte hat sich nicht zum Motiv geäußert. Er macht von seinem Recht Gebrauch, zu schweigen.



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