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Warum der "Boss" nun doch verhaftet wurde

veröffentlicht am 20.06.2011 um 18:40 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (ube). Nun also doch: Zu seiner eigenen Überraschung ist der „gefürchtete Boss“ einer Straßengang bei einem "Besuch" der Inspektion an der Lohstraße von Polizisten verhaftet worden.

Damit hatte der 22-jährige Hamelner nicht gerechnet. Er war zur Wache gegangen, um einer Meldeauflage des Amtsgerichts nachzukommen.
 Gegen den jungen Mann, den die Kripo als Intensivtäter bezeichnet, hatte ein Strafrichter aus Hameln bereits am 6. Mai Untersuchungshaft angeordnet (wir berichteten). Die Polizei ermittelt gegen den mutmaßlichen Rädelsführer einer Bande, die in den vergangenen Monaten auf den Straßen von Hameln für viel Unruhe gesorgt hat, wegen schweren Raubes, räuberischer Erpressung und Körperverletzung, Widerstand gegen Vollzugsbeamte und Beleidigung. Die Straftaten, um die es geht, sollen sich zwischen dem 26. Februar und dem 7. April ereignet haben. Unter anderem geht es um Überfälle auf Türsteher der Diskothek „Blondie“ und des Tanzlokals „Sumpfblume“.
 Zum Erstaunen der Ermittler wurde der Hamelner, den die Polizei für einen Serientäter hält, am 27. Mai aus dem Gefängnis entlassen. Grund: Während eines Haftprüfungstermins hatte der Richter den zuvor von ihm selbst ausgestellten U-Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Dem „Boss“ wurde aufgetragen, sich regelmäßig bei der Polizei zu melden. Gegen diese Entscheidung des Amtsgerichts Hameln legte die Staatsanwaltschaft Hannover Beschwerde ein. „Wir sehen keine Voraussetzung für eine Haftverschonung“, sagt Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Es bestehe Flucht- und Verdunklungsgefahr. Das Landgericht Hannover prüfte den Beschluss des Amtsgerichts Hameln, hob die Außervollzugsetzung des Haftbefehls auf. Dadurch war der am 6. Mai verkündete Haftbefehl wieder gültig.
 Rechtsanwalt Roman von Alvensleben, der den Verhafteten vertritt, will am Dienstag (21. Juni)  Beschwerde gegen die Aufhebung des Haftverschonungsbeschlusses einlegen. Begründung: „Seit dem 27. Mai hat mein Mandant keine Straftaten verübt und sich regelmäßig bei der Polizei gemeldet“, sagt der Verteidiger. „Sollte das Landgericht seine Entscheidung nicht revidieren, geht der Fall zum Oberlandesgericht Celle.“
 Wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung und gemeinschaftlich versuchter Nötigung in Tateinheit mit Bedrohung (Taten aus dem Jahr 2010) war der 22-Jährige jüngst von demselben Richter zu elf Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, weil dagegen Berufung eingelegt wurde.



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