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Viermal im Jahr Probealarm – morgen ist es wieder soweit

Warum es am Samstag besser ist, sich die Ohren zuzuhalten

HAMELN. Viermal im Jahr werden die Sirenen für den Zivilschutz getestet. Am Samstag um 12 Uhr ist es wieder so weit. Dann wird es auf dem Hamelner Wochenmarkt für ein paar Minuten richtig laut.

veröffentlicht am 29.06.2017 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 06.01.2018 um 13:16 Uhr

Pünktlich um 12 Uhr werden morgen die Zivilschutzsirenen getestet. Viele Marktbesucher halten sich dann wieder die Ohren zu. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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HAMELN. Samstag, zwölf Uhr, Hamelner Wochenmarkt. „Ich hätte gern zwei Pfund…“ Der Rest des Satzes geht in einem ohrenbetäubenden Lärm unter. Die eigentlich gewünschten Zwiebeln bleiben zumindest noch eine Minute in den Kunststoffkörben liegen. Einige Kunden halten sich die Ohren zu. Gesichtszüge verzerren sich. Gespräche werden unterbrochen.

So sieht es viermal im Jahr jeweils am ersten Samstag im Quartal auf dem Rathausplatz aus. Am Samstag ist es wieder soweit. Pünktlich um 12 Uhr drücken Disponenten der Regionalen Leitstelle einen Knopf. Zwei einminütige Dauertöne und zwischendurch ein ebenfalls eine Minute lang andauernder auf- und abschwellender Heulton schallen aus den Zivilschutzsirenen. Eine von ihnen – auf dem Rathausdach montiert – bringt den Wochenmarkthandel bis 12.13 Uhr gehörig ins Stocken.

Die modernen Sirenen heulen seit Oktober 2013, um die Bevölkerung bei auftretenden Gefahrenlagen warnen zu können. Bis zum Ende des Kalten Krieges wurden in der Bundesrepublik deren Vorgänger zweimal jährlich bei einem Probealarm getestet. Allerdings jeweils an einem Mittwoch im März und September gegen 10 Uhr – nach Ankündigung in Radio und Fernsehen.

Doch warum wird der Probebetrieb immer samstags durchgeführt? „An Werktagen könnte ein Probelauf für Panik sorgen und zu Irritationen führen“, hieß es damals aus dem Rathaus. An Samstagen heulen in vielen Orten auch Feuerwehrsirenen zur Probe. Weshalb das an diesem Wochentag geschieht, ist selbst von vielen Brandschützern nicht in Erfahrung zu bringen. „Das ist doch schon immer so“, ist eine oft genannte Antwort.

„Das wird sonnabends gemacht, weil da in der Regel alle Funktionsträger und Verantwortliche der Feuerwehr erreichbar sind und kontrollieren können, ob die Sirenen in deren Zuständigkeitsbereich auch funktionieren“, vermutet der ehemalige Geschäftsführer und jetzige Archivar des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen Hans Rösner.

Festgelegt sei die regelmäßige technische Überprüfung in einem Runderlass des Innenministeriums vom 14. Juni 1982. „Der Feuerwehr-Probealarm ist einmal monatlich möglichst zur gleichen Zeit durchzuführen, heißt es da. Die Uhrzeit steht aber nicht drin“, sagt der Feuerwehrexperte.

Jürgen Bitterling, Leiter der Regionalen Leitstelle, erinnert sich daran, wie noch in den 80er Jahren von jeder Feuerwehr im Landkreis per Funk durchgegeben werden musste, dass die Sirene ihren Dienst tat. Eine Erinnerung, die Rösners These unterstützt.

Für Andreas Zerbe, dem Abteilungsleiter der Hauptberuflichen Wachbereitschaft, ist es wichtig, dass die Bürger wissen, was zu tun ist, wenn der einminütige Heulton gehört wird. „Das Radio anmachen und auf Durchsagen achten“, betont der Brandoberamtsrat.

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