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Zwei Prozent Naturschutz

Warum der Düth einen anderen Status bekommen soll

HAMELN. Etwa 25 Hektar groß soll das künftige Naturschutzgebiet am Düth zwischen Afferde und Rohrsen werden. Die Stadtverwaltung plant derzeit, dort ein neues Schutzgebiet auszuweisen. Das stößt bei Anwohnern auf Kritik. Doch was ändert sich eigentlich für Eigentümer, wenn sich der Schutzstatus eines Gebiets, das über ihre Grundstücke verläuft, verändert?

veröffentlicht am 08.02.2017 um 19:16 Uhr

Blick vom Düth Richtung Rohrsen: Hier soll ein Naturschutzgebiet entstehen. Foto: wal
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Die Stadt argumentiert, dass es gar nicht sehr viele Änderungen für Anlieger geben wird (wir berichteten); denn schon jetzt ist der Dütberg ein sogenanntes Landschaftsschutzgebiet. Gleichwohl hätte ein Naturschutzgebiet rein formell auch größere Einschränkungen bezüglich der Nutzung zur Folge – und Bedingungen, die sich unmittelbar auf die Eigentümer auswirken könnten. Ohnehin beklagen diese bereits, ihre Grundstücke würden an Wert verlieren.

Gesetzlich ist klar geregelt, was Naturschutz- und was Landschaftsschutzgebiete darstellen. Landschaftsschutzgebiete sind laut Bundesnaturschutzgesetz Bereiche, die der „Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes dienen“ oder die „wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung erforderlich“ sind. Bei Naturschutzgebieten ist die Regelung strikter: Bei ihnen geht es um die „Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten“. Naturschutzgebiete werden auch ausgewiesen, „aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit erforderlich ist.“ Diese Kriterien treffen aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde auf den Düth zu. Deshalb soll nun für dieses Gebiet ein Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Wie Afferdes Ortsbürgermeister Björn Lönnecker erläuterte, könnte sich das mit der heutigen Nutzung des Bergs schlecht übereinbringen lassen. Am Düth seien zum Beispiel derzeit regelmäßig Reitergruppen unterwegs. Die könnten dann nicht mehr wie gewohnt ausreiten. Auch Wanderer und Spaziergänger dürften festgelegte Wege nicht verlassen. Grillen oder Pilze pflücken – ohnehin tabu. Ein Gartenhaus dürften Grundstückseigentümer dann auch nicht auf ihren als Naturschutzgebiet ausgewiesenem Grundstück errichten. Das alles sind Gründe, warum ein Teil der Afferder Ortsratspolitiker dem Plan der Verwaltung skeptisch gegenüber stehen. Aktuell sind zwei Prozent des Hamelner Stadtgebiets als Naturschutzgebiete ausgewiesen, so eine Stadtsprecherin. Das entspricht einer Fläche von 194 Hektar. Bereits ausgewiesene Naturschutzgebiete befinden sich am Schweineberg, am Kalkofen und an Töneböns Teichen. Eine EU-Vorgabe für weitere Naturschutzgebiete, die die Stadt zwingend umsetzen muss, gebe es in diesem Fall nicht.



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