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Riesenerleichterung

Warum Heinz Fischer sein digitales Blutzuckermess-Gerät liebt

Holtensen. Auch für Senioren kann Digitalisierung ein wichtiges Thema werden – zum Beispiel, wenn es um die Gesundheit geht. Heinz Fischer würde auf sein digitales Blutzuckermessgerät nicht mehr verzichten: Es eine „Riesenerleichterung“, sagt der 80-Jährige, für den das Internet kein Problem ist.

veröffentlicht am 14.08.2018 um 11:38 Uhr
aktualisiert am 14.08.2018 um 16:30 Uhr

Um den aktuellen Blutzuckerwert zu erfahren, fährt der Senior einfach mit dem Lesegerät über den Sensor. Foto: Wal
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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HOLTENSEN. „Brauche ich nicht“, bekommen erwachsene Kinder oft zu hören, wenn sie ihren Eltern in guter Absicht ein Laptop, Tablet oder Smartphone schenken wollen. Ihr ganzes Leben seien sie ohne ausgekommen, und es ging immer, argumentieren die Senioren. Und klar – natürlich funktioniert das Leben auch so. Dass die Digitalisierung aber auch für Senioren sehr nützliche Einrichtungen mit sich bringt, zeigt das Beispiel von Heinz Fischer.

Der 80-Jährige hat seit Januar ein digitales Lesegerät, um seinen Blutzucker zu messen. Vier bis Fünfmal Piksen ist damit nicht mehr nötig. Stattdessen hat er einen runden Sensor, so groß wie eine Zwei-Euro Münze, auf dem Oberarm. Ein winziger Messfühler wird mit dem Sensor im Unterhautfettgewebe platziert, um jederzeit Blutzuckerwerte zu liefern. Wenn Heinz Fischer den aktuellen Wert wissen will, fährt er einfach mit dem Lesegerät über den Sensor. Bei jedem Scan zeigt es den aktuellen Wert, in einer Kurve den Zuckerwertverlauf und ob der Zucker steigt oder fällt.

Besonders praktisch findet Heinz Fischer das System, wenn er unterwegs ist, um Autos an Zulassungsstellen von Minden bis Holzminden für das Autohaus Fischer an- oder abzumelden. Eine Arbeit, die er im Auftrag seines Sohnes, an den er das Unternehmen übergeben hat, erledigt. Und unterwegs ist unblutiges, schnelles Blutzuckermessen eben besonders vorteilhaft.

Heinz Fischer überträgt die Blutzuckerdaten auf den Laptop und schickt sie anschließend zum Arzt. Foto: Wal
  • Heinz Fischer überträgt die Blutzuckerdaten auf den Laptop und schickt sie anschließend zum Arzt. Foto: Wal

Das System nennt sich Freestyle Libre und ist für Diabetiker gedacht, die ihre Insulintherapie selbst steuern und dazu häufig ihre Werte kontrollieren müssen. Der kleine Haken: Bisher ist die einzige Bezugsquelle ein Internetshop.

Für Heinz Fischer ist das allerdings überhaupt kein Problem. Er hat ein Laptop, ein Tablet und ein Smartphone und bedient die Geräte mit Freude. Über das System zum Blutzuckermessen sagt er: „Das gebe ich nicht wieder her!“ Für ihn ist Freestyle Libre - bisher der einzige Hersteller – eine Riesenerleichterung. Und: Das Gerät liefert nicht nur ohne großen Aufwand aktuelle Daten und Tendenzen, die Daten werden zudem 90 Tage lang gespeichert.

Heinz Fischer schickt seine Daten vorab immer zu seinem behandelnden Arzt, dann liegen sie beim nächsten Termin bereits vor. Dafür verbindet er sein Lesegerät mit per Kabel mit seinem Laptop. Dort hat er eine spezielle Software des Herstellers installiert. In dem entsprechenden Programm tauchen die Daten des Lesegeräts auf, wenn der 80-Jährige das Lesegerät anschließt. Anschließend schickt er die Daten per Mail weiter.

„Man kann natürlich auch einfach das Lesegerät mit zum Arzt nehmen“, sagt der Senior. Doch Heinz Fischer mag die digitale Welt auch über die medizinische Erleichterung hinaus. Er schaut online Nachrichten und bestellt zum Beispiel auch im Internet.

Dass man den Sensor, der 14 Tage hält und auch beim Duschen getragen werden kann, nur im Internet bestellen kann, könnte für einige ein Hindernis sein, vermutet er. „Aber die Bestellung könnten ja auch die Kinder übernehmen.“

Die Kosten für den Sensor liegen bei 60 Euro, das Starterpaket mit Scanner und zwei Sensoren kostet 169,90 Euro, Inzwischen übernehmen laut Hersteller fast alle Krankenkassen auf Antrag die Kosten. Die Nutzer müssen noch eine gesetzliche Zuzahlung von bis zu zehn Euro monatlich für die Sensoren leisten. Dazu kommen einmalig zehn Prozent der Kosten für das Lesegerät.

Ganz verzichten sollte man auf die Blutzuckermessung jedoch nicht, rät der Diabetes-Ratgeber der Apotheken: „Wer zum Beispiel den Verdacht hat, dass er gerade unterzuckert, obwohl der gescannte Wert im normalen Bereich liegt, sollte zur Sicherheit einen Blutzuckertest machen“, heißt es dort.

Neben möglichen Allergien hat das Gerät allerdings noch eine digitale Nebenwirkung: Mit der Libre-Software werden die Daten an die Herstellerfirma in den USA weitergeleitet. Das schmeckt nicht jedem.

Heinz Fischer hat damit kein Problem. Er würde sogar die Handy-App statt des Lesegerätes nutzen, mit der kann man nämlich auch messen. Dafür ist sein I-Phone allerdings ganz knapp zu alt. Nicht zu alt fühlt sich dagegen Heinz Fischer für ein neues Smartphone..



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